Naturschutz

Ackerland gezielt als Kohlenstoffspeicher nutzen

Bundesministerin Julia Klöckner diskutierte in Helsinki mit EU-Amtskollegen über die Rolle der Landwirtschaft beim Klimaschutz. Im Fokus stand die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft durch Kohlenstoffspeicherung in Böden, um den Klimawandel zu bekämpfen.

Nachhaltige Landwirtschaft als Klimaschutzfaktor

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat sich beim informellen EU-Agrarministertreffen in Helsinki mit ihren europäischen Amtskollegen über die Rolle der Landwirtschaft beim Klimaschutz ausgetauscht. Im Fokus stand die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft durch Kohlenstoffspeicherung in Böden. Klöckner betonte, dass der Bodenschutz ein entscheidender Faktor im Kampf gegen den Klimawandel sei.

Die Ministerin hob hervor, dass die Landwirtschaft nicht nur Treibhausgasemissionen verursacht, sondern auch eine wichtige Funktion bei der Bindung von Kohlenstoff innehat. Daher sollten Landwirte stärker als Partner in der Klimaschutzpolitik wahrgenommen werden. Es sei notwendig, Techniken zur Kohlenstoffsenkung stärker zu berücksichtigen und entsprechende Förderinstrumente zu entwickeln.

Deutschland weiß um diese Wichtigkeit und hat unter anderem die vier folgenden Klimaschutzmaßnahmen in Vorbereitung eines Klimaschutzgesetzes auf den Weg gebracht: Humusaufbau in Ackerböden, Erhalt von Dauergrünland, Schutz organischer Böden sowie Ausbau des Ökologischen Landbaus. Wir sehen das große Klimaschutzpotenzial in der Humusanreicherung in Böden. Damit wird der Atmosphäre das Treibhausgas CO2 entzogen. Gleichzeitig wird die Bodenfruchtbarkeit gefördert. Dieser Beitrag ist essentiell für die Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft. Deutschland unterstützt daher den Ansatz der Präsidentschaft, auch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zu nutzen, um die Kohlenstoffanreicherung in Böden zu fördern. Die Vorschläge zur GAP nach 2020 bieten hier durchaus wirksame Ansätze. Im Rahmen der Konditionalität ist die Aufnahme eines neuen Standards zum Schutz von Feuchtgebieten und Mooren geplant. Auch der vorgesehene Standard zur Bodenbedeckung im Winter und zum Erhalt von Dauergrünland kann einen wertvollen Beitrag leisten. Ergänzende Maßnahmen können im Rahmen der Öko-Regelungen und der Agrar-, Umwelt- und Klimamaßnahmen geprüft werden. Hierbei wird es auf die konkrete Umsetzung, eine ausreichende Mittelausstattung und eine Abstimmung mit den anderen Zielen der GAP einschließlich der anderen Umweltschutzzielen ankommen. Für Deutschland sind insbesondere EU-weit einheitliche Leitplanken wichtig, die einen Wettbewerb um die niedrigsten Standards verhindern.

Im Rahmen der Konditionalität der GAP, die von allen Beziehern von Direktzahlungen einzuhalten ist, sind nach den Vorschlägen der EU-Kommission folgende Standards vorgesehen, die zur Kohlenstoffspeicherung und Verbesserung der Bodenqualität beitragen können:

  • GLÖZ 1 (guter landwirtschaftlicher und ökologischer Zustand): Erhalt von Dauergrünland. Deutschland setzt sich hier für eine Stichtagsregelung ein, um dem Umbruch von Dauergrünland entgegenzuwirken.
  • GLÖZ 2: Angemessener Schutz von Mooren und Feuchtgebieten.
  • GLÖZ 6: Maßnahmen zur Verminderung der Bodenerosion, insbesondere geeignete Bodenbearbeitung.
  • GLÖZ 7: Mindestbodenbedeckung im Winter.
  • GLÖZ 8: Fruchtwechsel.

24.09.2019

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