Baumaschinen und Baugeräte

Dieselelektrischer Antrieb im GaLaBau: Effizienz und Nachhaltigkeit im Materialumschlag

Die Raab Dienstleistungen und Transporte GmbH setzt auf innovative Antriebstechnologien, um den Materialumschlag von Eisensilikaten effizienter zu gestalten. Ein neuer Cat Radlader 988K XE mit dieselelektrischem Antrieb soll den Dieselverbrauch und die Energiekosten erheblich senken.

Innovative Antriebstechnologien für den Materialumschlag

Die Raab Dienstleistungen und Transporte GmbH, Teil der Manzke-Firmengruppe, setzt bei der Bewältigung des Materialumschlags von Eisensilikaten auf innovative Antriebstechnologien. Seit 2020 verantwortet das Unternehmen den werksinternen Umschlag von Industriesteinen und -granulaten für die Peute Baustoff GmbH, einer Tochtergesellschaft der Aurubis GmbH in Hamburg. Angesichts des hohen Energiebedarfs in der Produktion und Weiterverarbeitung dieser Materialien, die unter anderem als Zement- und Schwerbetonzuschlag, Sandstrahlmittel oder Korrosionsschutz dienen, rückt die Effizienz des Maschineneinsatzes in den Fokus.

Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist der neue Cat Radlader 988K XE mit dieselelektrischem Antrieb, der kürzlich zusammen mit einem Cat 980M in Betrieb genommen wurde. Die Entscheidung für diese Technologie zielt darauf ab, den Dieselverbrauch und somit die Energiekosten zu senken.

Technologie und Vorteile des dieselelektrischen Antriebs

Im Cat 988K XE treibt ein Cat C18 Acert-Dieselmotor mit Stufe-IV-Abgasreinigungstechnik direkt einen geschalteten Reluktanz-Generator an. Dieser Generator versorgt einen Elektromotor, der über eine Welle den konventionellen Antriebsstrang beider Achsen antreibt. Die Arbeitshydraulik wird weiterhin mechanisch angetrieben und elektrohydraulisch vorgesteuert. Der Elektromotor, ebenfalls ein geschalteter Reluktanz-Motor, zeichnet sich durch einen einfachen technischen Aufbau, hohen Wirkungsgrad und präzise Regelbarkeit aus.

Durch die konstante Arbeitsweise des Dieselmotors im optimalen Betriebspunkt und den Wegfall von Getriebe- und Wandlerverlusten reduziert sich der Kraftstoffverbrauch im Vergleich zu konventionell angetriebenen Radladern erheblich. Der 988K XE verbessert die Gesamteffizienz bei der Beladung um 25 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell 988K. Dies führt nicht nur zu Kosteneinsparungen, sondern trägt auch zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und zur Verbesserung der CO2-Bilanz bei.

Für Raab Dienstleistungen und Transporte, spezialisiert auf Umschlagleistungen und die Logistik von Schüttgütern in Großmengen, bietet der neue Antrieb weitere praktische Vorteile. Das hohe Drehmoment des Elektromotors ermöglicht eine kraftvolle Beschleunigung bereits beim Anlauf. Richtungswechsel erfolgen ruckfrei und komfortabel, was die Laufruhe der Maschine erhöht und Gangwechsel über den gesamten Geschwindigkeitsbereich überflüssig macht.

Einsatzbereiche und Anforderungen

Der Cat 988K XE ist für klassische Verladetätigkeiten von Lkw und Schiffen konzipiert. Er muss täglich 50 Lkw mit Eisensilikat-Gestein oder -Granulat beladen, wobei das zulässige Ladegewicht der Sattelzugmaschinen innerhalb von zwei Ladespielen erreicht werden muss. Darüber hinaus ist die Maschine für das Aufhalden von Material und das Befahren von 20 Meter hohen Rampen vorgesehen. Diese Aufgaben werden tagsüber erledigt.

Der neue Cat 980 übernimmt die Nachtschicht, belädt Sattelzüge und beschickt Brecher- sowie Siebanlagen. Die abrasiven Eigenschaften von Eisensilikat stellen hohe Anforderungen an die Geräte. Trotz des Einsatzes von hartem Stahl wird die 4,5 Kubikmeter große Schaufel voraussichtlich nach einem Jahr aufgearbeitet werden müssen, wie Projektleiter Jost Sentker von der Manzke-Gruppe prognostiziert.

Service und Flottenmanagement

Um den hohen Beanspruchungen entgegenzuwirken und die Betriebssicherheit zu gewährleisten, hat Geschäftsführer Felix-B. Manzke für die Cat Geräte einen Full-Service-Vertrag abgeschlossen. Dieser umfasst einen Rundum-Service, der eine präzise Kostenkalkulation durch feste Stundensätze ermöglicht und ungeplante Ausfälle minimiert. Zusätzlich wurde das Flottenmanagement Product Link aktiviert. Über die Software VisionLink werden die Verbrauchswerte der eingesetzten Baumaschinen detailliert ausgewertet, um weitere Optimierungspotenziale zu identifizieren.

„Was wir mit der neuen Antriebstechnik erzielen, wird die Praxis zeigen. Hier müssen wir die nächsten Wochen Erfahrungen sammeln“, so Jost Sentker.

Nachhaltigkeitsstrategie der Manzke-Gruppe

Der Cat 988K XE ist nicht die einzige Baumaschine der Unternehmensgruppe, die auf alternative Antriebe setzt. In der Abbruch- und Recyclingsparte kommen bereits Cat Radlader 966M XE und 972M XE zum Einsatz, deren Maschinenkonzept auf einem leistungsverzweigten, stufenlosen Getriebe basiert, das die Vorteile mechanischer und hydrostatischer Antriebe kombiniert.

„Damit ist der Anfang gemacht. Wir werden in Zukunft unseren Maschinenpark weiter verjüngen und dann verstärkt auf alternative Antriebe setzen“, kündigt Jost Sentker an.

Der Nachhaltigkeitsgedanke spielt in allen Bereichen der Manzke-Gruppe eine elementare Rolle. Im Jahr 2020 erhielt das Unternehmen als eines der ersten mittelständischen Unternehmen das CSC-Nachhaltigkeitszertifikat (Concrete Sustainability Council) in Silber für die Sparte Transportbeton. Dieses Gütesiegel bewertet die Kategorien Ökonomie, Ökologie, Soziales und Management und bestätigt das kontinuierliche Engagement für eine nachhaltige Betonproduktion und den verantwortungsbewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen.

„Wir sind stolz darauf, die anspruchsvollen Kriterien zu erfüllen und als eines der ersten mittelständischen Transportbetonunternehmen in Deutschland das CSC-Siegel zu erhalten“, äußert sich Geschäftsführer Felix-B. Manzke. Er versprach, die betrieblichen Abläufe auch in den kommenden Jahren unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit zu optimieren.

Die mittelständische Unternehmensgruppe ist mit über 650 Mitarbeitern an mehr als 45 Standorten in Norddeutschland vertreten. Die Gewinnung, Verarbeitung und Logistik von natürlichen Baustoffen bildet seit 1952 das Kerngeschäft.

01.09.2020

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