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Apfelernte 2023: Rückgang unter die Millionengrenze

Die Apfelernte in Deutschland lag 2023 mit 941.200 Tonnen deutlich unter der Millionengrenze. Dies entspricht einem Rückgang von 12,1 % gegenüber dem Vorjahr und ist die drittniedrigste Ernte der letzten zehn Jahre. Ungünstige Witterungsbedingungen und Krankheiten beeinflussten den Ertrag maßgeblich.

Ursachen für den Ertragsrückgang bei Äpfeln

Die geringe Erntemenge im Jahr 2023 ist primär auf ungünstige Witterungsverhältnisse zurückzuführen. Nass-kaltes Wetter während der Blütezeit wirkte sich negativ auf die Bestäubung aus und führte teilweise zu Frostschäden. Im Frühsommer auftretende Hitze und Trockenheit belasteten viele Bäume zusätzlich, was Sonnenbrand und Trockenstress förderte. Hinzu kamen ein erhöhtes Auftreten von Krankheiten wie Schorf sowie lokale Niederschlags- und Hagelereignisse im Hochsommer, die die Früchte beschädigten.

Regionale Ernteentwicklung

Die größten deutschen Apfelanbaugebiete, das Alte Land (Niedersachsen und Hamburg) und der Bodensee (Baden-Württemberg), verzeichneten deutliche Rückgänge. In Baden-Württemberg wurden 2023 mit 313.600 Tonnen die meisten Äpfel geerntet, was jedoch einen Rückgang von 60.800 Tonnen oder 16,2 % gegenüber 2022 bedeutet. Niedersachsen erntete 282.700 Tonnen, 31.000 Tonnen oder 9,9 % weniger als im Vorjahr. Diese beiden Bundesländer trugen 33,3 % (Baden-Württemberg) beziehungsweise 30,0 % (Niedersachsen) zur bundesweiten Apfelernte bei.

Verwertung der Apfelernte

Etwa drei Viertel (74,4 % oder 699.600 Tonnen) der Apfelernte 2023 waren für die Vermarktung als Tafelobst vorgesehen. Rund ein Viertel der Ernte (24,1 % oder 226.600 Tonnen) wurde als Verwertungs- oder Industrieobst genutzt, beispielsweise für die Produktion von Fruchtsaft, Konserven oder Apfelwein. Der verbleibende Rest von 1,6 % (15.000 Tonnen) konnte aufgrund von Lager- oder Verarbeitungsverlusten nicht vermarktet werden.

Pflaumen- und Zwetschenernte

Die Erntemenge von Pflaumen und Zwetschen lag 2023 bei 43.800 Tonnen, was einem Rückgang von 6,5 % gegenüber dem Vorjahreswert von 46.800 Tonnen entspricht. Auch der Durchschnitt der letzten zehn Jahre (45.500 Tonnen) wurde um 3,7 % unterschritten. Schwankende Ernteerträge sind bei Pflaumen und Zwetschen aufgrund ihrer alternierenden Tragweise charakteristisch. Ertragseinbußen in einigen Regionen resultierten aus ungünstigen Witterungsbedingungen, Schädlingsbefall wie Essigfliegen und durch Regen verursachtem Aufplatzen der Früchte.

Bei den geernteten Pflaumen spielte die Vermarktung als Tafelobst mit 37.900 Tonnen (86,5 %) eine noch bedeutendere Rolle als bei Äpfeln. Nur 4.300 Tonnen (9,9 %) wurden als Verwertungs- oder Industrieobst verwendet. 1.600 Tonnen (3,6 %) der Früchte konnten nicht vermarktet werden.

Die wichtigsten Bundesländer bei der Pflaumenernte waren Baden-Württemberg mit 18.300 Tonnen (+0,8 % zum Vorjahr) und Rheinland-Pfalz mit 9.000 Tonnen (-18,4 % zum Vorjahr). Diese beiden Länder stellten 62,3 % der deutschen Pflaumenernte 2023.

Gesamtergebnis Baumobsternte 2023

An der gesamten erfassten Erntemenge von 1,1 Millionen Tonnen Baumobst im Jahr 2023 hatten Äpfel einen Anteil von rund 88,1 %. Der Anteil von Pflaumen und Zwetschen lag bei 4,1 %. Zusätzlich wurden in Deutschland 37.800 Tonnen Birnen (3,5 %), 32.400 Tonnen Süßkirschen (3,0 %), 7.800 Tonnen Sauerkirschen (0,7 %) sowie 5.800 Tonnen Mirabellen und Renekloden (0,5 %) geerntet.

08.01.2024

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