Historische Erfolge und strategische Weichenstellungen
Der Zeppelin Konzern verzeichnete im Geschäftsjahr 2019 den höchsten Umsatz und das höchste Ergebnis seiner 70-jährigen Geschichte. Der Konzernumsatz erreichte 3,1 Mrd. Euro, eine Steigerung gegenüber den 2,9 Mrd. Euro des Vorjahres. Das Ergebnis vor Ertragssteuern lag bei 134 Mio. Euro, ebenfalls eine Verbesserung gegenüber den 131 Mio. Euro im Vorjahr.
Die Kreditwürdigkeit des Unternehmens wurde 2019 von der Creditreform Rating AG auf die Stufe „A“ angehoben. Das Gesamtinvestitionsvolumen für 2019 betrug 369 Mio. Euro, einschließlich Ausgaben für anorganisches Wachstum. Für das Jahr 2020 erwartet der Zeppelin Konzern aufgrund der Corona-Pandemie einen drastischen Einschnitt und eine wesentliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
2019 war ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr: höchster Umsatz, beste bauma und größte Akquisition in unserer Firmengeschichte. Das alles haben wir nur gemeinsam geschafft, dank der Einsatzbereitschaft und der hervorragenden Leistung unserer Mitarbeiter! Ich freue mich, diese erfolgreiche Arbeit nun auch mit unseren neuen Kolleginnen und Kollegen in Nordeuropa fortzusetzen[cite: 20].
Unsere Renditekennzahlen konnten im Kontext der sehr guten Entwicklung nochmals verbessert werden und die Konzernverschuldung bewegt sich auch nach den Akquisitionen auf einem sehr konservativen Niveau. Wir nutzten das sehr gute Kapitalmarktumfeld in 2019 um unseren Finanzierung unter Berücksichtigung der Zukäufe langfristig zu sichern. Wir freuen uns sehr über das auf Bonität A angehobene Rating der Creditreform AG und bleiben damit für unsere Kunden ein grundsolider und verlässlicher Geschäftspartner[cite: 20].
Diese hervorragenden Ergebnisse sind der Beweis, dass der Zeppelin Konzern die richtige Strategie und vor allem die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Bord hat. Ich wünsche mir, dass wir mit der Übernahme der zusätzlichen Vertriebs- und Servicegebiete in Nordeuropa und den zahlreichen Produkt- und Serviceneuerungen diesen Erfolgskurs auch 2020 unter den nun neuen Voraussetzungen fortsetzen werden[cite: 20].
Erweiterung des Vertriebs- und Servicegebietes nach Nordeuropa
Zum 31. Dezember 2019 übernahm der Zeppelin Konzern die Verantwortung für den Vertrieb und Service von Caterpillar Produkten in Dänemark, Grönland und Schweden. Zusätzlich wurde der Service und Vertrieb von MaK-Motoren in Estland, Lettland, Litauen, Finnland, Island und den Färöer-Inseln auf Zeppelin übertragen. Durch diese Übernahme wuchs die Mitarbeiterzahl des Konzerns zum Jahresende 2019 auf rund 10.000. Das Unternehmen sieht durch seine Erfahrung als Caterpillar Vertriebs- und Servicepartner und logistische Synergien langfristige Wachstumspotenziale in den zusätzlichen Märkten. Die neue Einheit wurde als Strategische Geschäftseinheit „Baumaschinen Nordics“ in die Konzernstruktur integriert und wird von Volker Poßögel geleitet.
Entwicklung der Strategischen Geschäftseinheiten
Alle Strategischen Geschäftseinheiten (SGE) verzeichneten eine positive Entwicklung. Die SGE Baumaschinen EU konnte ihre führende Position in allen Märkten ausbauen und Umsatz sowie Ergebnis steigern. Dies wurde durch das wirtschaftliche Umfeld in der Bauindustrie und Verkaufserfolge auf der bauma unterstützt. Durch die gestiegene Maschinenpopulation und -auslastung konnten Servicekapazitäten optimal genutzt und Zuwächse im Servicegeschäft erzielt werden.
Die SGE Baumaschinen CIS steigerte im Geschäftsjahr 2019 Umsatz und Ergebnis. Die Weiterentwicklung des Ersatzteil- und Kundendienstgeschäftes führte zu deutlichen Zuwächsen. Das Geschäft mit Bergbaumaschinen erholte sich und trug zu einer positiven Umsatzentwicklung und einem hohen Auftragsbestand bei.
Die SGE Rental verzeichnete Wachstum in allen relevanten Märkten (Deutschland, Österreich, Tschechische Republik, Slowakische Republik) und überschritt erstmals die Umsatzmarke von 500 Millionen Euro. Durch den Erwerb der Luther Gruppe wurde die Kompetenz in der Verkehrssicherung und Verkehrstechnik gestärkt. Die Integration der 2018 akquirierten BaustellenVerkehrs-Technik GmbH wurde erfolgreich abgeschlossen.
Zum Ergebnis der SGE Power Systems trugen die Auslandsgesellschaften 2019 besonders bei, mit Auftragserfolgen im Neumotorenvertrieb in Weißrussland und der Tschechischen Republik. Der Ausbau des Servicevertriebs führte zu einer Umsatzsteigerung. Die Nachfrage nach alternativen Antrieben (Hybrid, LNG) für Schiffe sicherte Aufträge und zukünftige Umsätze aus Wartungsverträgen. Erstmals wurden Systeme zur Ballastwasserbehandlung in Schiffen platziert. Im Segment Strom- und Wärmeerzeugung, Großanlagen für Data Center und Blockheizkraftwerke (BHKWs) blieb die Nachfrage hoch und führte zum Gewinn von Großaufträgen.
In der SGE Anlagenbau wirkten sich erschwerte globale wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die Abkühlung der Konjunktur im Chemiebereich und Unsicherheiten in der Automobilindustrie dämpfend aus. Trotz geringerer Umsatzerlöse konnte die Ertragskraft verbessert werden. Der Auftragseingang wurde durch Großprojekte im Bereich der Anlagen zur Kunststoffherstellung gesteigert.
Digitalisierung
Zur Unterstützung der Strategischen Geschäftseinheiten bei Innovationen und Digitalisierung wurde das Strategische Management Center „Zeppelin Digit“ aufgebaut. Hier werden die Aktivitäten der Bereiche IT, Innovation, Digitalisierung und die bisherige SGE Z Lab zusammengeführt. Die Z Lab GmbH wird als Teil von Zeppelin Digit weiterhin digitale Geschäftsmodelle für die Bauwirtschaft und Industrie entwickeln. Das digitale Angebot für Kunden wurde 2019 weiter ausgebaut, von der Einführung einer neuen Software zum Flottenmanagement bis zur Markteinführung der Produkte zamics, klickrent und klickcheck. Diese ermöglichen es Kunden in der Bauwirtschaft, interne Prozesse zu vereinfachen oder Maschinen und Geräte auf einer unabhängigen Plattform zu mieten und zu vermieten.
Ausblick Geschäftsjahr 2020
Für 2020 wird die prognostizierte Belebung der Weltwirtschaft nicht eintreten. Neben anhaltenden Handelsstreitigkeiten und Sanktionen sowie Brexit-Unsicherheiten hat die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft in eine Krise gestürzt. Der massive Verfall des Ölpreises und die Auseinandersetzung zwischen Russland und Saudi-Arabien betreffen zudem die Kernmärkte. Trotz der schwierigen Aussichten sieht der Zeppelin Konzern Chancen für das aktuelle Geschäftsjahr. Die stabile Baukonjunktur und zusätzliche Investitionen in die öffentliche Infrastruktur in Deutschland könnten die erwarteten Umsatz- und Ertragsrückgänge durch die Corona-Pandemie und Ölpreiskrise dämpfen.
Zeppelin wird sich in den bestehenden Geschäftsbereichen auf den Erhalt der marktführenden Position konzentrieren und das Servicegeschäft weiter ausbauen. In Nordeuropa liegt der Fokus auf der Integration der neuen Gesellschaften und Vertriebsgebiete, die zukünftig Umsatzwachstum ermöglichen sollen, auch wenn zunächst Belastungsfaktoren durch die Integration erwartet werden. Neben dem Ausbau des bestehenden Portfolios an Maschinen und Serviceleistungen stehen der Aufbau des Geschäfts mit Vermietung von Kompaktmaschinen, Baugeräten und Fördertechnik sowie die Erweiterung des Standort-Netzes im Mittelpunkt. Zeppelin bekennt sich zu seinem Engagement in den eurasischen Märkten und investiert in den Neubau einer Haupt-Niederlassung in Kiew/Ukraine. Den Einflüssen der Corona-Pandemie wird Zeppelin durch kostendämpfende Maßnahmen, Kapazitätsanpassungen und eine vorsichtige Investitionspolitik begegnen.
