Alternative Energiekonzepte gewinnen im Unterglasanbau an Bedeutung
Angesichts steigender Energiepreise und unsicherer Versorgungslagen rückt die Energiefrage im Gartenbau zunehmend in den Fokus. Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) hat gemeinsam mit Energieberatern verschiedene alternative Energieträger analysiert und deren Potenziale sowie Herausforderungen für die Praxis bewertet.
Hoher Energiebedarf im Unterglasanbau
Im Unterglasanbau werden in Deutschland Jungpflanzen, Gemüse, Pilze und Zierpflanzen produziert. Je nach Kultur ist der Energiebedarf erheblich, insbesondere für Heizung und Klimatisierung von Gewächshäusern.
Vor diesem Hintergrund sind Betriebe gefordert, ihre Anlagen energieeffizienter zu betreiben und gleichzeitig neue Versorgungskonzepte zu entwickeln. Neben der Optimierung bestehender Systeme gewinnt der Einsatz alternativer Energieträger zunehmend an Bedeutung.
Alternative Energieträger im Überblick
Als mögliche Optionen stehen verschiedene Technologien zur Verfügung, die je nach Betriebsstruktur und Standort unterschiedliche Vorteile bieten.
- Hackschnitzel und Holzpellets als regenerative Brennstoffe
- Blockheizkraftwerke zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung
- Nutzung von Abwärme aus industriellen Prozessen
Ein Umstieg auf diese Systeme ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die Investition wirtschaftlich tragfähig ist, die Technik als ausgereift gilt und die Standortbedingungen passen. Auch die langfristige Verfügbarkeit der Energieträger spielt eine entscheidende Rolle.
Wärmepumpen hingegen sind derzeit im produzierenden Gartenbau nur eingeschränkt einsetzbar und kommen vor allem in speziellen Einzelfällen infrage.
Investitionen erfordern Planungssicherheit
Die Umstellung auf alternative Energiekonzepte ist in der Regel mit hohen Investitionskosten verbunden. Für viele Betriebe ist daher entscheidend, dass verlässliche politische Rahmenbedingungen und langfristige Planungssicherheit gegeben sind.
Nur unter diesen Voraussetzungen lassen sich notwendige Modernisierungen wirtschaftlich umsetzen und Risiken kalkulieren.
Förderprogramme als zentraler Hebel
Unabhängig vom Energieträger besteht ein starkes wirtschaftliches Interesse daran, den Energieverbrauch insgesamt zu senken und die Effizienz der Gewächshäuser zu steigern. Dieser Transformationsprozess erfordert jedoch gezielte Unterstützung.
Der ZVG spricht sich daher dafür aus, bestehende Förderinstrumente wie das Bundesprogramm Energieeffizienz wieder zu öffnen und mit ausreichenden Mitteln auszustatten. Nur so kann der politisch angestrebte Wandel hin zu einer nachhaltigeren Energieversorgung im Gartenbau beschleunigt werden.
