Regionale Herausforderungen und länderübergreifende Kooperation
Der Klimawandel stellt Süddeutschland vor spezifische Herausforderungen: Bis zum Jahr 2100 werden heißere Sommer und vermehrte Winterniederschläge erwartet. Um diesen regionalen Folgen zu begegnen, ist eine enge Zusammenarbeit der Bundesländer unerlässlich.
Diese Notwendigkeit wurde auf dem 5. KLIWA-Symposium in der Würzburger Residenz von Dr. Marcel Huber, Bayerischer Umweltminister, Ulrike Höfken, rheinland-pfälzische Umweltministerin, Franz Untersteller, baden-württembergischer Umweltminister, und Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes, betont. Die Länder Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kooperieren bereits im Rahmen des Vorhabens „KLIWA – Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft“ mit dem Deutschen Wetterdienst, um die Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft wissenschaftlich zu erforschen.
Die drei Minister warnten vor einem Scheitern des Klimagipfels in Doha und unterstrichen die Bedeutung ehrgeiziger Klimaschutzziele weltweit.
Neben unseren regionalen Anstrengungen brauchen wir ehrgeizige Klimaschutzziele weltweit und dürfen nicht zulassen, dass das Kyoto-Protokoll aufgeweicht wird.
Bayerns Umweltminister Huber hob hervor, dass der Klimawandel in Bayern bereits Realität sei, wie der aktuelle „Klimabericht Bayern“ zeige. Das Land investiere mit dem Klimaprogramm Bayern 2020 intensiv in den Klimaschutz und stelle zwischen 2012 und 2016 über eine Milliarde Euro für Energie, Klimaschutz und Innovation bereit.
Um eine weitere Erderwärmung zu verhindern, dürfen wir uns nicht alleine auf das globale Engagement verlassen, sondern müssen jetzt handeln – auch auf regionaler, länderübergreifender Ebene. Investitionen für den Klimaschutz sind Investitionen in unsere Zukunft!
Baden-Württembergs Umweltminister Untersteller bezeichnete das Forschungsprojekt KLIWA als Beispiel für länderübergreifende Kooperation in der Umweltpolitik.
Was im Großen gilt, muss im Kleinen beginnen. Dies beweisen wir mit KLIWA schon seit Jahren, indem wir uns über die Grenzen der Bundesländer hinweg Gedanken über die regionalen Auswirkungen des Klimawandels und notwendige Anpassungsmaßnahmen machen.
Untersteller verwies auf das geplante Klimaschutzgesetz in Baden-Württemberg und die Entwicklung einer Anpassungsstrategie. Insbesondere der Bodensee als größter Trinkwasserspeicher Deutschlands müsse beachtet werden, da höhere Temperaturen und damit verbundenes wärmeres Wasser sowie Probleme beim Sauerstoffeintrag eine potenzielle Bedrohung für das Leben im See darstellten.
Ministerin Höfken wies darauf hin, dass die Folgen des Klimawandels eine Zunahme extremer Witterungsverhältnisse, häufigere starke Regenfluten, aber auch mehr Hitzeperioden und längere Trockenphasen umfassen. Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern berücksichtigten diese Auswirkungen bereits in ihren wasserwirtschaftlichen Planungen. Ein Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz sei das konsequente Hochwasserrisikomanagement in kommunalen Hochwasserpartnerschaften.
Auch Landwirtschaft, Weinbau und Forstwirtschaft müssten sich anpassen. Hier gelte es, Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserhaushalts der Böden und zur Verhinderung der Erosion zu entwickeln. Rheinland-pfälzische Wälder würden durch naturnahen Waldbau klimatauglich gemacht.
Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes, bestätigte die Realität des Klimawandels.
Der Klimawandel ist eine Tatsache. Er verändert bereits heute unsere Lebensverhältnisse und zwingt auch die Wasserwirtschaft in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz, sich frühzeitig auf künftige Veränderungen beim Niederschlag und deren Folgen einzustellen. Der Deutsche Wetterdienst unterstützt die Länder bereits heute bei der Anpassung an den Klimawandel mit Fakten und einer auf sie zugeschnittenen Klimaberatung.