Europäischer Berufswettbewerb stärkt internationale Zusammenarbeit im Gartenbau
Im September treffen sich Nachwuchskräfte aus 17 europäischen Ländern zum Europäischen Berufswettbewerb (EU-BWB) in Luxemburg. Initiiert wurde der Wettbewerb von der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Gartenbaulehrerinnen und -lehrer. Deren Präsident Johannes Peperhove informiert über eine breite internationale Beteiligung, die von Skandinavien bis Südeuropa reicht.
Teams aus Schweden, Estland, Lettland, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Italien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Belgien und den Niederlanden sind vertreten. Erstmals nimmt auch ein Team der Gartenbauschule Srednja Skola „Arboretum Opeka“ Marcan in Vinica/Kroatien teil. Schirmherr der einwöchigen Veranstaltung ist der Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (Verbände & Organisationen), Heinz Herker, der den Wettbewerb einen Tag lang begleiten wird.
Praxisaufgaben aus allen Bereichen des Gartenbaus
Die teilnehmenden Teams bereiten sich intensiv vor. Lehrkräfte und Auszubildende investieren viel Zeit in Training und fachliche Abstimmung. Zur Vorbereitung hat die Gartenbauschule in Ettelbruck gemeinsam mit Luxemburger Junggärtnern praxisnahe Aufgaben aus sämtlichen Bereichen des Gartenbau ausgewählt.
Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt. Jedes Land entsendet Teams mit jeweils drei Personen. Ein besonderes Element ist die Bildung sogenannter „Europäischer Teams“, in denen Teilnehmer verschiedener Nationen gemeinsam Aufgaben bearbeiten.
Die dabei erzielten Punkte fließen in die jeweilige nationale Wertung ein. Bewertet wird insbesondere die Teamfähigkeit. Damit rückt neben der fachlichen Leistung die Fähigkeit zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den Mittelpunkt.
Deutsche Teams mit starken Leistungen
Deutschland wird in Luxemburg durch zwei Teams vertreten. In der Wettbewerbsgruppe A starten die Bundessieger aus dem Rheinland: Janina Timter, Lukas von der Stein und Mathias Schlimgen. Begleitet werden sie von Gartenbaulehrer Gerd van Ooyen.
In der Wettbewerbsgruppe B treten die Bundessieger aus Baden-Württemberg an: Lisa Barthelmess, Petra Zöllner und Max Müller. Ihr Berufsschullehrer ist Kurt Albers. Beide Teams haben sich über nationale Wettbewerbe qualifiziert.
Internationale Perspektiven für den Branchennachwuchs
Ziel der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Gartenbaulehrerinnen und -lehrer ist es, die Kommunikation unter jungen Fachkräften zu fördern und Sprachbarrieren abzubauen. Neben dem fachlichen Austausch steht das gemeinsame Handeln im Vordergrund. Der Wettbewerb schafft dafür einen strukturierten Rahmen.
Ein länderübergreifender Blick gewinnt auch in der beruflichen Ausbildung zunehmend an Bedeutung. Für junge Arbeitnehmer wird der internationale Arbeitsmarkt attraktiver. Themen mit europaweiter Relevanz sind daher fester Bestandteil des Wettbewerbs.
Der EU-BWB setzt bewusst auf interkulturelle Begegnung. Das Kennenlernen unterschiedlicher Arbeitsweisen und kultureller Hintergründe unterstützt die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden. Verständnis und Toleranz innerhalb Europas werden so praxisnah gefördert.
Starke Unterstützung aus der Branche
Ermöglicht wird der Wettbewerb durch die Unterstützung namhafter Unternehmen. Hauptsponsor des EU-BWB in Luxemburg ist Heidezüchtung Kramer. Weitere Förderer sind Volmary, Aglukon, Messe Essen, TASPO, Hortensien Kötterheinrich, Kienzler Jungpflanzen, Gartenbau Versicherung und Stender.
Die nächsten Austragungsorte stehen bereits fest: 2014 findet der Wettbewerb in Oeschberg in der Schweiz statt, 2016 in Eupen in Belgien. Für Ausbildungsbetriebe im Gartenbau bleibt der EU-BWB damit eine zentrale Plattform zur Förderung des europäischen Fachkräftenachwuchses.