Wettbewerbe und Jubiläen

Familienbetrieb Jeutter feiert gleich zwei Firmenjubiläen

Der GaLaBau-Betrieb Jeutter aus Göppingen feiert gleich zwei Jubiläen: 110 Jahre seit der Gründung der Gärtnerei und 80 Jahre Landschaftsbau. Der Familienbetrieb verbindet Tradition mit naturnaher Gestaltung und Engagement für Biodiversität.

GaLaBau-Betrieb Jeutter verbindet Tradition, Biodiversität und soziales Engagement

Der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Jeutter in Göppingen blickt auf eine außergewöhnliche Unternehmensgeschichte zurück. Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten wurde deutlich, dass der Betrieb gleich zwei bedeutende Meilensteine erreicht hat: 110 Jahre seit der Gründung der ursprünglichen Gärtnerei sowie 80 Jahre seit der Gründung der Landschafts- und Friedhofsgärtnerei.

Bereits 1907 legte Urgroßvater Karl Christof Jeutter mit der Gründung einer Gärtnerei den Grundstein für das heutige Unternehmen. Die Entdeckung dieses Jubiläums erfolgte allerdings erst nach der Planung des Festakts zum 80-jährigen Firmenbestehen der Landschafts- und Friedhofsgärtnerei.

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg würdigte beim Festakt Nicole und Johannes Martin Jeutter persönlich für die erfolgreiche Weiterführung des Familienbetriebs in vierter Generation.

Tradition und Umweltbewusstsein seit Generationen

Die Verbindung von Ökologie und Wirtschaftlichkeit prägt das Unternehmen seit seinen Anfängen. Am 5. Juli 1937 gründete Karl Theophil Jeutter in Göppingen eine Landschafts- und Friedhofsgärtnerei – zu einer Zeit, als der Garten- und Landschaftsbau noch eine vergleichsweise junge Sparte innerhalb des Gartenbaus war.

Unter Karl Ulrich und Inge Jeutter entwickelte sich der Betrieb weiter. Neben dem Landschaftsbau wurde eine Staudengärtnerei aufgebaut. Gleichzeitig engagierte sich Karl Ulrich Jeutter als Kreisgärtnermeister früh für Umwelt- und Naturschutz.

Seit 1999 führen Nicole und Johannes Martin Jeutter das Unternehmen. Ein Schwerpunkt liegt auf der naturnahen Gestaltung von Gärten und Firmengeländen.

„Gerade bei den Gewerbegebieten sehen wir ein wirklich riesiges Potenzial, für die Umwelt etwas zu bewegen und die Biodiversität zu stärken“, erklärt Johannes Martin Jeutter.

Der Unternehmer setzt sich dafür ein, dass Firmengelände stärker als ökologische Lebensräume gestaltet werden. Ziel ist es, die biologische Vielfalt zu fördern und gleichzeitig attraktive Außenanlagen zu schaffen.

Naturnahe Gestaltung von Gewerbeflächen

Besonders Gewerbegebiete bieten nach Ansicht des Unternehmens großes Potenzial für mehr Artenvielfalt. Da diese Flächen meist wenig von Erholungssuchenden genutzt werden, können hier ungestörte Lebensräume für Pflanzen und Tiere entstehen.

Naturnahe Gestaltungskonzepte setzen unter anderem auf extensive Pflege und vielfältige Pflanzungen.

  • Blumenwiesen aus Wildkräutern und Gräsern zur Förderung der Artenvielfalt
  • Streuobstwiesen mit alten Obstsorten als Lebensraum für Tiere
  • Wasserflächen und naturnahe Teiche für Amphibien
  • Reduzierung versiegelter Flächen durch wassergebundene Decken

Solche Lösungen sind häufig kostengünstiger als konventionelle Gestaltungen und verbessern zugleich das Mikroklima sowie das Erscheinungsbild von Gewerbegebieten. Gleichzeitig können Unternehmen durch naturnahe Außenanlagen ihr ökologisches Engagement sichtbar machen.

Soziales Engagement als Teil der Unternehmenskultur

Neben ökologischen Themen spielt auch gesellschaftliches Engagement eine wichtige Rolle im Unternehmen. Der Betrieb bietet regelmäßig sozial benachteiligten Menschen eine berufliche Perspektive und beschäftigt derzeit auch Geflüchtete aus Gambia und Nigeria.

„Mut zeichnet sich aus: Wir gehen sehr offen mit sozial schwächeren Menschen und mit der Flüchtlingsproblematik um. Und wir bekommen für unseren Mut sehr viel zurück: Dankbarkeit, Zuspruch, Anerkennung und Wertschätzung“, so Jeutter.

Dieses Engagement wurde auch von Staatssekretärin Gurr-Hirsch hervorgehoben, die den Betrieb als Vorbild für die Branche bezeichnete. Familienunternehmen wie der Betrieb Jeutter seien prägende Elemente der sozialen Marktwirtschaft.

Frühlingsfest mit vielfältigem Programm

Im Anschluss an den offiziellen Festakt veranstaltete das Unternehmen ein zweitägiges Frühlingsfest auf dem Gärtnerhof. Besucher konnten sich über verschiedene Themen rund um den Garten- und Landschaftsbau informieren.

Zum Programm gehörten unter anderem Beratungen zur Rasenpflege, Bodenanalysen, eine Schaubaustelle sowie Vorträge über Küchenkräuter, essbare Wildpflanzen und biologischen Pflanzenschutz.

Auch Führungen über das Betriebsgelände, einschließlich eines angelegten Wildobstpfads, stießen auf großes Interesse. Ergänzt wurde das Angebot durch Pflanzenverkauf, Gartenaccessoires sowie ein musikalisches Rahmenprogramm.

Blick in die nächste Generation

Die Zukunft des Familienbetriebs scheint gesichert: Sohn Jacob absolviert bereits eine Ausbildung im Unternehmen, und auch weitere Familienmitglieder interessieren sich für den Garten- und Landschaftsbau. Damit stehen die Chancen gut, dass die Erfolgsgeschichte des Betriebs auch in der fünften Generation fortgesetzt wird.

18.05.2017

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