Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Der Wunsch nach physischer und psychischer Gesundheit findet sich fast auf jeder Glückwunschkarte - und das zu Recht. Für die Gesunderhaltung ist körperliche Aktivität ein wichtiger Faktor, denn regelmäßige Bewegung hält fit und steigert das Wohlbefinden, minimiert Risikofaktoren und kann sogar Krankheiten vorbeugen. Nicht von ungefähr weiß jedes Kind, dass Sport gesund ist, und wer heute was auf sich hält, macht Sport. Trotzdem fällt es vielen Menschen schwer, Sport und Bewegung in ihren Tagesablauf einzubauen. Ein Grund dafür ist oft der fehlende Zugang zu Sportmöglichkeiten.

Grünflächen und Parkanlagen als freizugängige grüne Fitnessstudios in den Städten sollten als wichtiger Bestandteil für das städtische Sportangebot mehr Anerkennung finden. Attraktive Grünräume in und nahe am urbanen Leben dienen als Treffpunkt für Spiel und Sport, gleichzeitig dienen Parkanlagen als Orte der Begegnung für Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen. (Foto: BGL)

„Nicht die Unlust an Bewegung hält viele Menschen vom Sport ab, sondern der fehlende Zugang und die unzureichenden Möglichkeiten zu sportlicher Aktivität. Grünflächen und Parkanlagen als freizugängige grüne Fitnessstudios in den Städten sollten deshalb als wichtiger Bestandteil für das städtische Sportangebot mehr Anerkennung finden“, erklärt BGL-Präsident August Forster. Attraktive Grünräume in und nahe am urbanen Leben dienen als Treffpunkt für Spiel und Sport, gleichzeitig dienen Parkanlagen als Orte der Begegnung für Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen. “Damit leisten städtische Grünflächen indirekt einen wichtigen Beitrag zur Integration“, fügt Forster an.

Aber nicht nur die Verantwortlichen in den Städten und Kommunen können durch eine moderne und nachhaltige Grünflächenplanung und-pflege für mehr Sportmöglichkeiten und damit für mehr Lebensqualität in der Stadt sorgen - auch Unternehmen können über betriebliches Gesundheitsmanagement in Form von gewerblichen Grünanlage oder Parks nachhaltige Gesundheitsprävention betreiben. „Anstelle eines Salatbuffets in der Kantine oder eines Zuschusses für ein Sportcenter sollten Arbeitgeber überlegen, ob es sich nicht lohnen würde, in ein eigenes grünes Fitnessstudio auf dem Unternehmensgelände zu investieren. Gerade in der heutigen Berufswelt, in der sich vor allem die Technik bewegt, die Menschen hingegen immer weniger, ist es wichtig, für Bewegungsangebote zu sorgen - hier haben auch die Arbeitgeber eine Verantwortung gegenüber dem Arbeitnehmern“, erläutert Forster. Der Bedarf an solchen Freiräumen in der Stadt für Spiel, Sport und Spaß wird in Zukunft weiter wachsen. Gewerbliche Parkanlagen können das öffentliche Angebot an Stadtgrün erweitern und als zusätzliche Freizeitanlagen genutzt werden. Besonders eignen sich grüne Außenanlagen auf Dächern von Gewerbegebäuden.

„Diese grünen Firmen-Firnessstudios sind aufgrund des Platzmangels in den Städten eine echte Alternative und sollten deshalb viel mehr in die Planung mit einbezogen werden“, fordert August Forster, der in diesem Zusammenhang auch auf die Charta Zukunft Stadt und Grün verweist, die mittlerweile von über 30 Verbänden, Institutionen und Unternehmen getragen wird und sich im Handlungsfeld 2 u.a. für einen Ausbau der Förderung der Gesundheit durch mehr begrünte Stadt- und Spielplätze einsetzt.

Mut, Inspiration und Orientierung sind bei der Planung von Grünflächen notwendig

Ins Leben gerufen hat die Charta Zukunft Stadt und Grün der Bundesverband für den Garten- und Landschaftsbau e.V.. Ziel der Charta ist es, den Nutzen und den Mehrwert von Stadtgrün gegenüber der Politik und Gesellschaft hervorzuheben. Gerade im Bereich der Gesundheitsprävention bietet Stadtgrün in Form von Grünflächen und Parkanlagen vielfältige Lösungsmöglichkeiten. „Die positive Wirkung von Stadtgrün unterstreicht eindrucksvoll den Nutzen von Grünflächen im Bereich der Gesundheitsvorsorge. Sie bieten gleichzeitig die Chance Stadtentwicklung mit nachhaltiger Planung von Grünflächen in dichtbesiedelten Gebieten zu etablieren und damit die Lebensqualität in den Städten zu sichern“, so Forster.

Innovative Lösungen und Maßnahmen - gerade von den Kommunen und Stadtplanern sind hier gefragt. Damit Grün zu einem unverzichtbaren Bestandteil für eine moderne Infrastruktur im urbanen Raum wird, müssen grüne Technologien und grünes Expertenwissen bei der Planung und Pflege von Grünanlagen stärker berücksichtigt werden. „Eine nachhaltige grüne und damit gesunde Stadtentwicklung ist heutzutage eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es gilt vielmehr Faktoren in der nachhaltigen Stadtentwicklung zu beachten als in der Vergangenheit. Das erfordert mehr Praxisorientierung und Flexibilität von Planern und Entscheidungsträgern“, so BGL-Präsident August Forster.

 

 Links zu diesem Thema:

Empfohlen für Sie: