Regensburgs Hochwasserschutz: Baumaßnahmen in Reinhausen
Der bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber betonte beim Spatenstich für den Hochwasserschutz im Ortsteil Reinhausen die Priorität des Schutzes von Menschen und Sachwerten. Er kündigte eine Beschleunigung und Intensivierung der Baumaßnahmen in Bayern an. Der Ausbau in Regensburg erfolge im Konsens mit der Bevölkerung, wodurch Ideen in die Planungen einfließen könnten.
Der Schutz von Menschen und bedeutenden Sachwerten hat höchste Priorität. Wir wollen bayernweit den Hochwasserschutz vor Ort weiter verbessern. Wir werden die Baumaßnahmen in Bayern noch weiter beschleunigen und intensivieren. Der Ausbau in Regensburg erfolgt vorbildlich im Konsens mit der Bevölkerung. So werden gute Ideen in die Planungen eingebracht.
Im Rahmen der aktuellen Maßnahmen wird eine über 600 Meter lange Hochwasserschutzmauer errichtet, die durch mobile Elemente um über 400 Quadratmeter aufgestockt werden kann. Zudem entstehen ein neues Schöpfwerk und ein nachgerüstetes Abwasserpumpwerk, um die Entwässerung auch während eines Hochwassers sicherzustellen. Diese Maßnahmen schützen rund 8.000 Menschen in den Ortsteilen Reinhausen und Weichs vor einem hundertjährlichen Hochwasser. Das Hochwasserschutzprojekt in Regensburg gilt als eines der umfangreichsten und anspruchsvollsten des Freistaats. Das geschätzte Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 100 Millionen Euro, getragen vom Freistaat Bayern, der Europäischen Union und der Stadt Regensburg.
Offene Planung und ökologische Aufwertung
Der Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser für Regensburg soll bis 2020 in insgesamt 18 Bauabschnitten realisiert werden. Die Planung erfolgt offen und berücksichtigt auch Maßnahmen für Freizeit, Erholung, Naturschutz und Stadtentwicklung. Ein zentraler Aspekt ist die Umsetzung des Bürgerwunsches nach einem „Grünen Zimmer“. Durch die Erweiterung der Uferflächen entstehen neue Freiflächen, die als Parks, Sport- und Spielflächen oder Kleingärten genutzt werden. Diese „Grünen Zimmer“ bieten Naherholungsmöglichkeiten und dienen vielen Tier- und Pflanzenarten als Lebens- und Rückzugsräume. Die ökologisch neu gestaltete Fläche umfasst rund einen Hektar.
Aktionsprogramm 2020plus
Nach dem diesjährigen Hochwasser hat der Freistaat Bayern reagiert. Dr. Huber betonte, dass Hochwasserschutz eine generationenübergreifende Aufgabe sei, der man sich mit größtmöglichem Einsatz stelle. Zur beschleunigten Umsetzung des bayernweiten Hochwasserschutzes wurde das Aktionsprogramm 2020plus beschlossen. Dieses Programm sieht eine Verdopplung der finanziellen Mittel für den Hochwasserschutz vor. Bis 2020 investiert der Freistaat insgesamt 3,4 Milliarden Euro in den Ausbau des Hochwasserschutzes. Seit 2001 wurden bereits 1,6 Milliarden Euro in Hochwasserschutzmaßnahmen investiert, die rund 400.000 Menschen vor Überflutungen durch ein 100-jährliches Hochwasser schützen.
