Erfolge für die Forstwirtschaft in der EU-Agrarpolitik
Die zentralen Anliegen der Waldeigentümer sind in die Reform der europäischen Agrarpolitik (GAP) eingeflossen. Dies erklärte Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW - Die Waldeigentümer und Vizepräsident des europäischen Waldbesitzerverbandes CEPF, nach der Entschließung des EU-Parlaments zur GAP-Reform. Er sieht darin ein wichtiges Signal zur Bewältigung der Herausforderungen, insbesondere für den Kleinprivatwald.
Das europäische Parlament hat kürzlich die wesentlichen Ziele für die Reform der gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 formuliert. Grundlage dafür war der Bericht über die „Ernährung und Landwirtschaft der Zukunft“ des Abgeordneten Herbert Dorfmann, der mit großer Mehrheit verabschiedet wurde. Zu Guttenberg betonte, dass die Anliegen von Forstwirtschaft und Waldeigentümern im ersten Entwurf keine Rolle gespielt hätten.
Dank unserer Bemühungen und dank des Engagements unserer europäischen Partner werden jetzt wesentliche Punkte genannt.
Der Dorfmann-Bericht hebt die Rolle der Waldbesitzerverbände bei der Umsetzung der multifunktionalen Forstwirtschaft, beim Innovationstransfer sowie für die Aus- und Weiterbildung von Kleinprivatwaldbesitzern hervor. Er fordert die Kommission auf, Innovation, Forschung und Modernisierung in der Forstwirtschaft zu gewährleisten. Hierfür müssten Beratungen und Weiterbildungen auf die Bedürfnisse der Waldbewirtschafter zugeschnitten werden.
Aus deutscher Perspektive ist dieser Punkt von Bedeutung, da der Kleinprivatwald vor Strukturveränderungen steht. Die entsprechenden Fördertatbestände müssen nun in den staatlichen Beihilferahmen aufgenommen werden. Dazu zählen Aufstockungen bei der De-minimis-Regelung und Änderungen bei den Bereichsausnahmeregelungen.
Der AGDW-Präsident forderte die Bundesregierung auf, die Weichen für die Zukunftsfähigkeit des Kleinprivatwaldes zu stellen. Die Anliegen der Waldeigentümer und der nachhaltigen Forstwirtschaft ziehen sich durch den Dorfmann-Bericht.
Der Bericht unterstreicht den Beitrag der Waldeigentümer zu Klimaschutz, Biodiversität und Bioökonomie sowie zur Belebung des ländlichen Raumes. Er fordert Kommission und Mitgliedstaaten auf, die notwendige Unterstützung für die Land- und Forstwirtschaft bereitzustellen, um einen stärkeren Beitrag zur Bioökonomie in der EU zu leisten.
Unser Einsatz auf EU-Ebene zeigt Wirkung. Das EU-Parlament hat das große Potenzial unserer nachhaltigen und multifunktionalen Forstwirtschaft bei der Erschließung neuer Märkte im Rahmen der Bioökonomie erkannt.
Für die Waldeigentümer in Deutschland ist die Anerkennung der Kompetenzen jedes Mitgliedstaates wichtig. Die GAP soll auf gemeinsamen Zielen und Regeln basieren, aber den einzelnen EU-Mitgliedern die Konzeption eigener nationaler Strategien ermöglichen.
Es wird nicht alles minutiös geregelt. Angesichts der unterschiedlichen Bedingungen in den jeweiligen Ländern werden Flexibilität und Spielräume benötigt.
Zudem begrüßt der Präsident die Forderung, dass die Waldeigentümer in alle Phasen der Politikentwicklung angemessen einbezogen werden müssen.
Eine Stärkung des ländlichen Raumes wird es nur mit und nicht gegen die Landnutzer geben.
