Kritik an bestehenden Richtlinien des Bundesverkehrsministeriums
Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des BdB, kritisiert die „Richtlinie für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeugrückhaltesysteme 2009“ des Bundesverkehrsministeriums. Diese Richtlinie führe zu einer zunehmenden Fällung von Bäumen an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Er sieht darin eine Gefährdung des Kulturguts Alleen.
„Die Richtlinie für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeugrückhaltesysteme 2009“ des Bundesverkehrsministeriums führt dazu, dass immer mehr Bäume an Bundes-, aber auch an Landes- und Kreisstraßen gefällt werden. Das Bundesverkehrsministerium setzt dadurch das Kulturgut Alleen unwiederbringlich aufs Spiel. Daher unterstützen wir das Land Mecklenburg-Vorpommern, das das Bundesministerium bittet, die Bäume am Straßenrand nicht weiter als zu beseitigendes Verkehrshindernis zu qualifizieren.
Alternativen zur Alleenfällung und Priorisierung der Verkehrssicherheit
Guhl betont, dass es Alternativen zur Fällung von Alleen gibt. Neben der Installation von Leitplanken könnten auch Geschwindigkeitsbegrenzungen die Unfallgefahr an Alleen reduzieren.
Zur Fällung von Alleen gibt es Alternativen.
Die Priorisierung der Verkehrssicherheit über das Kulturgut Alleen sei nicht akzeptabel. Der BdB sieht sich in dieser Auffassung mit der interfraktionellen Arbeitsgruppe im Deutschen Bundestag einig, die ebenfalls den Bund zu klärenden Maßnahmen zum Schutz von Alleen auffordert.
Bedeutung der Neuanlage von Alleen für die biologische Vielfalt
Die Möglichkeit zur Neuanlage von Alleen müsse gewährleistet bleiben. Dies erfordere, dass Bäume künftig nicht mit übermäßig großen Abstandsregelungen zum Fahrbahnrand versehen werden.
Bei allen Bauvorhaben muss der Bund künftig den Bau von Leitplanken einpreisen, um eine bundesweite Neuanlage von Alleen zu ermöglichen. Deutschland braucht diese Alleen: Nicht nur, um monotone landwirtschaftlich genutzte Flächen abwechslungsreich zu gestalten, sondern gerade hierdurch die biologische Vielfalt zu erhalten, die man häufig auf Äckern nicht mehr findet.
