Verbände und Organisationen

Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse diskutieren Krisenmanagement im Klimawandel

Führungskräfte Forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse trafen sich zum Bundeskongress in Wernigerode. Sie diskutierten Krisenmanagement im Klimawandel und forderten schnelle Hilfen für Waldbesitzer. Die De-minimis-Regelung erschwert die Verteilung der Fördergelder.

Krisenmanagement und Hilfsmaßnahmen im Fokus

Der 17. Bundeskongress für Führungskräfte Forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse fand vom 5. bis 7. November in Wernigerode statt. Unter dem Motto „Wald im Klimawandel – Wie geht es weiter?“ befassten sich über 120 Führungskräfte aus ganz Deutschland mit der aktuellen Situation in den Wäldern.

Josef Ziegler, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes und Vorsitzender des Ausschusses für überbetriebliche Zusammenarbeit, hob die gravierenden Schäden hervor, die durch trockene Sommer und Schädlingsbefall in den Wäldern der Zusammenschlüsse entstanden sind. Das hohe Schadholzaufkommen, niedrige Holzpreise und ein übersättigter Holzmarkt hätten viele Waldbewirtschafter in eine existenzielle Krise geführt.

Der Bundeskongress konzentrierte sich in seinen Arbeitskreisen auf Risikoanalyse, Krisenmanagement und die öffentliche Wahrnehmung der Klimaschutzleistung bewirtschafteter Wälder. Eine zentrale Forderung war die schnelle Auszahlung der von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zugesicherten finanziellen Hilfen, insbesondere für die Wiederbewaldung.

Die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse sind wichtig, damit die staatlichen Hilfen zu den betroffenen Waldbesitzern kommen.

Viele Kleinprivatwaldbesitzer sind darauf angewiesen, dass finanzielle Hilfen über Sammelanträge der Zusammenschlüsse verteilt werden. Ziegler wies auf ein Hindernis hin: Die De-minimis-Regelung deckelt die Förderung der Zusammenschlüsse, wodurch die Bund-Länder-Hilfen in den Hauptschadensgebieten nicht in vollem Umfang wirksam werden können.

Diese Deckelung muss abgeschafft werden, damit auch die Kleinprivatwälder eine bestmögliche Unterstützung erhalten.

Zudem forderte Ziegler, den Beitrag der nachhaltigen Forstwirtschaft zum Klimaschutz stärker hervorzuheben. Er betonte, dass die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder in Öffentlichkeit und Politik angekommen seien. Nun müsse die klimaschützende Leistung des nachhaltigen Wirtschaftens in den Wäldern anerkannt und honoriert werden.

Die Rolle Forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse für Kleinwaldbesitzer

In Deutschland gibt es laut Bundeslandwirtschaftsministerium rund 3600 Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, in denen etwa 430.000 Waldbesitzer organisiert sind. Für Waldeigentümer mit kleinen Flächen sind diese Zusammenschlüsse eine wichtige Voraussetzung, um Unterstützung bei der Waldpflege zu erhalten – von der Holzernte über die Neupflanzung bis zum Wegebau.

Durch die Bündelung von Ressourcen und die Zusammenlegung von Produktionsflächen können die Zusammenschlüsse Waldeigentümern Beratung und Dienstleistungen anbieten. Dies ermöglicht die nachhaltige Waldbewirtschaftung auch auf kleinen Waldflächen.

08.11.2019

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