Naturschutz

Bayern startet Klimaschutz-Offensive mit langfristigen Zielen bis 2050

Bayern will mit Klimaforschung, Moorschutz und neuen Kooperationen die Folgen des Klimawandels langfristig begrenzen. Geplant sind unter anderem die Wiedervernässung von Mooren, ein umfassender Klima-Report sowie Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2050.

Langfristige Strategien gegen die Folgen des Klimawandels im Freistaat Bayern

Der Klimaschutz steht in Bayern im Jahr 2015 im Mittelpunkt zahlreicher politischer und gesellschaftlicher Maßnahmen. Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf kündigte an, das Jahr zu einem „Jahr des Klimas“ zu machen und den Freistaat mit umfassenden Strategien langfristig klimasicher aufzustellen.

Im Fokus stehen dabei öffentliche Informationskampagnen, Forschungsprojekte sowie konkrete Maßnahmen zum Schutz natürlicher Ressourcen. Ziel ist es, verschiedene gesellschaftliche Gruppen stärker in den Klimaschutz einzubinden und bestehende Kooperationen weiter auszubauen.

Klima-Allianz und Klima-Woche sollen Bewusstsein stärken

Eine zentrale Rolle spielt die bayerische Klima-Allianz mit derzeit 30 Partnern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Durch zusätzliche Partner soll das Netzwerk künftig weiter wachsen.

„2015 wird das Jahr des Klimas. Wir starten jetzt einen Klimamarathon bis zur Weltklimakonferenz in Paris. Als Hightech-Land hat Bayern eine Vorbildfunktion. Mit vielen Maßnahmen werden wir in der Öffentlichkeit für den Klimaschutz werben. Wir wollen alle Akteure mit ins Klimaboot holen“, erklärte Umweltministerin Ulrike Scharf.

Zusätzlich soll die Bayerische Klima-Woche vom 17. bis 26. Juli landesweit für Klimaschutzmaßnahmen vor Ort werben und das öffentliche Bewusstsein stärken.

Moorschutz und Forschung im Mittelpunkt

Ein wichtiger Bestandteil der Klimastrategie ist die Wiedervernässung von Mooren als natürliche CO2-Speicher. Bis zum Jahr 2020 sollen in Bayern insgesamt 50 Moore renaturiert werden. Die Europäische Union unterstützt diese Projekte mit rund 12 Millionen Euro.

Bereits seit 2008 wurden zehn Moorgebiete mit rund neun Millionen Euro saniert. In weiteren 30 Gebieten laufen Maßnahmen oder befinden sich in Planung. Für den Garten- und Landschaftsbau gewinnen Renaturierungs- und Landschaftspflegeprojekte im Zuge solcher Klimaschutzmaßnahmen zunehmend an Bedeutung.

Parallel dazu intensiviert Bayern die Klimaforschung. Eine wichtige Rolle übernimmt dabei die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus unterhalb der Zugspitze. Darüber hinaus erstellt das Umweltministerium erstmals einen umfassenden Klima-Report für Bayern.

„Wir brauchen ein Klima-Update für Bayern. Nur so können wir gezielt die Maßnahmen ergreifen, die vor Ort den größten Nutzen bringen. Wir wollen Bayern bis 2050 klimasicher machen“, so Scharf.

Deutliche Folgen des Klimawandels bereits sichtbar

Die Auswirkungen des Klimawandels sind nach Angaben des Umweltministeriums bereits heute deutlich erkennbar. Besonders im sensiblen Alpenraum stiegen die Temperaturen innerhalb der vergangenen 100 Jahre um rund 1,5 Grad Celsius und damit doppelt so stark wie im weltweiten Durchschnitt.

Nach aktuellen Prognosen könnten nahezu alle bayerischen Gletscher innerhalb der kommenden 20 bis 30 Jahre verschwinden. Gleichzeitig werden die Sommerniederschläge im Freistaat bis 2050 voraussichtlich deutlich zurückgehen.

Bayern verfolgt deshalb ein langfristiges Klimaziel: Bis zum Jahr 2050 soll der Ausstoß von Treibhausgasen auf zwei Tonnen pro Kopf und Jahr reduziert werden.

12.04.2015

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

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