Symposium zur Zukunft der Biologischen Vielfalt
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Informations- und Koordinationszentrum Biologische Vielfalt (IBV) in der BLE veranstalteten am 6. und 7. Dezember 2022 in Berlin das Symposium „Biologische Vielfalt. Klima. Ernährung – Zukunft!“. Schwerpunkte der Veranstaltung waren der Entwurf der neuen BMEL-Strategie zur Erhaltung und Förderung genetischer Ressourcen sowie das 30-jährige Bestehen des IBV.
Dr. Ophelia Nick, Parlamentarische Staatssekretärin im BMEL, betonte in ihrer Begrüßungsrede die Notwendigkeit einer stärkeren Entlohnung für Beiträge zur Haltung gefährdeter Nutztierrassen, zur Vermarktung regionaler Gemüsesorten, zur traditionellen Teichwirtschaft und zu Generhaltungsgebieten in Wäldern. Sie hob hervor, dass das Bewusstsein der Bevölkerung geschärft werden müsse, um durch bewusste Kaufentscheidungen Wertschätzung zu zeigen.
Das Symposium bot eine Plattform für den Austausch mit Expertinnen und Experten, insbesondere im Hinblick auf die Neuausrichtung der BMEL-Strategie zur Agrobiodiversität von 2007 angesichts aktueller Herausforderungen. Dr. Nick gratulierte dem IBV, das in der BLE angesiedelt ist, zum 30-jährigen Bestehen und dankte allen Beteiligten an der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung genetischer Ressourcen.
Förderung zum Schutz der Biologischen Vielfalt
In einer Podiumsdiskussion erörterten Fachleute die Herausforderungen beim Schutz der Biologischen Vielfalt und die Potenziale genetischer Ressourcen. Die anschließende Diskussion mit 175 Teilnehmenden vor Ort und online befasste sich mit der kontinuierlichen Finanzierung, einer verstärkten Ausbildung und der Bewusstseinsbildung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Einigkeit bestand darüber, dass pflanzengenetische Ressourcen die Grundlage für die Züchtung von Kulturpflanzen bilden. Um ausreichend Pflanzensorten für die Klimakrise und die Sicherung der Welternährung bereitzustellen, müssen Zuchtwertschätzungen und Ertragsvorhersagen des in Genbanken erhaltenen Pflanzenmaterials intensiviert werden.
Für aquatische genetische Ressourcen sind die Verbesserung der Gewässerqualität natürlicher Gewässer und die Durchführung weiterer vom BMEL geförderter Modell- und Demonstrationsvorhaben in der Aquakultur von Bedeutung. Tiergenetische Ressourcen erfordern eine stärkere Unterstützung der Züchter und Zuchtorganisationen gefährdeter heimischer Rassen.
Vertreter des Forstes äußerten Bedenken hinsichtlich des forstlichen Saatguts. Die Klimakrise erfordere ein verstärktes Monitoring, eine intensivere genetische Charakterisierung und ein umfassendes Datenmanagement.
30 Jahre IBV: „Vielfalt ist der Schlüssel“
Das 30-jährige Bestehen des IBV wurde in einem Festakt gewürdigt. Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der BLE, blickte auf die Anfänge des heutigen IBV zurück, das 1991 als Informationszentrum Genetische Ressourcen (IGR) gegründet und 2005 in die BLE eingegliedert wurde.
Dr. Frank Begemann, heute Gruppenleiter in der BLE, war von Beginn an dabei und wird im kommenden Jahr in den Ruhestand treten. Eiden würdigte seinen Einsatz für die Biologische Vielfalt und für zentrale Entwicklungsschritte in der Behörde, darunter den Aufbau von Arbeitseinheiten in den Bereichen ländliche Entwicklung, ökologischer Landbau, nachhaltiger Konsum, Klimaschutz und internationale Zusammenarbeit.
In der Landwirtschaft und bei einer nachhaltigen Ernährung bilden die genetischen Ressourcen immer die Grundlage für resiliente Systeme und notwendige Innovationen. Deshalb denken wir diese Themen auch bei allen Fördermaßnahmen mit.
Dr. Eiden zeigte sich überzeugt, dass Vielfalt der Schlüssel für das Gelingen der Energiewende und eines nachhaltigen Konsums ist.
