Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Handwerkersuche im Netz bei Hamburgern und Berlinern hoch im Kurs

MyHammer-Analyse: Bundesweit mehr als 500.000 Online-Ausschreibungen ausgewertet - Nachfrage regional sehr unterschiedlich - Westdeutsche suchen deutlich häufiger online nach dem passenden Profi.

Ausschreibungsquote nach Bundesländern (Quelle: My Hammer)

Die Deutschen verbringen immer mehr Zeit im Internet. Während die durchschnittliche Nutzungsintensität laut der ARD/ZDF-Onlinestudie 2015 bei 108 Minuten am Tag liegt, sind Besitzer von mobilen Endgeräten täglich sogar 158 Minuten im Netz unterwegs. Neben dem persönlichen Austausch mit anderen und dem Lesen von Artikeln und Berichten nutzen mehr als drei Viertel aller Befragten das Internet mindestens einmal wöchentlich gezielt zur Informationssuche. Dabei gehören Dienstleistungen rund um den Haushalt zu den großen Trendthemen.

Vor diesem Hintergrund hat Deutschlands größtes Handwerkerportal MyHammer die aktuellen Entwicklungen rund um die Handwerkersuche im Netz analysiert und ermittelt, in welchen Regionen das Internet am häufigsten genutzt wird, um den passenden Profi zu finden.

Ergebnis: In Hamburg und Berlin ist die Onlinesuche nach Handwerkern besonders verbreitet. Die Bundesländer Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern rangieren dagegen wie im Vorjah am Ende des Vergleichs.

Im Rahmen der Untersuchung haben die Experten von MyHammer mehr als eine halbe Million Ausschreibungen von Verbrauchern analysiert, die 2015 auf dem Portal eingestellt wurden. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die eingestellten Aufträge nach Regionen sortiert und ins Verhältnis zu den gemeldeten Haushalten gesetzt.

Online-Handwerkersuche in Westdeutschland wesentlich verbreiteter

Für die Handwerkersuche nutzen Verbraucher in Hamburg besonders häufig das Internet. So lagen die Hansestädter bei den Ausschreibungen im vergangenen Jahr mehr als 72 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Auch in der Bundeshauptstadt Berlin ist die gemessene Ausschreibungsquote rund 57 Prozent höher als im Rest der Republik. Überdurchschnittlich hoch ist die Nachfrage nach Fachkräften aus dem Netz zudem in Hessen (+20 Prozent), Nordrhein-Westfalen (+15 Prozent) und Brandenburg (+14 Prozent).

Grafik Online-Handwerkersuche im bundesdeutschen Vergleich: siehe 3. Link

In Thüringen (-58 Prozent) hingegen ist die Onlinesuche nach Handwerkern, gemessen an den Haushalten, deutlich weniger verbreitet. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, und Sachsen (-46 bis -40 Prozent). Mit Ausnahme Berlins und hauptstadtnah gelegenen Teilen Brandenburgs werden in Ostdeutschland nach wie vor nur halb so oft Handwerkeraufträge über das Internet ausgeschrieben wie in Westdeutschland.

„Insbesondere in den westdeutschen Ballungsräumen ist die Nachfrage nach Handwerksleistungen aus dem Netz spürbar gestiegen – allein im letzten Jahr um teilweise 15 bis 20 Prozent“, erklärt Claudia Frese, Vorstandsvorsitzende der MyHammer AG. „Auch im Großraum Berlin können wir ein leichtes Plus bei den Ausschreibungen verzeichnen. Allerdings haben andere Regionen in der jüngeren Vergangenheit erheblich aufgeholt. Weite Teile Ostdeutschlands – gerade die als strukturschwach geltenden Regionen in der Fläche – fallen dagegen noch immer relativ deutlich ab. Für die sinnvolle Nutzung von Dienstleistungen aus dem Internet ist eine ausreichende Breitbandversorgung von entscheidender Bedeutung. Dort wo sie nicht in zufriedenstellendem Maße gegeben ist, kann sich auch keine Nachfrage entwickeln“, so Frese.

Maler und Umzugsprofis besonders häufig nachgefragt

Mit Blick auf die einzelnen Berufsgruppen und Tätigkeitsfelder standen Maler und Lackierer bei den Auftraggebern im letzten Jahr besonders hoch im Kurs. Rund 11,6 Prozent aller ausgewerteten MyHammer-Ausschreibungen lassen sich dieser Kategorie zuordnen. Ähnlich hoch, mit ebenfalls 11,6 Prozent Anteil, ist die Nachfrage nach Umzugs- und Transportunternehmen. Einen großen Bedarf an professionellen Helfern aus dem Netz gibt es auch in den Bereichen „Garten- & Landschaftsarbeiten (8,3 Prozent), „Sanitär, Heizung, Klima“ (8,0 Prozent), „Elektrikarbeiten“ (5,3 Prozent) und „Fliesenleger“ (5,0 Prozent).

* Alle Zahlen zur aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie können online abgerufen werden.