Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Dank der großzügigen Unterstützung durch die Cornelsen Kulturstiftung hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) die Sanierung des Seerosenbeckens im Berliner Schlossgarten Schönhausen 2016 abschließen können.

Das wiederhergestellte Sumpfbeet am Seerosenbecken im Schlossgarten Schönhausen.

Blütenpracht im Seerosenbecken: Nymphaea Graziella. (Fotos: SPSG/Mathias Gebauer)

Damit wurde die 2009 begonnene Wiederherstellung dieses einzigartigen Gartenkunstwerks der Moderne fortgesetzt, das der Berliner Landschaftsarchitekt Reinhold Lingner (1902-1968) geschaffen hat.

Der von ihm entworfene Senkgarten mit dem – 25 Meter langen und 4 Meter breiten – Seerosenbecken nimmt die von dem „Garten-Philosophen“ Karl Foerster (1874-1970) entwickelten Gestaltungsprinzipien auf. Frei angeordnete Staudengruppen bildeten das Pendant zu den schlichten Rechteckformen des Beckens und der Mauern, hoben die strengen Formen auf.

Im Frühjahr 2017 erfolgte nun die Bepflanzung des Seerosenbeckens nach den detaillierten Plänen, die der zum Foerster-Umkreis gehörende Gärtner Hermann Göritz (1902-1998) 1950 entwickelt hatte. Einige dieser Pflanzen sind heute seltene historische Sorten, die erst nach längerer Recherche wiedergefunden wurden. So stammt z. B. ein Teil der Seerosen aus einer französischen Pflanzensammlung. Zudem wurde das den Wasserpflanzengarten abschließende Sumpfbeet freigelegt. Nach einer Abdichtung mit einer neuen Lehmschicht konnte auch dieses nach den alten Vorlagen bepflanzt werden.
Die jungen Pflanzen müssen nun anwachsen, um sich dann zu ihrer gewünschten Form entwickeln zu können. Dieser Prozess ist gerade bei einigen Wasserpflanzen langwierig, auch können zum Teil noch fehlende Gewächse erst im Herbst bzw. im kommenden Jahr eingebracht werden. Spätestens 2020 werden die Pflanzungen das gewünschte Volumen und Aussehen erreicht haben.

Zur Geschichte von Schönhausen

Schönhausen war von 1740 bis 1797 die Sommerresidenz der preußischen Königin Elisabeth Christine (1715-1797). Die 1949 gegründete DDR nutzte das Schloss anfangs als Sitz des ersten und einzigen Staatspräsidenten Wilhelm Pieck (1876-1960) und ab 1966 als Gästehaus des Ministerrates. Die Nachkriegsgestaltung des Gartens (1950-55, Ergänzungen 1966) verantwortete Reinhold Lingner. Die exquisite Gestaltung der Anlage spiegelt die wechselvolle Geschichte vom Barock- und Landschaftsgarten bis zum Präsidentengarten wider.

 

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