Stagnation des Treibhauseffekts fluorierter Gase
Der potenzielle Treibhauseffekt der im Jahr 2022 in Deutschland eingesetzten fluorierten Treibhausgase (FKW, HFKW, Blends) ist gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. Die eingesetzte Menge an fluorierten Treibhausgasen entsprach 7,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. In den Jahren von 2015 bis 2021 war der potenzielle Treibhauseffekt dieser Gase stetig von 17,2 auf 7,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gesunken.
Die Berechnung der CO2-Äquivalente erfolgte für die Berichtsjahre 2018 bis 2020 nach dem IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) 4th Assessment Report Climate Change 2007 und ab dem Berichtsjahr 2021 nach dem 5th Assessment Report Climate Change 2013. Der Einfluss der einzelnen Treibhausgase auf das Klima ist unterschiedlich stark. Als Vergleichsgröße dient das CO2-Äquivalent, das die Klimawirksamkeit von Kohlendioxid (CO2) mit einem Erwärmungspotenzial von 1 beziffert. Fluorierte Treibhausgase können das Erwärmungspotenzial von CO2 um ein Vielfaches übersteigen. Die Angabe in CO2-Äquivalenten drückt aus, mit wie viel Tonnen CO2 die Menge eines jeweiligen Treibhausgases umgerechnet zur globalen Erwärmung beiträgt.
Die im Jahr 2022 verwendeten rund 5.984 Tonnen fluorierter Treibhausgase tragen potenziell so viel zur Erderwärmung bei wie 7 Millionen Tonnen CO2. Da fluorierte Treibhausgase überwiegend in geschlossenen Systemen wie Klimaanlagen verwendet werden, tritt die Wirkung auf das Klima erst mittel- bis langfristig bei der Freisetzung in die Atmosphäre auf. Daher werden diese Stoffe als "potenziell emissionsrelevant" bezeichnet. Die im jeweiligen Jahr eingesetzte Menge an fluorierten Treibhausgasen steht somit nicht in direktem Zusammenhang mit der im jeweiligen Jahr freigesetzten Menge dieser Gase.
Anteil fluorierter Treibhausgase an allen Treibhausgasemissionen
Das Umweltbundesamt prognostizierte für Deutschland im Jahr 2022 Treibhausgasemissionen in Höhe von insgesamt 746 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Dies waren 1,9 % weniger als im Vorjahr (2021: 760 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente). Der Anteil der fluorierten Treibhausgase an allen Treibhausgasemissionen belief sich demnach im Jahr 2022 auf 1,3 %.
R 134a (Tetrafluorethan) ist das am häufigsten verwendete fluorierte Treibhausgas in Deutschland. Der Stoff trägt in einem Zeitabschnitt von 100 Jahren 1.300 Mal stärker zum Treibhauseffekt bei als CO2. Im Jahr 2022 wurden 2,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente R 134a eingesetzt, überwiegend als Kältemittel, beispielsweise in Klimaanlagen und Kühlschränken. Im Vergleich zu 2021 (2,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente) verminderte sich das Emissionspotenzial der eingesetzten Menge dieses Stoffes um 7,8 %.
Als Ersatz für R 134a wird unter anderem das Kältemittel R 1234yf (Tetrafluorpropen) eingesetzt, da dieses eine deutlich geringere Klimawirksamkeit aufweist (1 CO2-Äquivalent statt 1.300). Die Verwendung von R 1234yf stieg von 2021 bis 2022 um 9,3 % von 1.534 Tonnen auf 1.677 Tonnen.
