Allgemeines, Kommunalfahrzeuge

Amazone: Umsatzrückgang 2009, aber strategische Weichenstellungen für die Zukunft

Die Amazonen-Werke verzeichneten 2009 einen Umsatzrückgang von 23 Prozent auf 290 Mio. EUR. Trotzdem lag das Ergebnis über dem Fünfjahresdurchschnitt. Das Unternehmen setzte auf Krisenbewältigung, Mitarbeiterbindung und strategische Investitionen in Forschung und Entwicklung, um zukünftiges Wachstum zu sichern.

Umsatzentwicklung und Marktanteile im Krisenjahr 2009

Die Amazonen-Werke verzeichneten im Geschäftsjahr 2009 mit ihrer Land- und Kommunaltechnik einen Umsatz von 290 Mio. EUR. Dies stellt einen Rückgang von rund 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr (380 Mio. EUR) dar, liegt jedoch weiterhin über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Nach dem Ausnahmejahr 2008 haben wir damit trotz der deutlich spürbaren Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise immer noch - wie 2007 - das zweithöchste Umsatzergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt.

So fassten die Amazone-Geschäftsführer Christian Dreyer und Dr. Justus Dreyer die Lage zusammen. Der Auslandsanteil am Umsatz betrug 2009 weiterhin 75 Prozent und lag damit über dem Branchendurchschnitt. 80 Prozent des Gesamtumsatzes entfielen auf Westeuropa inklusive Deutschland, 16 Prozent auf Osteuropa und 4 Prozent auf den Rest der Welt.

Herausforderungen in Osteuropa und stabile Märkte in Westeuropa

Der Umsatzrückgang im Jahr 2009 ist primär auf die Situation in osteuropäischen Märkten zurückzuführen. Dort hatten Wechselkursveränderungen zugunsten des Euro die Importe aus dem Euroraum erheblich verteuert. Finanzierungen für Landmaschinen waren aufgrund hoher Zinssätze und Kreditklemmen nur eingeschränkt möglich. Protektionistische Maßnahmen in einigen Ländern verstärkten diese Trends.

Niedrigere Erzeugerpreise für Agrarprodukte, höhere Getreidebestände und gestiegene Betriebsmittelkosten dämpften zudem die Investitionsbereitschaft. Besonders betroffen war Russland, das in den Vorjahren zum zweitwichtigsten Exportmarkt nach Frankreich aufgestiegen war. Die Amazone-eigene Fertigung im Werk Samara wirkte sich dort jedoch dämpfend auf die Rückgänge aus.

In Deutschland und den anderen westeuropäischen Ländern blieb der Umsatz auf Vorjahresniveau. Christian Dreyer führte dies auf das Maschinenprogramm und das Engagement der Vertriebspartner zurück. In Ländern wie Österreich sowie in einigen osteuropäischen Märkten wie Rumänien und Litauen konnten Marktanteile ausgebaut und Umsatzzuwächse erzielt werden.

Generell ist festzustellen, dass sich die Nachfrage bei Bodenbearbeitungsmaschinen, Sämaschinen, Düngerstreuern und Pflanzenschutzspritzen weiter in Richtung hochwertiger Technik mit großen Arbeitsbreiten entwickelt. Zugleich setzt sich der Trend zum überbetrieblichen Maschineneinsatz durch Lohnunternehmer, Betriebsgemeinschaften und Maschinenringe fort. Hier bestätigt sich die Amazone-Strategie der letzten Jahre, dass wir auf die Präzisions-Landwirtschaft setzen und die Technik für professionelle Anwender weiterentwickeln. Unsere Positionierung als Spezialist für den "Intelligenten Pflanzenbau" wollen wir weiter auf alle Märkte übertragen.

Dies erklärte Dr. Justus Dreyer. Entsprechend sollen auch zukünftig mehr als 5 Prozent des Gesamtumsatzes in Forschung und Entwicklung investiert werden.

Maßnahmen zur Krisenbewältigung und Mitarbeiterbindung

Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise setzte die Amazone-Geschäftsleitung bereits in der ersten Jahreshälfte 2009 ein Maßnahmenpaket um. Dazu gehörten die Rückverlagerung fremd vergebener Arbeiten, der Abbau von Stunden- und Urlaubsguthaben, die Reduzierung der Zeitarbeit sowie die Überprüfung von Kostenstrukturen und Investitionsplanungen. In einigen Unternehmensbereichen wurde Kurzarbeit angemeldet.

Trotzdem konnten wir jederzeit auf die große Motivation der Amazone-Mitarbeiter und ihre hohe Identifikation mit dem Unternehmen zählen. Auch in diesem schwierigeren Jahr zeigte sich, dass die Mannschaft des Familienunternehmens Amazone ein eingeschworenes Team ist.

So Christian Dreyer. Die Stammbelegschaft von insgesamt 1.500 Mitarbeitern konnte gehalten werden.

Optimierung von Organisation und Infrastruktur

Wir sehen die derzeitige Situation auch als Chance, nicht nur die Produkte, sondern auch unsere Serviceleistungen weiterzuentwickeln, um die Anforderungen unserer Kunden zukünftig noch besser zu erfüllen.

Christian Dreyer beschrieb damit das Ziel weiterer Maßnahmen. Im Jahr 2009 wurden die Abläufe in der Fertigung optimiert, Durchlaufzeiten verkürzt und der Servicegrad erhöht. Im Vertrieb entwickelte Amazone mit der Partnerbank De Lage Landen neue Finanzierungsangebote. Erfolgreich verliefen auch Aktionen für den Verkauf von Original-Verschleiß- und Ersatzteilen.

Für die Vertriebsorganisation führte Amazone im Herbst einen "Produkt-Konfigurator" ein, der über die Homepage zugänglich ist und Vertriebspartnern die Zusammenstellung optimaler Maschinenlösungen ermöglichte. Der Internet-Auftritt wurde ebenfalls erweitert und bietet seit Herbst 2009 mehr Service-Angebote, Informationen und Videos.

In Hasbergen-Gaste investierte Amazone in einen Erweiterungsbau des zentralen Ersatzteillagers, wodurch die Kapazitäten verdoppelt wurden. Eine neue Düngerstreuer-Testhalle wurde errichtet, die als weltweit modernste Testvorrichtung gilt. Am neuen Produktionsstandort Hude-Altmoorhausen wurde die Montage von Großsämaschinen aufgenommen. Zudem wurden ein neues Verwaltungsgebäude im französischen Forbach und ein Erweiterungsbau in Leipzig in Betrieb genommen.

Die Amazone-Gruppe investierte 2009 insgesamt rund 10 Mio. €. Am Produktionsstandort Tecklenburg-Leeden begann die Eigenproduktion der SX-Selbstfahrerspritzen. Ziel ist es, mittelfristig höhere Marktanteile in Europa zu erreichen. Die Investitionen sind laut Geschäftsführung an der langfristigen finanziellen Sicherheit und der Philosophie der Nachhaltigkeit ausgerichtet. Amazone strebt in den kommenden Jahren ein organisches und kontinuierliches Wachstum an.

Internationale Präsenz und Kommunikation

Amazone plant den Ausbau seiner internationalen Präsenz weiter zu forcieren. Ein Beispiel ist die Gründung einer Vertriebstochter in Ungarn, die zu einer besseren Markterschließung führte. Zukunftsmärkte sieht das Unternehmen unter anderem in Kasachstan, wo Amazone bereits mit bodenwasser-sparender Technik erfolgreich ist. Der Trend zur Ressourcenschonung gewinnt global an Bedeutung, und Amazone sieht sich mit entsprechenden Konzepten und Maschinen gut aufgestellt.

Im Bereich der Endkundenkommunikation baute Amazone 2009 sein internationales Schulungsangebot zum "Intelligenten Pflanzenbau" aus. In den Active Centern in Hasbergen-Gaste, Hude, Leipzig und Auneau (Frankreich) nahmen Kunden und Interessenten an Fachseminaren, Schulungen und Feldtagen zu Themen der Effizienzsteigerung im Pflanzenbau teil.

Messepräsenz und Innovationen

Amazone war 2009 auf rund 30 internationalen Messen vertreten, darunter die Demopark im Kommunalbereich und die Agritechnica für die Landtechnik. Die Agritechnica 2009 verlief erfolgreich und setzte Impulse. Unter dem "3C-Cost Cutting Concept" stellte Amazone Innovationen und Wirtschaftlichkeit des Maschinenprogramms in den Fokus, um "Mehr Leistung bei weniger Aufwand" zu demonstrieren.

Das Interesse der Fachbesucher galt gut ausgestatteten, schlagkräftigen Maschinen mit elektronischen Zusatzfunktionen, wie hydraulisch angetriebenen Wiegestreuern oder vollelektronisch geregelten Pflanzenschutzspritzen mit Distance Control. Besonders gefragt war die automatische Teilbreitenschaltung GPS-Switch für Düngerstreuer und Spritzen. Neue Maschinen wie das Einzelkornsägerät EDX oder die Zinkenscharsämaschine Cayena fanden ebenfalls großen Anklang.

"BoniRob", ein autonomer Feldroboter, der in Kooperation mit der Fachhochschule Osnabrück, der Robert Bosch GmbH und weiteren Partnern entwickelt wird, stieß auf großes Interesse. Ein Prototyp zeigte die Möglichkeiten dieser Technologie für die Landwirtschaft. Amazone erhielt auf der Agritechnica 2009 drei Innovations-Medaillen:

  • Gold für das herstellerübergreifende ISOBUS Bedienkonzept des CCI Terminals.
  • Silber für die automatische Abstreiferregelung smartControl für die Einzelkornsägeräte EDX.
  • Silber für die LED-Einzeldüsenbeleuchtung an der Pflanzenschutzspritze zur verbesserten Sichtbarkeit der Düsen-Spritzfächer bei Dunkelheit.

Mit insgesamt 21 Gold- und Silbermedaillen auf den letzten sieben Agritechnica-Ausstellungen zählt Amazone zu den innovativsten Unternehmen der Landtechnik-Branche.

Auf der Agritechnica 2009 fand zudem die erste Verleihung des Amazone "Innovation-Award" statt. Ausgezeichnet wurden die Bachelor-Arbeit von Friedrich Keunecke (Humboldt-Universität Berlin) und die Dissertation von Dr. Stefan Hinck (Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg).

Zukunftsperspektiven und Unternehmensziele

Die aktuellen Herausforderungen werden wir weiterhin optimistisch angehen. Wir werden gestärkt aus der derzeitigen Schwächephase einiger Märkte herauskommen.

Die Amazone-Geschäftsführer blicken optimistisch in die Zukunft und sehen mittel- und langfristig gute Perspektiven für die Landwirtschaft und Landtechnik. Sie verweisen darauf, dass Agrarprodukte als Grundlage für Lebensmittel und nachwachsende Energien stets benötigt werden. Wachsende Weltbevölkerung, knapper werdende Nutzflächen, schwankende Margen, internationale Märkte und umweltpolitische Rahmenbedingungen werden als zentrale landwirtschaftliche Herausforderungen der Zukunft betrachtet.

Amazone hält an fünf Hauptzielen zur Entwicklung der Unternehmensgruppe fest:

  1. Erschließung neuer Märkte sowie Ausbau der internationalen Vertriebs- und Servicenetze in Kooperation mit lokalen Partnern.
  2. Innovationsführerschaft durch Neu- und Weiterentwicklungen marktangepasster und innovativer Maschinen- und Verfahrenskonzepte.
  3. Ausbau der Beratungsaktivitäten auf Basis des Active Versuchs- und Schulungskonzepts.
  4. Weiterentwicklung rationeller und schlanker Fertigungs- und Verwaltungsstrukturen.
  5. Förderung und Motivation der Mitarbeiter.

Die Landwirtschaft benötigt fortlaufend moderne Technik und intelligentere Verfahren, um mehr Leistung bei weniger Aufwand zu erzielen und Einkommen zu sichern. Landwirtschaftliche Betriebe und Lohnunternehmer werden daher weiterhin investieren.

Mit unseren Innovationen, unserem Maschinen- und Verfahrensangebot sowie unserer Motivation werden wir von Amazone zusammen mit unseren Vertriebspartnern auch in Zukunft ein starker und zugleich erfolgreicher Partner für Landwirte und Lohnunternehmer sein.

03.02.2010

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

AMAZONEN-Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG

Am Amazonenwerk 9-13
49205Hasbergen
Deutschland

Tel.:+49 5405 501-0
Fax:+49 5405 501-147

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