Organisationen, Wettbewerbe und Jubiläen

4. Europäischer Gartenpreis in Schloss Dyck verliehen

09.09.2013

Zum vierten Mal wurde am 6. September in Schloss Dyck der Europäische Gartenpreis des EGHN verliehen. Das Europäische Gartennetzwerk EGHN (European Garden Heritage Network) und die Stiftung Schloss Dyck, Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur als Projektträger stellten mit Unterstützung durch die Bauschulen Lorenz von Ehren einem internationalen Fachpublikum die drei Gewinner und sechs weiteren Finalisten aus neun Ländern Europas vor.

Für die international besetzte Jury – Mariachiara Pozzana (Italien), Gunnar Ericson (Schweden), Ed Bennis (Großbritannien/USA), Alan Thornley (Großbritannien), Roswitha Arnold, Stephan Lenzen und Jens Spanjer (alle Deutschland) – waren bei ihrer Entscheidung innovative Konzepte in Realisierung und Management ebenso ausschlaggebend wie städtebauliche Aspekte, Nachhaltigkeit, die Möglichkeit aktiver Teilnahme sowie eine hohe Qualität bei Neuanlage, Wiederherstellung oder Pflege.

Diese Zielsetzungen teilt auch die Baumschule Lorenz von Ehren aus Hamburg, die mit ihrem Engagement dazu beitragen möchte, dass besonders herausragende Parks und Gärten sowie Initiativen zur Gartenkultur in Europa stärker wahrgenommen werden.

Drei Kategorien beim Europäischen Gartenpreis

Der Europäische Gartenpreis wurde erneut in drei Kategorien vergeben. „Insgesamt stehen die neun Preisträger aus den verschiedenen Ländern Europas für die hohe Qualität und Vielfalt unserer Gartenkultur. Das Europäische Gartennetzwerk EGHN möchte mit dem Gartenpreis besonders herausragende Anlagen sowie das Engagement einzelner Initiativen würdigen“, erläuterte Jens Spanjer, Vorstand der Stiftung Schloss Dyck und Jurymitglied.

Beste Weiterentwicklung eines historischen Parks oder Gartens

In der Kategorie „Beste Weiterentwicklung eines historischen Parks oder Gartens“ wurde der Park von Monserrate (Portugal) als Gewinner ausgezeichnet. Finalisten waren der Sommergarten in St. Petersburg (Russland) sowie Gunnebo Schloss und Garten (Schweden).

Die Jury würdigte beim Park von Monserrate insbesondere die besondere Magie und romantische Stimmung, die heute wieder spürbar ist. Der Park wurde in den vergangenen 20 Jahren umfassend erschlossen und rekonstruiert und ist seit 1995 als Teil der Kulturlandschaft von Sintra UNESCO-Weltkulturerbe. Einen großen Anteil an dieser Leistung hatte der Verein der „Freunde von Monserrate“.

Monserrate geht auf einen englischen Kaufmann zurück, der sich hier seine Residenz errichten ließ. Englische Besitzer, Architekten und Gärtner prägten über Jahre hinweg einen Park, dessen vielfältige historische Ebenen bis heute erlebbar sind. Exotische Pflanzen, geschwungene Wege, eindrucksvolle Ausblicke sowie neue Gartenteile wie der 2011 eröffnete Rosengarten machen Monserrate zu einem preiswürdigen Ziel.

Zeitgenössischer Park oder Garten

In der Kategorie „Zeitgenössischer Park oder Garten“ gewann der Queen Elizabeth Olympic Park (London). Ebenfalls für das Finale qualifiziert waren Mdina Ditch (Malta) und Floor Works (Genf, Schweiz).

Der Queen Elizabeth Olympic Park steht beispielhaft für die nachhaltige Transformation eines Großereignisgeländes. Bereits für die Olympischen Spiele 2012 wurden hochwertige Grünflächen angelegt, die heute vielfältig nutzbar sind – von Picknickwiesen über kulturelle Orte bis hin zu naturnahen Wasser- und Uferbereichen. Der ressourcenschonende Rückbau wurde von Beginn an mitgedacht. Der Park ist heute eine bedeutende grüne Oase für London.

Floor Works in Genf verbindet Pflanzen, Stahl, Schiefer, Wasser und Licht zu einem einzigartigen Stadtraum. Cortenstahl-Elemente bilden Wege, Skulpturen und Sitzgelegenheiten, während sich das Grün bewusst komponiert, aber wild entwickelt. Das Projekt wurde vom Büro Agence Ter (Paris) entworfen.

Mit Mdina Ditch gelang in Malta die beispielhafte Umgestaltung eines historischen Festungsgrabens. Hochwertige Materialien, klare Strukturen und standortgerechte Bepflanzung – insbesondere Orangenbäume – schaffen eine Promenade, die Geschichte, Architektur und Landschaft erlebbar verbindet.

Sonderpreis der Stiftung Schloss Dyck

Der Sonderpreis der Stiftung Schloss Dyck ging an die Stiftung Realdania (Dänemark). Finalisten waren außerdem das Festival Arte Sella (Italien) und Nomadisch Grün (Deutschland).

Realdania unterstützt mit mehrjährigen Programmen die Erhaltung historischer Parkanlagen rund um Schlösser und Landgüter. Neben finanziellen Zuschüssen erhalten Eigentümer fachliche Beratung und verpflichten sich, die Anlagen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ziel ist auch die Stärkung ländlicher Regionen durch Tourismus.

Nomadisch Grün wurde für den Prinzessinnengarten am Moritzplatz in Berlin-Kreuzberg nominiert. Auf einer ehemaligen Brache entstand seit 2009 ein Ort urbaner Landwirtschaft, Bildung und Begegnung, der Wissen zu Biodiversität, Stadtökologie und nachhaltigem Konsum vermittelt.

Arte Sella im italienischen Trentino ist seit 1986 eine internationale Freiluftausstellung zeitgenössischer Kunst. Kunstwerke aus natürlichen Materialien entstehen in enger Verbindung mit Landschaft und Natur und verändern sich im Laufe der Zeit. Rund 56 Werke können heute im Rahmen von Wanderungen entdeckt werden.

Der Europäische Gartenpreis zeigt damit eindrucksvoll die Vielfalt, Innovationskraft und kulturelle Bedeutung europäischer Garten- und Parklandschaften.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Stiftung Schloss Dyck

Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur
41363Jüchen
Deutschland

Tel.:(02182) 824-0
Fax:(02182) 824-110

E-Mail:
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