Dünger und Substrate

Premiere des Holsteiner Humusforums stößt auf große Resonanz

Das erste Holsteiner Humusforum stößt auf große Resonanz. Experten und Praktiker diskutieren die Bedeutung von Humus, Erfahrungen mit Komposteinsatz und Herausforderungen durch die Düngeverordnung.

Fachforum bringt Kompostwirtschaft und Landwirtschaft zum Austausch zusammen

Mit rund 80 Teilnehmern ist das erste Holsteiner Humusforum auf der Landwirtschaftsmesse Norla in Rendsburg erfolgreich gestartet. Initiiert wurde das neue Veranstaltungsformat vom Verband der Humus- und Erdenwirtschaft Region Nord e.V. (VHE-Nord), um den fachlichen Austausch zwischen Kompostwirtschaft und Landwirtschaft zu stärken.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Bedeutung von Humus für die Bodenfruchtbarkeit sowie praktische Erfahrungen mit dem Einsatz von Komposten. Die Initiatoren zeigten sich von der Resonanz positiv überrascht.

Humus als Schlüssel für Bodenfruchtbarkeit

„Humus ist der Schlüssel für gute Ernten“

Diese Einschätzung wurde im Forum anhand praktischer Beispiele untermauert. Demnach kann der gezielte Einsatz von Qualitätskomposten die Humusgehalte im Boden erhöhen und damit zur Stabilisierung der Erträge beitragen. Gleichzeitig wird die Rolle humusaufbauender Bewirtschaftung im Kontext des Klimaschutzes hervorgehoben.

Auch aus wissenschaftlicher Sicht gilt Humus als zentraler Faktor für die langfristige Bodenfruchtbarkeit. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass standortabhängige Grenzen für den optimalen Humusgehalt zu berücksichtigen sind.

Praxisberichte aus der Landwirtschaft

Landwirte berichteten über ihre Erfahrungen mit Komposteinsatz auf Ackerflächen. Besonders in Trockenperioden zeigen sich Vorteile hinsichtlich Wasserhaltefähigkeit und Pflanzenentwicklung.

„Gerade in trockenen Jahren hat sich herausgestellt, dass die Früchte auf Äckern, auf denen ich Komposte einsetze, besser mit Trockenheit klar kommen“

Die Bandbreite der Erfahrungen reicht von langjährig etablierten Anwendungen bis hin zu ersten Versuchen im konventionellen Ackerbau. Dabei spielt auch die Qualitätssicherung der eingesetzten Komposte eine wichtige Rolle.

Düngeverordnung im Fokus der Diskussion

Ein zentrales Diskussionsthema war die aktuelle Düngeverordnung und deren Auswirkungen auf den Komposteinsatz. Branchenvertreter sehen die Gefahr, dass regulatorische Vorgaben die Nutzung von Kompost insbesondere in konventionellen Betrieben einschränken könnten.

Vor diesem Hintergrund wird ein enger Austausch zwischen Praxis, Wissenschaft und Verbänden als notwendig erachtet, um nachhaltige Lösungen für die Bodenbewirtschaftung zu entwickeln.

Plattform für fachlichen Austausch

„Ich halte es für wichtig, dass wir Kompostierer im engen Austausch mit der Landwirtschaft bleiben und über die vielfältigen Themen rund um den Kompost praxisbezogen diskutieren“

Das Humusforum soll künftig als feste Plattform etabliert werden, um aktuelle Themen rund um Boden, Nährstoffe und nachhaltige Bewirtschaftung zu behandeln. In Schleswig-Holstein werden jährlich rund 375.000 Tonnen Qualitätskompost produziert, ein Großteil davon findet Einsatz in der Landwirtschaft.

19.09.2016

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