Schall- und Sichtschutz, Spezielle Arbeitsgebiete, Verkehrs- und Lärmschutz

13 Jahre Lärmschutz in Berlin-Hohenschönhausen

Durch den Ausbau einer Bahnstrecke in Berlin-Hohenschönhausen entstand ein 1.500 Meter langes Lärmschutzbauwerk mit bis zu zehn Metern Höhe. Die begrünte Steilböschung aus Geogittern und Stahlgitterelementen bewährt sich seit 13 Jahren als langlebige und wartungsarme Lösung.

Begrünte Stützkonstruktion bewährt sich dauerhaft

Mit dem steigenden Verkehrsaufkommen auf Bahnstrecken sowie entlang von Bundes- und Landesstraßen wächst der Bedarf an leistungsfähigen Lärmschutzanlagen. Neben der schalltechnischen Wirkung rücken zunehmend auch gestalterische und ökologische Aspekte in den Fokus. Besonders gefragt sind Systeme, die sich dauerhaft in das Landschaftsbild integrieren und gleichzeitig zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen.

Ein Beispiel für eine solche Lösung befindet sich im Berliner Ortsteil Hohenschönhausen. Dort wurde entlang einer Bahnstrecke im Bereich der S-Bahn-Station Hohenschönhausen an der Falkenberger Chaussee eine großflächige Lärmschutzmaßnahme umgesetzt, die sich auch nach 13 Jahren im Einsatz bewährt.

Lärmschutz entlang stark frequentierter Bahnstrecke

Die Bahnstrecke im Nordosten Berlins wurde für die Nutzung durch den ICE-Verkehr ausgebaut. Seit dem Wegfall der Berliner Mauer nahm sowohl der Nah- als auch der Fernverkehr auf der Strecke deutlich zu. Gleichzeitig stiegen die Fahrgeschwindigkeiten kontinuierlich an. Dadurch erhöhte sich die Lärmbelastung für Anwohner und angrenzende Schulstandorte erheblich.

Ein lärmschutztechnisches Gutachten ergab, dass eine Dammhöhe von bis zu zehn Metern erforderlich war, um die vorgegebenen Schallschutzwerte einzuhalten. Die Gesamtlänge der Konstruktion betrug rund 1.500 Meter.

Da die Platzverhältnisse entlang der Strecke stark eingeschränkt waren, kam eine konventionelle Bauweise mit einer Regelböschung von 1:1,5 nicht infrage. Nach Prüfung mehrerer Varianten fiel die Entscheidung auf eine geokunststoffbewehrte Stützkonstruktion.

Geogitter und Stahlgitterelemente als Systemlösung

Zum Einsatz kam ein rückverhängtes Böschungssicherungssystem aus Stahlgitterelementen und Geogittern. Die Konstruktion ermöglicht eine naturnahe Gestaltung der Ansichtsfläche sowie einen vergleichsweise schnellen Bauablauf.

Die Außenhaut besteht aus statisch wirksamen Stahlgitterelementen, die mittels Spezialverzinkung dauerhaft vor Korrosion geschützt sind. Über variable Distanzhalter ließ sich die gewünschte Böschungsneigung individuell einstellen. Die Verbindung mit den einaxial gestreckten Tensar-Geogittern erfolgte über verzinkte Steckschließen.

Die Anforderungen an die Konstruktion waren klar definiert:

  • möglichst steile Bauweise aufgrund begrenzter Platzverhältnisse
  • Einhaltung aller sicherheitsrelevanten Vorgaben
  • dauerhafte Begrünung der Anlage

Steilböschung mit 60 Grad Neigung

Auf Basis der verfügbaren Breite und der erforderlichen Bauhöhe wurde eine Böschungsneigung von 60 Grad realisiert. Die vormontierten Stahlgitterelemente wurden in drei Meter langen Segmenten zur Baustelle geliefert.

Entsprechend der statischen Bemessung wurden die Geogitter lagenweise eingebaut und mit den Stahlgitterelementen verbunden. Der Anschluss erfolgte mithilfe von Stahlsteckstäben, die sowohl durch die Ösen der Bodenstahlgitter als auch durch sämtliche Öffnungen der Geogitter geführt wurden. Der vertikale Abstand der Geogitterlagen betrug 0,60 Meter.

Das Verfüllmaterial wurde lagenweise im Vor-Kopf-Verfahren eingebaut und verdichtet. Insgesamt entstand ein bewehrter Erdkörper mit einem Volumen von rund 150.000 Kubikmetern.

Bewährte Lösung für langfristigen Lärmschutz

Nach 13 Jahren Nutzungsdauer zeigt sich, dass die Bauweise der bewehrten Erde mit Tensar-Geogittern die technischen und wirtschaftlichen Anforderungen dauerhaft erfüllt. Gleichzeitig konnte eine naturnahe Integration der Anlage erreicht werden, was die Akzeptanz bei Anwohnern erhöhte.

Zu den wesentlichen Vorteilen der Konstruktion zählen:

  • hohe Qualität und Formbeständigkeit
  • keine aufwendige Tiefgründung erforderlich
  • ökonomisch und ökologisch optimierte Bauweise
  • naturnahe Gestaltung mit dauerhafter Begrünung
  • wartungsfreies System nach vollständiger Begrünung
  • lange Lebensdauer

Für den Garten- und Landschaftsbau zeigt das Projekt, wie technische Infrastrukturmaßnahmen mit dauerhaft begrünten Konstruktionen kombiniert werden können. Insbesondere bei beengten Platzverhältnissen bieten geokunststoffbewehrte Systeme flexible Lösungen für Lärmschutz und Geländesicherung.

15.07.2008

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Tensar International GmbH

Lengsdorfer Hauprstr. 75
53127Bonn
Deutschland

Tel.:+49 228 91392-0
Fax:+49 228 91392-11

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