Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Der Erwerbsgartenbau der Länder Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern führte am 25. Februar seinen 9. Norddeutschen Gartenbau in Rendsburg (S-H) durch und stellte dabei die neue Imagekampagne für Blumen und Pflanzen sowie aktuelle Forderungen des Berufsstandes in den Mittelpunkt.

Vizepräsident Andreas Kröger, Hamburg, (links) wurde einstimmig für die zweite Amtsperiode wiedergewählt. Dazu gratulierte ihm GVN-Präsident Andreas Lohff (re.).

ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer zeigt eindrucksvoll die engagierte Arbeit des ZVG für den deutschen Gartenbau in Berlin, Bonn und Brüssel auf. (Fotos: GVN, Dr. Frank Schoppa)

Vizepräsident Andreas Kröger im Amt bestätigt

Die Mitglieder bestätigten Andreas Kröger, Hamburg, einstimmig im Amt des GVN-Vizepräsidenten. Kröger ist Inhaber eines Zierpflanzenbaubetriebes in den Hamburger Vier- und Marschlanden und zugleich Präsident der Landwirtschaftskammer Hamburg sowie GVN-Landespräsident Hamburg. Es ist Krögers zweite Amtszeit im nördlichsten Gartenbau-Landesverband (Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern mit rund 400 Mitgliedsbetrieben).

„Natürlich schöne Augenblicke – weil es die Gärtner gibt!“

Andreas Lohff, Präsident des Gartenbauverbandes Nord e.V.
Lohff formulierte in seiner Ansprache vor rund 100 Mitgliedern und Gästen, Eckpunkte einer Gartenbaupolitik als Agenda des grünen Berufsstandes:

  • Wertschätzung der gärtnerischen Produkte und Dienstleistungen
    Ohne Gärtner, ohne Gartenbau geht das Wissen um die Pflanze und deren Auswirkung auf das Wohlbefinden der Menschen verloren. Gesunde Ernährung mit frischem Obst und Gemüse
  • Gärtnerische Bildung für Kinder
    Natur- und Umweltbildung verlangen Lernorte, die die Begegnung mit der Natur erlebbar machen und praktische Kompetenzen vermitteln. Der Schul- und Kita- Garten ist ein solcher Lernort zur Förderung von Bildung und nachhaltiger Entwicklung.
  • Pflanzenschutz
    Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln steht unter starker gesellschaftlicher Kritik. Die Notwendigkeit eines nachhaltigen Pflanzenschutzes muss weiter diskutiert und mit Unterstützung der gesamten Branche kommuniziert werden
  • Stadtgrün
    Erhaltung der ausgewogenen Entwicklung von bestehenden Grünflächen in den Kommunen durch die Erarbeitung von fundierten Pflegekonzepten. Erhalt der Friedhofskultur, Friedhöfe als Orte der Bestattung öffnen für vielfältige Bestattungsformen.
  • Grüne Welle nicht nur auf der Straße
    Das Wort Grün und Begriffe wie Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein mit Gartenbau und Gärtner verknüpfen und Einbindung in die Entscheidungsprozesse von Politik und Verwaltung. Der Gärtner ist einer der ältesten Berufsstände der die Zusammenhänge der Natur versteht, aufgreift und für den Menschen nutzbar macht.

Lohff: „Der Gartenbau ist kein Wirtschaftszweig, in dem man sich leicht entmutigen lässt. Dies haben wir immer wieder unter Beweis gestellt. So werden wir als Verband auch in Zukunft, mutig und nach vorne gehend, handeln. Machen wir uns deshalb gemeinsam auf den Weg und nutzen die Themen als Chance für unseren Berufsstand, als Chance für unsere Betriebe und damit letztendlich als Chance für uns. Wir sind nicht nur die Gründenker sondern auch die Grünmacher.“

Ehrung der erfolgreichen Aussteller auf der Bundesgartengartenschau (BUGA) Havelland 2015

Präsident Lohff übergab Medaillen und Urkunden an folgende erfolgreiche Aussteller:

  • Hydro Böttle GmbH, Hamburg
  • Grönfingers Rostocks Gartenfachmarkt GmbH, Rostock
  • Neuhoff Staudenkulturen, Rellingen, Kreis Pinneberg
  • Stauden Röttger GbR Gartenbau, Holm, Kreis Pinneberg
  • Peter Schwermer Staudenkulturen, Quarnbek
  • Loest Gartenbau, Hamburg
  • Wagschal Gartenbau, Reinbek

Insgesamt konnte diese Aussteller 30 mal Gold, 20 mal Silber, 4 mal Bronze sowie 2 Ehrenpreise für den Gartenbau im Norden erringen.

Grußwort Dr. Gerald Finck, Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländlicher Räume des Landes Schleswig-Holstein

Dr. Finck überbrachte die Grüße von Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Habeck und gratulierte Vizepräsident Kröger zur Wiederwahl. Dr. Finck skizzierte Zustand und Herausforderungen für den Gartenbau in Schleswig-Holstein. Er gegrüßte die Bemühungen den Berufsstandes um Nachwuchswerbung und Fachkräftesicherung. Abschließend verwies er mit Vorfreude auf die bevorstehende 3. Landesgartenschau Eutin 2016.

Grußwort Claus Heller, Präsident der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein

Johannsen skizzierte die Felder der erfolgreichen Zusammenarbeit von Verband und Kammer. Dabei fokussierte er auf die Themen Ausbildung und Nachwuchswerbung und bat die Unternehmer, in ihren Anstrengungen nicht nachzulassen. Ein nachhaltige Branchenentwicklung setze die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften voraus.

„ZVG: Gemeinsam für den Gartenbau!“ Bertram Fleischer, Generalsekretär Zentralverband Gartenbau (ZVG) e.V.

Generalsekretär Fleischer gab einen Überblick über die Bandbreite der politischen Arbeit des ZVG für den Gartenbau. Als Erfolg des ZVG sah er das seit 1. Januar gestartete Bundesprogramm Energieeffizienz in Gartenbau und Landwirtschaft. „Unser Verband hat durch permanente Kommunikation gegenüber der Politik den Boden für das Programm bereitet. Damit stehen den Produzenten in den kommenden drei Jahren 65 Mio. Euro für Investition und Beratung zur Verfügung.“ Es sei nun Aufgabe der Gartenbaubetriebe die Fördermittel für gute betriebliche Energieeffizienzkonzepte abzurufen. Den Start des Programms bezeichnete er als positiv.

Außerdem ging Fleischer auf „Natürlich schöne Augenblicke“ ein. Die Imagekampagne für Blumen und Pflanzen befände sich auf einem guten Weg. Die IPM wurde genutzt um weitere Partner wie verschiedene Jungpflanzenbetriebe oder das Blumenbüro Holland zu gewinnen. Ganz aktuell hat der Bundesverband der Einzelhandelsgärtner im ZVG seine Beteiligung an der Kampagne beschlossen. Fleischer: „Das freut mich ganz besonders, weil ‚Natürlich schöne Augenblicke‘ mit diesem Partner einen zusätzlichen Schub in die Endverkaufsbetriebe, und damit hin zum Verbraucher bekommt.“

Große Sorgen macht dem Generalsekretär das Thema Pflanzenschutz. Hier befände sich die Gesellschaft in einer erheblichen Schieflage. Der Nutzen von Pflanzenschutz spiele in der öffentlichen Debatte quasi keine Rolle mehr. Begriffe wie ‚Risiko‘ und ‚Angst‘ dominierten die gesellschaftliche wie politische Diskussion. Außerdem trete die Europäische Harmonisierung der Pflanzenschutzmittelzulassung auf der Stelle. „Hier ist die Politik gefragt. Wenn diese nicht bald zu einer realistischen Betrachtung des Themas zurückkommt, werden unsere Produzenten in wenigen Jahren vor erheblichen Bekämpfungslücken stehen – mit allen entsprechenden Folgen.“

Schlusswort Andreas Kröger, Vizepräsident GVN

Kröger, der zugleich auch Präsident der Landwirtschaftskammer Hamburg ist, erinnerte die Politik daran, der Gartenbaubranche nicht noch weitere Belastungen aufzuerlegen. Zugleich betonte er die Chancen einer Produktion in der Region für die Region und forderte die Mitglieder auf, sich an den aktuellen Angeboten und Chancen aktiv zu beteiligen.

 

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