Details zur Entwicklung nach Herkunft und Güterart
Maßgeblich für den Rückgang im Vormonatsvergleich war ein Minus von 4,3 % bei Aufträgen aus der Nicht-Eurozone. Für das gesamte Ausland ergab sich ein Rückgang von 1,4 %.
Demgegenüber stieg das Volumen der Aufträge aus der Eurozone um 3,4 % und die Inlandsaufträge erhöhten sich um 1,1 %. Beide Entwicklungen wurden maßgeblich durch Großaufträge beeinflusst.
Bei den Herstellern von Investitionsgütern sank der Auftragseingang im Juni 2022 um 1,8 % gegenüber dem Vormonat. Hersteller von Vorleistungsgütern verzeichneten einen Anstieg von 1,2 %, während der Auftragseingang im Bereich der Konsumgüter um 1,7 % zunahm.
Für Mai 2022 wurde nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein leichter Rückgang von 0,2 % gegenüber April 2022 festgestellt.
Umsatzentwicklung und Materialknappheit als Herausforderung
Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe stieg im Juni 2022 saison- und kalenderbereinigt um 3,0 % gegenüber dem Vormonat. Für Mai 2022 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg von 2,5 % gegenüber April 2022.
Im Vergleich zum Juni 2021 lag der kalenderbereinigte Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe um 3,4 % höher. Trotz rückläufiger Auftragseingänge und eines deutlichen Umsatzanstiegs war das Auftragseingangsvolumen im Juni 2022 weiterhin leicht höher als das Umsatzvolumen.
Dieser Nachfrageüberhang wird auf die anhaltend hohe Knappheit an Vorprodukten zurückgeführt. Gestörte Lieferketten infolge des Kriegs in der Ukraine und anhaltende Verwerfungen durch die Corona-Krise führen weiterhin zu Problemen bei der Abarbeitung von Aufträgen.
Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung berichtete, dass im Juni 2022 74,1 % der befragten Industrieunternehmen über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen klagten. Das Statistische Bundesamt stellt den Zusammenhang von Materialknappheit und Industrieaktivität in einer Analyse mit fortlaufend aktualisierten Zahlen dar.
