Die Grüne Stadt, Naturschutz

1,5 Millionen Euro für natürlichen Hochwasserschutz in Unterfranken

03.08.2014

Beim Hochwasserschutz setzt Bayern neben dem technischen Hochwasserschutz auch auf den natürlichen Rückhalt. Das betonte der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber in Alzenau. Zum natürlichen Rückhalt gehören beispielsweise die Zurückverlegung und der Rückbau von Deichen mit einer stärkeren Vernetzung von Fluss und Aue.

Naturnaher Hochwasserschutz als Mehrwert

„Der natürliche Hochwasserschutz ist ein Gewinn für Mensch und Natur. Durch den Rückbau der Deiche und die Neugestaltung der Uferflächen sind die Bürger in Alzenau weiterhin vor Überschwemmungen geschützt. Gleichzeitig finden seltene Tiere und Pflanzen entlang der abwechslungsreichen Ufer neue Lebensräume. Am Ende steht ein Plus an Sicherheit, Vielfalt und Attraktivität“, erklärte Huber.

Umgestaltung der Kahl auf 2.200 Metern

Innerhalb von zwei Jahren wurde die Kahl bei Alzenau auf einer Länge von 2.200 Metern naturnah umgestaltet. Dazu wurden über sechs Hektar Flächen erworben und rund zwei Kilometer Deiche rückverlegt. Der Rückbau der Deiche ermöglicht eine dynamische Eigenentwicklung des Flusses, ohne den Hochwasserschutz zu gefährden.

Investitionen und ökologische Maßnahmen

Der Freistaat investierte 950.000 Euro in den ökologischen Ausbau der Kahl, die Europäische Union stellte weitere 550.000 Euro zur Verfügung. Neben dem Rückbau der Deiche wurden zahlreiche weitere Maßnahmen umgesetzt, darunter der Erhalt von Altarmen sowie die Schaffung von Inseln für Wasservögel wie den Eisvogel.

Der Einbau von Wurzelstöcken in die Ufer bietet Fischen zugleich Laichplätze und Unterstände. Durch die zeitweise Überschwemmung der angrenzenden Auen entstehen neue Lebensräume für Eidechsenarten.

Erlebnisraum für Besucher und Gartenschau

Ein Wasserlehrpfad für Kinder erklärt anschaulich die einzelnen Maßnahmen. „Die flachen Ufer bieten neuen Lebensraum für Mensch und Natur. Die naturnah gestaltete Kahl ist das Bindeglied zwischen Innenstadt und Gartenschau. Der Wasserlehrpfad ermöglicht zudem spannende Einblicke in die Vorteile der naturnahen Gestaltung von Flüssen“, so Huber weiter.

Ein neu angelegter Aussichtssteg lädt Besucher der Gartenschau zur Beobachtung der sich ansiedelnden Tiere und Pflanzen ein. Die Gartenschau in Alzenau wird im Mai 2015 eröffnet und vom Umweltministerium mit insgesamt 1,6 Millionen Euro gefördert.

Zurück