Naturschutz

NABU kritisiert abgeschwächten Entwurf zum Bundeswaldgesetz

Der NABU sieht den überarbeiteten Entwurf des Bundeswaldgesetzes kritisch. Nach Ansicht des Verbands fehlen verbindliche bundesweite Vorgaben zum Schutz der Wälder. Statt klarer Mindeststandards setze der Entwurf überwiegend auf freiwillige Maßnahmen und Förderprogramme.

Naturschutzverband fordert verbindliche Regeln für Waldschutz und Klimaanpassung

Der NABU sieht den überarbeiteten Entwurf des neuen Bundeswaldgesetzes kritisch. Zwar erkenne die aktuelle Fassung die Bedeutung des Waldes und seiner Ökosystemleistungen an, zentrale Regelungen zum Schutz der Wälder seien jedoch deutlich abgeschwächt worden.

Nach Einschätzung des NABU fehlen damit verbindliche bundesweite Vorgaben für einen nachhaltigen Umgang mit den Waldflächen. Statt klarer Mindeststandards setze der Entwurf überwiegend auf freiwillige Maßnahmen und Förderprogramme.

Kritik an fehlenden Mindeststandards

„Der dramatisch schlechte Zustand unserer Wälder ist hinlänglich bekannt. Extremwetter, Schädlingsbefall und intensive Eingriffe drängen den Wald dabei immer weiter an die Belastungsgrenze. Umso dringlicher ist es, dieses wichtige Ökosystem nicht noch zusätzlich durch Kahlschläge, starke Befahrung und flächige Aufforstung mit nicht-heimischen Baumarten zu schwächen. Doch statt klare, bundeseinheitliche Regeln für einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Wäldern zu schaffen, setzt der Entwurf vor allem auf das Prinzip ‚alles kann, nichts muss‘. Notwendigen Maßnahmen werden damit in die Freiwilligkeit und Förderung geschoben. Bisher haben die Millionen von Steuermitteln an Grundbesitzende und Forstwirtschaft seit Jahren allerdings kaum dazu beigetragen, den Wald gegen die Klima- und Naturkrise zu wappnen. Deshalb gilt: Nur ein ausgewogenes Verhältnis aus klaren gesetzlichen Leitplanken und finanziellen Anreizen garantiert einen gesunden, vielfältigen Wald, mit dem wird der Klimakrise begegnen können.“

Mit Blick auf zunehmende Extremwetterereignisse, Schädlingsbefall und intensive forstwirtschaftliche Nutzung fordert der Verband verbindliche Regelungen zum Schutz der Wälder. Dazu zählen unter anderem Einschränkungen bei Kahlschlägen, der Befahrung von Waldflächen sowie bei großflächigen Aufforstungen mit nicht heimischen Baumarten.

Wälder als wichtiger Bestandteil der Klimaanpassung

Der Zustand der Wälder spielt auch für Kommunen und den Garten- und Landschaftsbau eine wichtige Rolle. Wälder übernehmen zentrale Funktionen für Klima, Wasserhaushalt und Biodiversität und gelten als bedeutender Bestandteil von Klimaanpassungsstrategien.

Nach Auffassung des NABU braucht es deshalb ein ausgewogenes Verhältnis aus gesetzlichen Vorgaben und finanziellen Anreizen, um die Wälder langfristig widerstandsfähiger gegenüber Klima- und Naturkrisen zu machen.

20.08.2024

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