Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern e. V. (VGL Bayern) hat heute im Rahmen der bundesweiten Roadshow „Grün in die Stadt“ mit einem temporären Park den Platz am Wetterhäuschen in eine blühende Stadtoase verwandelt.

v.l.n.r. Frank Braun, Dr. Klemens Gsell, Dr. Otto Heimbucher, Ulrich Schäfer und Gerhard Zäh (Foto: GaLaBau Bayern)

Bürgerinnen und Bürger informierten sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion über Stadtgrün und diskutierten mit Vertretern von Politik und Verbänden, wie Nürnberg grüner werden kann. Auf dem Podium diskutierten Nürnbergs 3. Bürgermeister, Dr. Klemens Gsell, der Vorsitzende der Kreisgruppe Nürnberg-Stadt des BUND Naturschutz in Bayern e. V., Dr. Otto Heimbucher, das Vorstandsmitglied von BLUEPINGU e. V., Frank Braun sowie der Vizepräsident des VGL Bayern, Gerhard Zäh.

Bürgermeister Dr. Klemens Gsell wies darauf hin, dass Parks und Grünflächen weit mehr sind als ein „Wohlfühlfaktor“, sondern einen großen gesellschaftlichen und ökonomischen Wert haben: „Natur in der Stadt verbessert die Luftqualität und das Klima, mildert Hitzewellen sowie Lärm. Städtische Grünflächen sorgen insgesamt für eine höhere Lebensqualität. Mit dem Aktionsplan „Kompaktes Grünes Nürnberg 2020“ sind wir hier auf einem guten Weg.“

Der Vorsitzende der Kreisgruppe Nürnberg-Stadt des BUND Naturschutz in Bayern e. V., Dr. Otto Heimbucher, sah aber auch Nachholbedarf in der Frankenmetropole: „Gerade im Vergleich mit anderen großen Städten in Deutschland sehen wir, dass in Nürnberg Straßenbäume fehlen. Legt man als Mindeststandard einen Baum pro 25 Meter Straßenlänge zugrunde, müssten in Nürnberg 44.000 Straßenbäume stehen – es fehlen somit 16.000 Straßenbäume. In keiner Stadt außer Fürth gibt es so wenig Bäume wie in Nürnberg.“

Frank Braun, Vorstandsmitglied von BLUEPINGU e. V., verwies auf die enorme Bedeutung der aktiven Einbeziehung aller Beteiligten bei der Planung und Umsetzung von grünen Infrastrukturprojekten. Darüber hinaus sollte die Verwandlung von Brachflächen in Stadtgärten und Begegnungsstätten durch die Kommunen noch stärker gefördert werden: „Unser Stadtgartenprojekt steht exemplarisch für viele hundert Projekte bundesweit. Sie zeigen, dass über die Wiederbelebung von Freiflächen nicht nur ein ökologischer Nutzen, sondern auch ein Mehrwert für die Stadtgesellschaft geschaffen wird."

Mit Blick auf die Zukunft hob der Präsident des VGL Bayern, Ulrich Schäfer, hervor: „Unser Ziel ist es, Politik und Verwaltung, aber auch die Bürgerinnen und Bürger in Nürnberg für die Bedeutung städtischen Grüns zu sensibilisieren und in einen aktiven Dialog zum Thema Stadtgrün einzutreten. Denn immer mehr Menschen ziehen in unsere Stadt. Sie wollen Natur und städtisches Grün nicht missen.“

Die Roadshow „Grün in die Stadt“ informiert in diesem Jahr in insgesamt zehn Städten über die vielfältigen positiven Aspekte von öffentlichem Grün. Im Mittelpunkt der Tour steht ein temporärer Park, der für jeweils einen Tag zentrale, oft graue Plätze in grüne Stadtoasen verwandelt. Bereits im vergangenen Jahr besuchten mehrere tausend Interessierte diesen „Pop-up-Park“. Unterstützt wird die Veranstaltungsreihe vom Deutschen Olympischen Sportbund e. V. (DOSB) und der Bundesvereinigung der Landes- und Stadtentwicklungsgesellschaften e. V. (BVLEG).

Die Initiative „Grün in die Stadt“, die vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) und seinen Landesverbänden getragen wird, verfolgt bis 2020 unter anderem diese Ziele:

  • Jeder Bürger soll nicht weiter als 300 Meter bis zur nächsten Grünfläche entfernt wohnen.
  • Die Etats für Bau und Instandhaltung von öffentlichen Grünflächen in den Kommunen sollen um zehn Prozent steigen, um der wachsenden Bedeutung von Grün in der Stadt gerecht zu werden.
  • Jede Großstadt ab 100.000 Einwohnern soll in einem eigenen Klimaschutzkonzept die Potenziale von Grünflächen für eine klimafreundliche Stadt berücksichtigen. Bürgerinnen und Bürger werden aktiv in die Planung und Realisierung eingebunden.
  • Die Neuinanspruchnahme von Flächen soll auf 30 Hektar am Tag begrenzt werden. Langfristig ist ein Netto-Null-Ziel anzustreben.
 

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