Spiel- und Sportplätze - Freizeitanlagen

Fachtagung zur Sicherheit auf Kinderspielplätzen

Die zweite Fachtagung von Massstab Mensch beleuchtete die Herausforderungen für Spielplatzbetreiber. Ziel ist es, die Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen und Kinder zu schützen, während vielfältige Spielmöglichkeiten erhalten bleiben. Spielplätze sollen Abenteuer bieten, ohne die Sicherheit zu vernachlässigen.

Herausforderungen für Spielplatzbetreiber

Die zweite Fachtagung zur Sicherheit auf Kinderspielplätzen, veranstaltet von Massstab Mensch, befasste sich mit den Herausforderungen, denen sich Spielplatzbetreiber stellen müssen. Ziel ist es, die Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen und Kinder vor unvorhersehbaren Risiken zu schützen, während gleichzeitig vielfältige Spielmöglichkeiten erhalten bleiben. Spielplätze sollen Abenteuer und Nervenkitzel bieten, ohne die Sicherheit zu vernachlässigen.

„Ohne Nervenkitzel fehlt der Spielanreiz. Spielplätze sollen attraktiv und abwechslungsreich gestaltet sein und eine Vielzahl an unterschiedlichen Beschäftigungsangeboten bereitstellen und das für jede Fähigkeit – auch für die ganz Kleinen oder für Menschen mit Beeinträchtigungen. Dabei sollen sie für jeden dort sicher nutzbar sein“, beschreibt Peter Schraml, Geschäftsführer von Massstab Mensch und Veranstalter der Fachtagung, den Spagat zwischen Sicherheitsanspruch und Abenteuer. „Kinder können sich dann auf einem Spielplatz sicher bewegen, wenn sie befähigt werden, Risiken im Außen zu erkennen und ihre eigenen Grenzen einzuschätzen.“

Expertenwissen und Praxisbezug

Rund 130 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg nahmen an der zweitägigen Veranstaltung teil. Experten aus verschiedenen Fachbereichen teilten ihr Wissen und ihre Erfahrungen. Ingo Naschold, Profi-Skater und Planer von Skateanlagen, betonte die Bedeutung individueller Gestaltung von Skateanlagen und deren Integration in das urbane Umfeld unter Berücksichtigung sozialer Interaktionen.

Franz Danner vom TÜV Süd warnte vor einer „Übersicherung“. Er wies darauf hin, dass die europäische Norm zwar einen guten Standard darstellt, ihre alleinige Anwendung als Gestaltungskriterium jedoch die kindliche Entwicklung durch falsch verstandene Sicherheit einschränken kann.

Themen und Neuerungen

Das Programm der Tagung umfasste sowohl theoretische als auch praktische Aspekte. Schwerpunkte waren der Spielwert und das Spielrisiko, Neuerungen in relevanten Normen, insbesondere der DIN EN 1176, sowie stoßdämpfende Böden und Fallschutzmaterialien. Ein „Erlebnisparcours“ bot den Teilnehmern die Möglichkeit, durch einen Perspektivwechsel zu erfahren, wie gewohnte Dinge anders wahrgenommen werden können. Zudem konnten die Teilnehmer eine von Massstab Mensch entwickelte Software zur Prüfung von Spielplätzen testen.

Eine begleitende Ausstellung der Kooperationspartner ergänzte die Veranstaltung. Die Fachtagung ist als Fortbildung für Ingenieure, Fachplaner, Architekten und Landschaftsarchitekten anerkannt.

24.10.2017

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