Die transatlantische Brücke: Eine Erfolgsgeschichte
Zeppelin und Caterpillar feierten in Essen das 60-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft. Die Veranstaltung im Colosseum Theater, einer ehemaligen Krupp Industriehalle, würdigte die langjährige Zusammenarbeit, die 1954 begann.
Die Kooperation startete in einer Zeit des Wiederaufbaus in Deutschland. Ziel war es, den Vertrieb und Service von Cat Baumaschinen und Motoren in Westdeutschland und Berlin zu etablieren. Die „Diamantene Hochzeit“ der beiden Unternehmen wurde als Symbol für die deutsch-amerikanische Freundschaft gefeiert.
Brücken bauen: Die transatlantische Verbindung
Professor Dr. Dieter Kronzucker, Gründer des heute-journals und Kenner der transatlantischen Beziehungen, beleuchtete in seinem Festvortrag die Frage „Deutschland – USA, Brücke oder Graben?“. Er hob hervor, dass Zeppelin und Caterpillar es geschafft hätten, eine Brücke zu schlagen, was er als Ausnahme betrachtete.
Kronzucker erläuterte die amerikanische Redewendung „How does it play in Peoria?“, die die Durchschnittsstimmung der US-Bevölkerung widerspiegelt. Er erinnerte an einen Bericht, den er mit Hanns Joachim Friedrichs über die Städtepartnerschaft zwischen Peoria (Firmensitz von Caterpillar) und Friedrichshafen (Firmensitz von Zeppelin) gedreht hatte. Dies geschah zu einer Zeit, als in Europa und Deutschland ein Antiamerikanismus aufkam. Ziel war es, die Möglichkeit einer engen, vertrauensvollen Bindung aufzuzeigen.
Rückblick und Ausblick: Entwicklung einer Erfolgsgeschichte
Die sechs Dekaden der Zusammenarbeit wurden auf einer großen Leinwand mit historischen Filmaufnahmen und Bildern lebendig. Caterpillar entwickelte sich vom lokalen Landmaschinenhersteller zum weltweit größten Baumaschinen- und Motorenkonzern. Zeppelin wandelte sich vom Luftschiffbauer zu einer Firmengruppe mit umfangreichen Dienstleistungen und Lösungskompetenzen in den Bereichen Baumaschinen, Miete, Motoren und Anlagenbau.
Der erste Kontakt zwischen den Unternehmen entstand 1954 auf dem Automobilsalon in Genf, wo Zeppelin einen Werkstattwagen präsentierte. Caterpillar-Vertreter erkannten das Potenzial und die Qualifikation Zeppelins, den Vertrieb und Service ihrer Produkte für den wachsenden deutschen Markt zu übernehmen, da Deutschland nach dem Krieg vor großen Wiederaufbauaufgaben stand.
Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung des Zeppelin Konzerns, betonte den Mut, mit dem die Zusammenarbeit begann. Die Stärke der Beziehung sei auch in unsicheren wirtschaftlichen und politischen Zeiten auf die Probe gestellt worden, habe aber Bestand gehabt. Er hob das Entwicklungspotenzial und die Win-Win-Situation hervor, die sich im Laufe der sechs Jahrzehnte gezeigt hätten.
Gerstmann untermauerte dies mit Zahlen: 1954 starteten sieben Mitarbeiter mit Cat Baumaschinen und Motoren und erzielten einen Umsatz von 300.000 DM. Heute erstreckt sich die Partnerschaft über zahlreiche Länder in Mittel- und Osteuropa bis nach Mittelasien. Der Zeppelin Konzern umfasst fünf strategische Geschäftseinheiten und ist mit rund 7.700 Mitarbeitern in 30 Ländern aktiv. Im Geschäftsjahr 2013 wurde ein Umsatz von gut 2,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Zeppelin ist damit die führende Vertriebs-, Service- und Vermietorganisation der Baumaschinenbranche in Europa und belegt auch innerhalb des Caterpillar Konzerns eine Spitzenposition, die 2013 mit der Auszeichnung als bester Vertriebs- und Servicepartner Europas gewürdigt wurde.
Kundenfokus und Innovation als Erfolgsfaktoren
Doug Oberhelman, CEO und Vorstandsvorsitzender von Caterpillar, bedankte sich in einer Videobotschaft beim Zeppelin Management. Er hob hervor, dass Zeppelin und Caterpillar seit 1954 eine der vertrauensvollsten Partnerschaften in der Branche aufgebaut hätten. Die früheren Vorsitzenden der Geschäftsführung, Heinz Kollmann und Ernst Susanek, hätten die Kooperation maßgeblich geprägt. Unter der Führung von Peter Gerstmann und Michael Heidemann sei Zeppelin zu einem der größten und erfolgreichsten Händler weltweit geworden. Oberhelman versicherte den Kunden, dass sie sich auch in Zukunft auf die enge Beziehung verlassen könnten.
Andreas Brand, Oberbürgermeister von Friedrichshafen und Aufsichtsratsvorsitzender des Zeppelin Konzerns, warb ebenfalls für die Fortsetzung der Partnerschaft. Er betonte, dass mit Cat Maschinen und Motoren der unternehmerische Erfolg der Kunden unterstützt werde, die das Premium-Angebot schätzten. Brand zog eine Parallele zwischen der Krupp- und der Zeppelin-Stiftung und erklärte, dass die Stiftung nicht auf kurzfristigen Unternehmenserfolg fixiert sei und sich nicht in das Tagesgeschäft einmische. Stattdessen werde eine städtische Partnerschaft zwischen Friedrichshafen und Peoria gepflegt, die von tiefem Vertrauen und Respekt geprägt sei.
Nigel Lewis, Caterpillar Vizepräsident für Vertrieb, Marketing und Service in Europa, Afrika, dem Mittleren Osten und der GUS, verglich die Geschäftsbeziehung mit einer Ehe, konkret mit der Diamantenen Hochzeit. Er betonte, dass in einer sich schnell wandelnden Welt ein zuverlässiger Partner wichtiger denn je sei. Das 60-fache Wachstum des Absatzes seit den Anfängen sei ein Beleg für den Erfolg der Zusammenarbeit. Dies sei einem starken Team von Mitarbeitern zu verdanken, die mit Leidenschaft Lösungen für Kunden anbieten und sich auf deren Bedürfnisse konzentrieren.
Lewis unterstrich, dass Zeppelin bei seinen Kunden anerkannt sei, weil das Unternehmen oft als erstes richtungsweisende Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen eingeführt und stets den Kunden in den Mittelpunkt gestellt habe. Zeppelin erziele regelmäßig die besten Werte bei der Kundenzufriedenheit unter den europäischen Caterpillar Vertriebs- und Servicepartnern. Zusammen mit Paolo Fellin, Caterpillar Vizepräsident für Vertrieb und Marketing im Geschäftsbereich Bau und Infrastruktur, überreichte er dem Zeppelin Team eine Auszeichnung für die größte Kundentreue und -loyalität in den Jahren 2011, 2012 und 2013.
Paolo Fellin bedankte sich für den Input von Zeppelin, der sich im Design, der Konstruktion und der Leistung der Maschinen und Motoren widerspiegele. Die Performance der heutigen Maschinengeneration gehe zu einem großen Teil auf die Partner und damit auf die Wünsche der Kunden zurück. Peter Gerstmann ergänzte, dass der Fokus auf den Kunden der Grundstein des Erfolgs sei. Zeppelin fungiere als Bindeglied zwischen Kunde und Hersteller und liefere Impulse bei Innovationen in Technik und Design. Ziel sei es, Caterpillar und Zeppelin zum bevorzugten Partner zu machen.
Michael Heidemann, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung des Zeppelin Konzerns und Chef der Zeppelin Baumaschinen GmbH, erläuterte, wie flexibel große Unternehmen auf Marktanforderungen reagieren können. Technische Änderungen flössen nicht erst bei der Entwicklung der nächsten Maschinengeneration ein, sondern würden kurzfristig umgesetzt. Er verglich die Geschäftsbeziehung mit einer engen Freundschaft, die eine offene Gesprächskultur und das Aushalten unterschiedlicher Meinungen umfasse. Eine wirkungsvolle Partnerschaft erfordere Verlässlichkeit und eine gewisse Abhängigkeit. Caterpillar übertrage den wichtigsten Teil seines Geschäfts, die Kundenbeziehung, auf unabhängige Partner wie Zeppelin, was Heidemann als Erfolgsgeheimnis bezeichnete. Diese Botschaft aus Essen soll auch für die nächsten 60 Jahre Bestand haben.

