Einzigartige Ökosysteme in Oberbayern bewahren
Ein neues Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt widmet sich dem Schutz der vielfältigen Ökosysteme zwischen Ammersee und Zugspitze. Das Bundesumweltministerium fördert dieses Vorhaben mit 3,5 Millionen Euro.
Die Projektregion in Oberbayern erstreckt sich vom Tiefland bis in die Alpen und wird maßgeblich von den vier Alpenflüssen Isar, Loisach, Ammer und Lech geprägt. Diese Wildflusslandschaften zeichnen sich durch eine hohe Dichte an seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten aus. Das Projekt „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“ zielt darauf ab, diese voralpinen Flusslandschaften durch Naturmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung zu sichern.
Die Region umfasst zwei der bundesweit 30 sogenannten „Hotspots der biologischen Vielfalt“. Diese Hotspots sind Gebiete mit einer besonders hohen Dichte und Vielfalt an charakteristischen Arten, Populationen und Lebensräumen.
Die Alpenflüsse gehören zu den herausragenden Kostbarkeiten der Natur in Deutschland. Mit dem Projekt wollen wir dabei helfen, dass stark gefährdete Arten wie die Ammerseeforelle oder die Fluss-Seeschwalbe hier dauerhaft eine Heimat finden. Das Projekt ergreift zugleich zahlreiche Initiativen, um Einheimische und Besucher für die biologische Vielfalt dieser Region zu begeistern.
Trotz vieler Eingriffe und Veränderungen übernehmen die alpinen Flüsse mit ihren Auen eine extrem wichtige Funktion im Biotopverbund und beheimaten wertvolle Lebensraumtypen sowie Tier- und Pflanzenarten. Es freut uns, dass sich ein solch breit angelegter Verbund aus unterschiedlichsten Akteuren gefunden hat, um dieses Naturkapital für heutige und zukünftige Generationen zu erhalten und zu entwickeln.
Das sechsjährige Projekt wird vom WWF Deutschland koordiniert und vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet. Es bindet 15 weitere Partner aus Naturschutzverbänden, Landkreisen, Unternehmen sowie Tourismus-, Bildungs- und kirchlichen Organisationen ein. Ein zentrales Ziel ist der Erhalt und die Wiederansiedlung stark gefährdeter Tier- und Pflanzenarten der Alpenflüsse. Durch die Bewahrung und Wiederherstellung ihrer Lebensräume soll das Vorkommen von Arten wie Flussseeschwalbe, Ammerseeforelle oder Alpen-Knorpellattich dauerhaft gesichert werden.
Das Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“
Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt seit 2011 die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Es fördert Vorhaben, die im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung haben oder die Strategie beispielhaft umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und langfristig umzukehren. Sie dienen dem Schutz, der nachhaltigen Nutzung und der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus.
Akzeptanzbildende Maßnahmen in Information und Kommunikation stärken das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt. Die „Hotspots der biologischen Vielfalt“ bilden einen Förderschwerpunkt innerhalb des Bundesprogramms.