Wettbewerb zur IGA 2027 präsentiert moderne Friedhofskultur im Ruhrgebiet
Unter dem Leitmotiv „Wie wollen wir morgen leben?“ richtet die Internationale Gartenausstellung 2027 Ruhrgebiet (IGA 2027) den Blick auf die Zukunft urbaner Grünräume. Themen wie Umwelt, Klima, Energie und Stadtentwicklung verbinden sich mit Gärten, Parks und Freiflächen zu einem Gesamtkonzept für die Metropolregion. Die Ausstellung gilt als Meilenstein auf dem Weg des Ruhrgebiets zur grünsten Industrieregion der Welt.
Mit erwarteten 2,6 Millionen Besuchern erreicht die IGA 2027 eine Größenordnung vergleichbar mit der Kulturhauptstadt RUHR.2010. Erstmals wird eine Gartenausstellung dezentral in einer gesamten Metropolregion umgesetzt. Die drei eintrittspflichtigen Zukunftsgärten in Duisburg, Gelsenkirchen und Dortmund bilden die Hauptstandorte mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten.
Ausstellungsbereich auf der Emscherinsel
Der Ausstellungsteil „Grabgestaltung und Denkmal“ entsteht im Zukunftsgarten Gelsenkirchen auf der Emscherinsel am Standort der ehemaligen Zeche Nordstern. Eingebettet zwischen Rhein-Herne-Kanal und renaturierter Emscher bietet das Areal mit historischem Kohlebunker eine prägnante Industriekulisse. Dreißig Jahre nach der Bundesgartenschau 1997 wird das Gelände erneut gärtnerisch in Szene gesetzt und weiter aufgewertet.
Im südwestlichen Teil des Zukunftsgartens präsentieren sich Friedhofsgärtnerinnen und -gärtner mit individuell gestalteten Mustergräbern in Abstimmung auf die jeweiligen Grabmale. Ziel ist es, moderne und zukunftsweisende Konzepte der Friedhofs- und Erinnerungskultur einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen.
Gemeinsamer Wettbewerb von BdF und BIV
Ideell getragen wird der Ausstellungsteil vom Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im ZVG sowie vom Bundesverband Deutscher Steinmetze (BIV). Während der BIV einen Grabzeichenwettbewerb ausrichtet, präsentieren die Friedhofsgärtner ihre gestalterische Kompetenz im Rahmen des Grabgestaltungswettbewerbs.
Bewertet werden drei Pflanztermine: eine Erstbepflanzung im Frühjahr inklusive Frühjahrsflor, eine Sommerbepflanzung sowie eine Herbstbepflanzung. Nach jedem Termin beurteilt eine Jury die Arbeiten aller Teilnehmenden. Grundlage sind die verbindlichen Richtlinien für Aussteller und Preisrichter sowie die vorgegebene Pflanzenliste.
Anmeldung und Ablauf
Nach Eingang der Anmeldung erfolgt die Verteilung der insgesamt 61 Grabstellen. Unterschieden wird zwischen Wettbewerbsteilnahme und reinen Ausstellungsgräbern. Die konkrete Grabposition wird im Rahmen der Zulosung am 21. Juni 2026 festgelegt. Anschließend beginnt die Detailplanung einschließlich Pflanzenproduktion oder -bestellung.
Für Gelsenkirchen ist eine zentral organisierte Grundpflege vorgesehen. Jedes Mustergrab erhält eine Beschilderung mit Kontaktdaten des ausstellenden Betriebs sowie Angaben zu Rahmenbepflanzung und Bodendeckern. Diese Daten sind vorab an die IGA 2027 zu melden.
Vergütung und Grabarten
Die IGA 2027 Ruhrgebiet gGmbH zahlt eine pauschale Vergütung für die dreimalige Bepflanzung inklusive Transport. Vereinbart sind folgende Netto-Beträge:
- 1.108 Euro pro Einzelwahlgrabstelle
- 1.915 Euro pro Doppelwahlgrabstelle
- 2.952 Euro pro dreistelliges Wahlgrab
- 633 Euro pro Urnengrab
Zur Verfügung stehen 24 Einzelgrabstellen, 17 Doppelgrabstellen, fünf fließende Formen sowie 15 Urnengrabstellen. Ergänzende Gestaltungen und Ausstattungen runden das Ausstellungskonzept ab.
Wichtige Termine im Überblick
Anmeldeschluss für den Wettbewerb ist der 30. April 2026. Die Erstbepflanzung findet vom 17. bis 20. April 2027 statt, unmittelbar gefolgt von Preisgericht und Eröffnung der IGA am 23. April 2027. Sommer- und Herbstbepflanzung schließen sich mit eigenen Bewertungsterminen an. Die IGA endet am 17. Oktober 2027, das Abräumen der Grabstätten erfolgt ab dem 18. Oktober 2027.
Interessierte Betriebe aus dem Garten- & Landschaftsbau und dem Friedhofsgartenbau können sich mit ihren Gestaltungsideen bewerben und ihre Kompetenz im Rahmen einer international beachteten Ausstellung präsentieren.
