Aus- und Weiterbildung, Branchenverbände

Erster „AZUBI-DAY“ im Garten- und Landschaftsbau Baden-Württemberg

Rund 500 Auszubildende und Ausbilder nahmen am ersten „AZUBI-DAY“ in Baden-Württemberg teil. Vier Referenten gaben Impulse zu Ausbildung, Umgang, mentaler Leistungsfähigkeit und Servicekultur. Die Veranstaltung stieß auf positive Resonanz und bot wertvolle Erkenntnisse für den Berufsalltag.

Impulse für eine erfolgreiche Ausbildung

Am 3. Dezember 2014 versammelten sich rund 500 Auszubildende und Ausbilder aus dem Garten- und Landschaftsbau in der Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen zum ersten „AZUBI-DAY“. Vier Referenten vermittelten den Teilnehmern Impulse für eine erfolgreiche Ausbildung, respektvollen Umgang, mentale Leistungsfähigkeit und eine gelebte Servicekultur.

Die Veranstaltung, die vom Verband für den Garten- und Landschaftsbau Baden-Württemberg e.V. (VGL) initiiert und vom Ausbildungsförderwerk für den Garten- und Landschaftsbau e.V. finanziell unterstützt wurde, stieß auf positive Resonanz. Martin Joos, Vorstandsmitglied des VGL, bezeichnete den Tag als vollen Erfolg. Die Auszubildenden beteiligten sich aktiv an den Vorträgen und Übungen.

Ich war sehr angetan von der besonderen Atmosphäre und es hat mich fasziniert, wie aufmerksam diese Auszubildenden vom ersten Moment an waren. Hier wollte wirklich jeder diesen Tag für sich nutzen, diese Botschaft ist deutlich bei uns Referenten angekommen.

sagte Jörg Löhr, einer der Referenten. Nach der Veranstaltung erhielten die Auszubildenden die Aufgabe, ihre persönlichen Highlights pro Referent in einem „Highlight-Bogen“ festzuhalten und die Umsetzung zu planen, um die Erkenntnisse in den Ausbildungsalltag zu integrieren.

Ich konnte mir nicht vorstellen, wie ein Seminar zusammen mit meinem Azubis funktionieren soll, aber wir waren beide gleichermaßen beeindruckt von diesen Vorträgen.

kommentierte Tobias Zipperlen, Unternehmer und Ausbilder aus Weissach.

Selektive Wahrnehmung und persönliche Entwicklung

Jörg Löhr betonte in seinem Vortrag die Bedeutung der eigenen Wahrnehmung und riet dazu, negative Gedanken wie „Das ist heute nicht mein Tag“ zu vermeiden. Er ermutigte die Teilnehmer, ihre Komfortzone zu verlassen, um Wachstum, Karrierechancen und persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Löhr hob hervor, dass Veränderung die einzige Konstante der Zukunft sei und Selbstbewusstsein die Angst davor mindere.

Optimismus sei entscheidend, da negative Vorstellungen die körperliche Leistung mindern. Er demonstrierte dies am Beispiel eines Auszubildenden: Die Vorstellung, dass Kunden oder Vorgesetzte „nerven“, senke die Kraftkurve. Im Gegensatz dazu stärke die positive Einstellung, dass „der Kunde Spaß und Geld bringt“, das Gehirn und die Kräfte. Löhr empfahl, mit Leidenschaft für eine Sache zu brennen, Grenzen zu überschreiten und Träume sowie Visionen zu verwirklichen.

Gelebte Servicekultur als Erfolgsfaktor

Sabine Hübner, Service-Expertin, definierte gelebte Servicekultur als die Summe der Geschichten und Erlebnisse, die Kunden und Mitarbeiter über ein Unternehmen austauschen. Empathie sei dabei eine erlernbare Fähigkeit, die Konzentration, Wahrnehmung, Fantasie, Kreativität und Mut erfordere, um Kunden zu begeistern.

Hübner betonte, dass es darum gehe, die Erwartungen der Kunden zu übertreffen. In der heutigen transparenten Welt könne jeder Servicekontakt eine existenzielle Entscheidung für ein Unternehmen darstellen. Auszubildende müssten sich dieser Verantwortung bewusst sein. Unzufriedene Kunden äußerten ihre Kritik selten direkt; Gleichgültigkeit oder negative Stimmungen führten jedoch oft zum Firmenwechsel, wobei der Preis als Vorwand diene.

Es gibt zwei Dinge, die man nicht kopieren kann in unserer Welt und das ist Ihr Wissen, worauf der Kunde Wert legt und die Herzlichkeit in Ihrem Unternehmen.

gab Hübner den Teilnehmern mit auf den Weg.

Respekt am Arbeitsplatz

René Borbonus, Redner zum Thema Respekt, stellte fest, dass Menschen sich nach Respekt sehnen, diesen aber oft am Arbeitsplatz vermissen. Er betonte, dass Respekt gesund mache, während Respektlosigkeit krank mache. Acht von zehn Konflikten basierten auf Respektlosigkeit. Als schlimmste Form der Respektlosigkeit nannte er das Infragestellen der Konsistenz des Gegenübers, was zu Verhärtungen und Gesichtsverlust führen könne.

Auch Vergleiche, wie „Schau nur, wie schön Anke Klavier spielt“, seien respektlos und könnten zu negativen Gefühlen führen. Borbonus wies darauf hin, dass die Diskussion um ein ausgesprochenes „Nein“ ebenfalls respektlos sei. Er empfahl, ein „Nein“ nicht begründen zu müssen. Sein Rezept: Zuerst etwas Nettes sagen, dann das „Nein“ äußern und abschließend einen Alternativimpuls geben. Bei Beschimpfungen könne die Frage „Worauf beziehen Sie sich?“ deeskalierend wirken. Borbonus riet den Jugendlichen, ihre Kommunikation regelmäßig zu hinterfragen.

Wer noch grün ist kann wachsen, wer sich bereits reif denkt, beginnt schon zu faulen.

schloss er seinen Vortrag.

Hirn in Hochform: Gedächtnistraining für den Alltag

Markus Hofmann, Gedächtnistrainer, zeigte den Teilnehmern, wie sie ihre mentale Leistungsfähigkeit aktivieren können. Er demonstrierte Techniken, um sich lange Listen von Begriffen zu merken, indem man den Körper in „mentale Briefkästen“ einteilt und eine „Körperliste“ erstellt. Diese Methode ermögliche es, einen „geistigen Spickzettel“ zu konstruieren.

Hofmann betonte, dass für nachhaltiges Lernen Wiederholungen in bestimmten Zeitabständen notwendig seien. Vokabeln oder botanische Namen ließen sich am besten abspeichern, indem man sie in einzelne Buchstabensequenzen unterteilt und eine Geschichte dazu erfindet. Am Ende der Veranstaltung zeigte sich Martin Joos zufrieden:

Ich glaube, wir haben es geschafft, etwas ganz Besonderes an unsere engagierten Betriebe und ihre Auszubildenden mit diesem Tag zurückzugeben und das war uns sehr wichtig.

07.12.2014

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