Baustellen und Bauhöfe

ALIZ erweitert Leitungserkundung auf Hessen

26.09.2016

ALIZ bietet die zentrale Leitungserkundung jetzt auch in Hessen an. Über eine standardisierte Anfrage erhalten Bauunternehmen Planauskünfte aller ermittelten Leitungsbetreiber im Baustellenbereich.

Zentrale Planauskunft für erdverlegte Leitungen nun auch in Hessen verfügbar

Das Leitungserkundungsportal ALIZ ist ab sofort auch in Hessen verfügbar. Damit deckt die Plattform neben Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland nun ein weiteres Bundesland ab. Für Betriebe im Garten- & Landschaftsbau und im Tiefbau bedeutet das eine vereinfachte und standardisierte Abfrage von Leitungsinformationen.

Über eine zentrale Anfrage erhalten Bauunternehmen Planauskünfte aller im Baustellenbereich ermittelten Betreiber erdverlegter Kabel und Leitungen. Die Datenbank wird aktuell um Baden-Württemberg und Bayern erweitert und soll künftig bundesweit zur Verfügung stehen.

Hohe Schadenszahlen im Leitungsbereich

Nach Angaben der BG Bau werden jährlich rund 100.000 Schadensfälle an Leitungen gemeldet. Das Schadensvolumen liegt bei etwa 500 Millionen Euro für die Versicherungswirtschaft. Fachleute gehen von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus, Personenschäden sind darin noch nicht enthalten.

Rund 80 Prozent der Schäden entstehen durch Erd- und Tiefbauarbeiten. Gleichzeitig ist die Bauwirtschaft gesetzlich zur Leitungserkundung verpflichtet. Für ausführende Unternehmen steigt damit der organisatorische Aufwand, insbesondere durch zunehmende Intransparenz bei Eigentumsverhältnissen.

Wachsende Komplexität durch Netzausbau

Deregulierung sowie der Ausbau von Breitbandnetzen und Anlagen für erneuerbare Energien führen zu einer stetigen Zunahme unterirdischer Leitungen. Für Planer und Bauausführende wird es dadurch schwieriger, alle relevanten Schutzrechte der Leitungsbetreiber zuverlässig zu ermitteln.

„Der erste Ansprechpartner für ein Auskunftsersuchen der Baufirmen ist häufig die Kommune“, erläutert Dr. Thomas Beisch, Technischer Leiter beim Leitungserkundungsportal ALIZ, „aber auch hier ist es aufgrund der zunehmenden Unübersichtlichkeit keineswegs mehr garantiert, dass alle Zuständigkeiten zur vorhandenen Leitungsinfrastruktur bekannt sind.“

ALIZ setzt hier an und bündelt die relevanten Informationen in einer zentralen Geo-Datenbank. Erfasst sind Schutzgebiete von rund 9.000 Versorgern, die regelmäßig aktualisiert werden. Schutzgebiete definieren Bereiche, in denen Betreiber oder Kommunen über Baumaßnahmen informiert werden möchten.

One-Call-System für Bauprojekte

Mit einer standardisierten Baustellenmeldung erhalten Planer oder Ausführende eine Übersicht aller ermittelten Leitungsbetreiber inklusive Kontaktdaten. Über das Portal können automatisiert Anfragen auf Planauskunft weitergeleitet werden. Technische Unterlagen wie Leitungspläne und Sicherheitshinweise stellen die Betreiber direkt bereit.

Zunehmend integriert ALIZ auch bestehende Online-Auskunftsportale großer Betreiber. Das One-Call-System übernimmt damit eine Vermittlerrolle zwischen Leitungsbetreibern, Baufirmen und Kommunen und reduziert Koordinationsaufwand im Projektalltag.

Die Nachfrage nach einem zentralen Portal steigt kontinuierlich. In den vergangenen zehn Jahren wuchs die Zahl der Baustellenmeldungen um durchschnittlich mehr als 20 Prozent pro Jahr. Bis heute wurden rund 90.000 Anfragen über ALIZ gestellt und etwa 1,8 Millionen Planauskünfte ausgelöst.

Gegründet wurde die ALIZ GmbH & Co. KG 1998 in Nordrhein-Westfalen als Pilotprojekt mehrerer großer Versorger – nach dem Vorbild des niederländischen Kabel- und Leitungsinformationszentrums KLIC. Langfristig soll das Portal bundesweit verfügbar sein.

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