Hintergrund der Ortskernsanierung in Wörrstadt
Kleine Kommunen verzeichnen seit 2018 wieder einen Zuwachs an Einwohnern. Eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerungsentwicklung belegt, dass Landgemeinden im Durchschnitt jährliche Wanderungsgewinne von 4,2 je tausend Einwohner verbuchen. Auch in Wörrstadt im Landkreis Alzey-Worms ist dieser Trend sichtbar: Die Einwohnerzahl stieg von rund 8.000 im Jahr 2000 auf über 8.500 bis Ende 2022.
Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, beteiligt sich die Gemeinde am Förderprogramm „Ländliches Zentrum Wörrstadt“. Ziel ist es, den ländlichen Raum zu stärken und kleine Gemeinden zukunftsfähig zu machen. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurde eine zentrale Straße der Ortsmitte grundlegend saniert. Für die Befestigung des Straßenbelags wählten die Verantwortlichen einen wartungsarmen Betonpflasterbelag.
Bereits im August 2021 erfolgte ein erster Bauabschnitt in der Friedrich-Ebert-Straße. Seit 2022 läuft der zweite Bauabschnitt in nördlicher Richtung. Die Friedrich-Ebert-Straße ist für Wörrstadt von zentraler Bedeutung, da sich dort Bankfilialen, Apotheken und weitere Geschäfte befinden. Die ursprüngliche Befestigung mit Asphaltfahrbahn und Doppelverbundpflaster-Gehweg entsprach nicht mehr den Anforderungen an einen modernen Ortskern. Daher entschied sich die Gemeinde für eine grundlegende Sanierung, um die Straße optisch aufzuwerten und gleichzeitig einen Pflasterbelag zu wählen, der den Verkehrsbelastungen standhält.
Anforderungen an den neuen Pflasterbelag
Dipl.-Ing. (FH) Andrea Koch aus Hergenfeld erläutert die Entscheidung:
Eine erneute Asphaltierung der Straße schied für uns aus optischen Gründen von vorneherein aus. Gesucht war dagegen ein attraktiver Betonpflasterbelag, mit dem man auch farbliche Akzente setzen kann. Da die Straße wochentags von über 60 Bussen befahren wird, muss hier allerdings ein Belag eingebaut werden, der sich auch bei Belastung nicht verschiebt.Die Wahl für die Sanierung des etwa 5.000 m² umfassenden Straßenraums im zweiten Bauabschnitt fiel auf ein Pflastersystem von Beton Pfenning aus Lampertheim.
Hendrik Jäger, Verkaufsleiter bei Pfenning, erklärt die Entwicklung des Systems:
Schon seit längerer Zeit haben wir nach Alternativen gesucht, die die Verlegung vereinfachen und die stets eine optimal ausgeprägte Fuge garantieren. Der Werkstoff EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) war schließlich die Lösung. In Belastungstests haben wir herausgefunden, dass sich dieser Synthesekautschuk sehr gut als Fugenmaterial eignet. Bei unserem Betonsteinsystem CombiConnect sind die Steine mit einem werkseitig fixierten, steinumfassendem EPDM-Profil ausgestattet. EPDM ist ein dynamisches Material und damit hervorragend geeignet für einen maximalen Lastabtrag. Gemäß der DIN 18318 ergeben sich stets normgerechte Fugenbreiten von 4 mm.Das Fugenmaterial EPDM ist ökologisch unbedenklich, recycelbar und zeichnet sich durch hohe Verschleißfestigkeit aus. Es ist frost- und tausalzresistent sowie temperaturbeständig zwischen -50 und +145 Grad Celsius.
Vorteile des CombiConnect-Pflastersystems
Andrea Koch hebt die Vorteile des Systems hervor:
Uns hat dieses System aber auch deshalb überzeugt, da der CombiConnect-Pflasterstein im Vergleich zu einem konventionellen Pflaster eine wartungsfreie Fuge hat. Hier kann kein Splitt oder Sand aus den Fugen gespült werden. Der Einsatz von Kehr-Saugmaschinen ist dabei völlig unbedenklich.Das Pflaster im Format 30 x 18 x 10 cm wurde im Ellenbogenverband verlegt. Die EPDM-Fuge sorgt für ein gleichmäßiges Fugenbild.
Für die Oberflächengestaltung wurde eine edelstahl-kugelgestrahlte Oberfläche gewählt. Auf der Fahrbahn kamen helle Steine im Farbton „onyx Steel“ zum Einsatz, auf den Gehwegen der Farbton „aurum Steel“. Für den ruhenden Verkehr wurden dunkle Steine mit der Oberfläche „carbon Steel“ verwendet. Koch dazu:
Das oberflächenbehandelte Betonpflaster wirkt wirklich deutlich schöner als die ehemals asphaltierte Fläche. Zudem strukturiert die farbliche Trennung von Fahrbahn, Gehweg und Parkstreifen den barrierefrei angelegten Straßenraum sehr klar. Was einerseits zur Verkehrssicherheit beiträgt, wirkt andererseits auch sehr ansprechend.
Die Baumaßnahmen in der Friedrich-Ebert-Straße sollen bis Mai 2024 abgeschlossen sein. Durch die pflegeleichten Fugen erwarten die Verantwortlichen über die Jahre spürbare Einsparungen bei der Pflege der Flächen.


