Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Beim DGG (Deutsche Gartenbau Gesellschaft 1822) Kongress „Garten und Medizin“ am 31. Mai und 1. Juni 2017 im Umweltforum Berlin diskutierten Expertinnen und Experten aus Gartenbau und Medizin erstmals über die Bedeutung von Natur und Garten für die medizinische Therapie.

Prof. Dr. Klaus Neumann, Präsident der Deutschen Gartenbaugesellschaft, Österreichische Bundesminister für Inneres Mag. Wolfgang Sobotka, Initiator „Natur im Garten“, Prof. Dr. Thoms Enzmann, Deutsche Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt, MdB und Prof. Dr. Dr. Kurt J.G. Schmailzl.

Charlotte Bierret, DI (FH) Markus Kohlke (Landschaftschaftsarchitektur Park am Gleisdreieck), Reinhard Kittenberger („Kittenberger Erlebnisgärten“), DI Stefan Szirucsek (Bürgermeister Stadtgemeinde Baden), Prof. Dr. Andrea Dungl-Zauner, Christian Rädler (Obmann Verein „Natur im Garten“), Bundesminister für Inneres Mag. Wolfgang Sobotka (Initiatior „Natur im Garten“), DI Brigitte Mang (Vorstand und Direktorin der Kulturstiftung Dessau Wörlitz), DI DI Christa Ringkamp (Präsidentin „Natur im Garten – International“, Berlin), Eva Nikolai (Projektmanagement Grün Berlin GmbH), Christa Lackner (Geschäftsführerin „Natur im Garten“), Johann Hornyik (Stadtrat Stadtgemeinde Baden), Ing. Stefan Streicher („Natur im Garten“), DI Gerhard Weber (Stadtgartendirektor Baden). (Fotos: Natur im Garten)

Die Aktion „Natur im Garten“ war mit einer Delegation mit ihrer Expertise in Sachen ökologisches Gärtnerns geladen. Bundesminister Mag. Wolfgang Sobotka betonte als Initiator der Aktion „Natur im Garten“ die gesellschaftspolitische, gesundheitliche und ökologische Bedeutung des Gartens. Niederösterreich nimmt als einziges Land mit dem Universitätslehrgang „Gartentherapie“ ein Vorbildfunktion ein. Die langjährige Begleiterin Prim. Assoc. Prof. Dr. Andrea Zauner-Dungl referierte über „Gartentherapie und Therapiegärten in Österreich. Der Gartengestalter Reinhard Kittenberger vertrat in der prominenten Diskussionsrunde die Rolle des Gartengestalters im Dialog mit Medizinern, Architekten und Politikern.

Der Kongress, initiiert von der Deutschen Gartenbau Gesellschaft 1822, schlug eine Brücke zwischen der „weißen“ und der „grünen“ Branche und beleuchtete den aktuellen Stand von Wissenschaft und Forschung zum Thema Garten, Park und Medizin. Das Wissen über Pflanzen und ihre Heilwirkungen ist in der Vergangenheit sukzessive verloren gegangen. Früher wurden die Heilkräfte der Natur viel stärker genutzt. Dieses Wissen den Menschen zurückzugegeben, war ein Thema beim Kongress „Garten und Medizin“ in Berlin. „Wir müssen die Selbstverantwortung der Menschen in dieser Hinsicht fördern, denn das Wirken in und mit der Natur ist die beste Medizin. Menschen erholen sich besser und schneller im Garten als in den eignen vier Wänden, vor allem, wenn sie zu ihrem Grün einen Bezug aufgebaut haben. Wo der Garten ein sozialer Raum ist, der Menschen hilft und zusammenbringt, wirkt er doppelt positiv. Das Bundesland Niederösterreich erkannte sofort die Bedeutung und Chance des Gartens als therapeutisches Mittel und nimmt auch dank der Aktion ,Natur im Garten‘ eine Vorzeigerolle ein“, so Bundesminister Mag. Wolfgang Sobotka.

Zahlreiche Beispiele quer durch Niederösterreich belegen bereits die heilende Wirkung des Gartens. Die Landespflege- und Pensionistenheime Laa/Thaya und Retz, die Emmaus City Farm oder das Ambulatorium Sonnenschein in St. Pölten, der Weiße Hof in Klosterneuburg, das ÖJAB Haus in Greifenstein und viele mehr – all diese Einrichtungen in Niederösterreich setzen auf die Gartentherapie, welche zahlreiche Anforderungen einer modernen Form der Betreuung, Pflege, Therapie und der Rehabilitation erfüllen. „Die gesundheitlichen Herausforderungen unseres Jahrhunderts sind die Folgen falscher Ernährung, mangelnder Bewegung und psychosozialer Belastungen. Gartentherapie und Therapiegärten wirken sich nicht nur positiv auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes aus, sondern helfen zugleich Kosten in der Medizinversorgung zu reduzieren“, so Dr. Andrea Zauner-Dungl. Bereits historische Kurparke, wie in Baden, wurden in Hinblick auf die positive Unterstützung des Heilungserfolgs angelegt.

Reinhard Kittenberger von den Kittenberger Erlebnisgärten sieht die Rolle des Gartengestalters in der präventiven Gesundheitsvorsorge. „Der Garten ist der nächstgelegene Erholungsraum, in dem man täglich ein Stück Urlaub genießen kann. Die tägliche Stunde Gartenarbeit hilft Stress abzubauen, den Körper fit zu halten und hilft durch den Kontakt mit der Natur die Sinne zu schärfen.“

Herbert Neumann, Präsident der Deutschen Gartenbaugesellschaft 1822, zog nach dem zweitägigen Kongress ein positives Resümee und sieht sich aufgrund der großen Resonanz in der Bedeutung des Themas „Garten und Medizin“ bestärkt: „Der Kongress war ein voller Erfolg! Wir konnten erstmalig die weiße und die grüne Branche auf Augenhöhe zusammenbringen. Es zeigt sich, dass in der Medizin der Mensch mit seinem Bedürfnis nach einer natürlichen Umgebung zunehmend in den Fokus rückt. Der Gartenraum in einem Krankenhaus erfährt neue Aufmerksamkeit. Dies bietet viele neue Chancen für den Gartenbau als auch für die Medizin. Die Deutsche Gartenbau Gesellschaft wird das Thema weiter voranbringen.“

Veranstaltungstipp: Symposium „Unsere Zukunft liegt im Garten“

Von 1. bis 3. September findet in Berlin das Symposium „Unsere Zukunft liegt im Garten“ statt. Mit Chris Raeburn vom Phoenix Garden in London, Christian Wandscher, Geschäftsführer Park der Gärten Bad Zwischenahn oder Renate Cervinka von der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien konnten renommierte Expertinnen und Experten für das Symposium gewonnen werden.

Übersicht Programm

  • Freitag, 1. September 2017, 18.00 Uhr | Meet & Greet | Ausstellungseröffnung
  • mit VeranstalterInnen, WettbewerbsteilnehmerInnen & Publikum; Kurzpräsentation der nominierten Projekte und Ausstellungsrundgang, anschließend Buffet
  • Samstag, 2. September 2017, 9.30 - 15.00 Uhr | Fachsymposium
  • Samstag, 2. September 2017, 16.00 Uhr | Verleihung des European Award for Ecological Gardening 2017
  • Sonntag, 3. September 2017, 10.00 - 13.00 Uhr | Exkursion auf die IGA Berlin 2017

Nähere Informationen zum Symposium „Unsere Zukunft liegt im Garten“ und Anmeldung bis 20. August 2017 unter: siehe Link

 

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