Betonstein und Vegetation gemeinsam für klimaangepasste Freiräume

Begrünte Betonsteinflächen können Versickerung, Biodiversität und Abkühlung mit tragfähigen Wegen verbinden. Auf der Landesgartenschau Ellwangen zeigt braun-steine Systeme mit bis zu 50 Prozent Begrünungsanteil. Grünstreifen senkten dabei Oberflächentemperaturen von über 41 auf etwa 37 °C.

Begrünte Betonsteinflächen verbinden tragfähige Wege mit Versickerung und Abkühlung

Wie sich befestigte Flächen und Vegetation im Zuge des Klimawandels miteinander verbinden lassen, stand im Mittelpunkt der vierten Veranstaltung der Vortragsreihe „Garten aktuell“ auf der Landesgartenschau Ellwangen 2026. Andreas Brunkhorst und Armin Fabri von braun-steine GmbH betrachteten Biodiversität und Grün dabei aus der Perspektive eines Betonsteinherstellers.

Anhand verschiedener Beispiele, darunter Flächen auf dem Gartenschaugelände, zeigte Produktentwickler Andreas Brunkhorst die Erwärmung unterschiedlicher Beläge an sonnigen Tagen. Bei Asphalt und Betonsteinen wurden Oberflächentemperaturen von mehr als 41 °C betrachtet. Durch Grünstreifen innerhalb der Beläge sank die durchschnittliche Oberflächentemperatur auf etwa 37 °C.

Befestigte Flächen und Vegetation übernehmen unterschiedliche Aufgaben

Bei Wegen und anderen Befestigungen bleiben Nutzbarkeit, Tragfähigkeit, Begehbarkeit und Barrierefreiheit zentrale Anforderungen. Diese Funktionen kann Vegetation nicht übernehmen. Pflanzen erfüllen innerhalb der Flächen andere Aufgaben: Sie können durch Verdunstung zur Abkühlung beitragen und die Versickerung von Niederschlagswasser in den Untergrund unterstützen.

Das versickerte Wasser steht dort Pflanzen zur Verfügung und kann weiter in tiefere Bodenschichten bis zum Grundwasser gelangen. Gleichzeitig schafft die Vegetation Lebensräume und trägt damit zur Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren bei. Befestigung und Vegetation erfüllen somit jeweils eigenständige Funktionen, können in der Freiraumgestaltung jedoch miteinander kombiniert werden.

Bis zu 50 Prozent Begrünung der Belagsflächen

Braun-steine hat verschiedene Betonsteine für solche Gestaltungskonzepte entwickelt. Auf der Landesgartenschau Ellwangen sind die Systeme in den Schaugärten an der Jagst sowie am Treffpunkt Grün zu sehen.

Das Pflastersystem Arena kombiniert unterschiedliche Steingrößen. Abhängig von der Verlegeart entstehen größere oder kleinere Fugen, die begrünt werden können. Der Vegetationsfugenstein Vario ermöglicht unterschiedlich breite Fugen in Reihen und lässt sich dabei mit geschlossenen Flächen abwechseln.

Speziell konstruierte Pflanzsteine schaffen innerhalb befestigter Bereiche größere Pflanzflächen. Sie können insbesondere unter Bäumen oder als Übergang zu angrenzenden Pflanzbeeten eingesetzt werden. Das System Polyline besteht aus sechseckigen Pflastersteinen, die sowohl eng als auch mit unterschiedlichen Fugenbreiten verlegt werden können.

Die vorgestellten Beläge ermöglichen nach Angaben des Herstellers Begrünungsanteile von bis zu 50 Prozent. Für die Vegetationsbereiche stehen unterschiedliche Stauden und Gräser zur Verfügung. Damit können befestigte Flächen mit zusätzlichen Grünstrukturen im Siedlungsraum verbunden werden.

Organische Wegeführungen statt ausschließlich geschlossener Flächen

Die unterschiedlichen Steinformate und begrünten Bereiche eröffnen zugleich gestalterische Möglichkeiten. Wege können organischer geführt und befestigte sowie bepflanzte Bereiche stärker miteinander verzahnt werden. Für den Garten- und Landschaftsbau verbindet der Ansatz damit technische Anforderungen an Wegeflächen mit Vegetation und Regenwasserversickerung.

Neben Pflasterbelägen produziert braun-steine auch Mauersteine aus Recyclingmaterial. Diese können ebenfalls begrünt werden und kommen unter anderem als Alternative zu Weinbergmauern infrage.

Wasser, Boden und Vegetation zusammendenken

Die vorgestellten Konzepte betrachten befestigte Flächen, Wasser, Boden und Vegetation als miteinander verbundene Bestandteile des Freiraums. Niederschlagswasser kann in den Boden gelangen, der wiederum die Vegetation trägt. Die Pflanzen wirken über Verdunstung auf das Mikroklima und schaffen zugleich zusätzliche Grünstrukturen.

Auf diese Weise sollen nutzbare und tragfähige Flächen nicht ausschließlich geschlossen versiegelt werden. Die Kombination aus Betonstein und Vegetation ermöglicht vielmehr befestigte Freiräume, in denen Versickerung, Begrünung, Aufenthaltsqualität und die erforderliche Nutzbarkeit miteinander verbunden werden.

Weitere Informationen:

Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e. V.

Filderstr. 109 / 111
70771 Leinfelden-Echterdingen
Deutschland

Tel.: +49 711 97566-0
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