Neue Normstufe 0 berücksichtigt komfortorientierten Knieschutz für Innenarbeiten
Die Norm DIN EN 14404 definiert seit Jahren verbindliche Mindeststandards für Knieschutz bei Arbeiten in kniender Haltung. Für Betriebe im Garten- und Landschaftsbau, Handwerk und in der Industrie bietet sie eine wichtige Orientierung bei der Auswahl geeigneter Persönlicher Schutzausrüstung. Produkte, die diese Anforderungen erfüllen, gewährleisten grundlegende Schutzfunktionen und unterstützen gleichzeitig die Prävention arbeitsbedingter Knieerkrankungen.
Zu den zentralen Kriterien zählen unter anderem die Druckverteilung, die Stoßdämpfung sowie der sichere Sitz am Bein. Auch die Stichfestigkeit spielt je nach Einsatzbereich eine entscheidende Rolle, insbesondere bei Arbeiten auf rauen oder steinigen Untergründen.
Neue Leistungsstufe 0 schafft mehr Praxisnähe
Mit der Einführung der Leistungsstufe 0 wurde die Norm um einen wichtigen Aspekt ergänzt. Diese Stufe stellt keine Anforderungen an die Stichfestigkeit und berücksichtigt damit gezielt Anwendungen in Innenbereichen, bei denen das Risiko durch spitze Gegenstände gering ist.
Damit erhalten Knieschoner, die primär auf Komfort und Druckentlastung ausgelegt sind, erstmals eine normgerechte Einordnung. Dies betrifft insbesondere Tätigkeiten von Bodenlegern, Malern, Tischlern oder Fliesenlegern, die überwiegend auf ebenen Flächen arbeiten.
„Für uns war ziemlich schnell klar, dass Bodenleger, Raumausstatter, Elektriker, Maler, Tischler und auch Fliesenleger, die vornehmlich im Haus beschäftigt sind, dort kaum mit dem Durchdringen von Fremdkörpern rechnen müssen“
Die Erweiterung trägt damit den realen Arbeitsbedingungen Rechnung und erleichtert die Auswahl passender Produkte für spezifische Einsatzbereiche.
Unterschiedliche Leistungsstufen für verschiedene Anforderungen
Die Norm unterscheidet nun drei Leistungsstufen, die sich an den jeweiligen Einsatzbedingungen orientieren:
- Leistungsstufe 0: keine Anforderung an die Stichfestigkeit, Fokus auf Komfort
- Leistungsstufe 1: Schutz bei ebenen Untergründen mit kleineren Fremdkörpern
- Leistungsstufe 2: hoher Schutz bei rauen, steinigen oder anspruchsvollen Bedingungen
Geprüft werden die Produkte unter standardisierten Bedingungen in anerkannten Prüfinstituten. Dabei kommen definierte Kräfte von rund 100 Newton bei Stufe 1 und 250 Newton bei Stufe 2 zum Einsatz, um die Widerstandsfähigkeit zu bewerten.
Ergonomie und Prävention im Fokus
Ein wesentlicher Bestandteil der Norm ist die ergonomische Auslegung der Knieschoner. Ziel ist es, die Belastung auf das Knie zu reduzieren, den Blutrückfluss zu unterstützen und langfristigen Schäden wie Arthrose oder Schleimbeutelentzündungen vorzubeugen.
Auch funktionale Anforderungen wie das kontrollierte Vorwärtsbewegen in kniender Position, etwa bei Verlegearbeiten, fließen in die Bewertung ein. Ergänzend werden Tragekomfort, Gewicht und Sitz durch Praxistests mit Anwendern überprüft.
Qualität geht über Mindeststandards hinaus
Für Hersteller wie Nierhaus mit der Marke WOHLTAT stellt die Norm jedoch lediglich die Basis dar. Entscheidend sind darüber hinaus Faktoren wie Materialauswahl, Verarbeitung, Langlebigkeit und Pflegeeigenschaften im täglichen Einsatz.
„Für das Haus NIERHAUS ist die Norm nur eine Mindestanforderung. Diese sagt nichts über die eingesetzten Materialien, ihre Kombination, die Verarbeitung, die Pflege und Haltbarkeit im Dauereinsatz aus.“
Gerade im anspruchsvollen Arbeitsumfeld des Gartenbaus und Handwerks zeigt sich die tatsächliche Qualität von Knieschonern im langfristigen Einsatz. Neben der normgerechten Schutzwirkung gewinnen daher Aspekte wie Komfort und Haltbarkeit zunehmend an Bedeutung.
