Hintergrund und Maßnahmen des ausgezeichneten Projekts
Der Wasserverband Dannenberg im niedersächsischen Wendland wurde von der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) als Gewässerschutzprojekt des Monats ausgezeichnet. Die Ehrung erfolgte im Juni für das Engagement des Verbandes im Trinkwasserschutz.
Auf einer Fläche von 3,5 Hektar um die drei Trinkwasserbrunnen des Wasserwerks Dannenberg wurden 70 Prozent der Nadelbäume gefällt. An deren Stelle pflanzte der Wasserverband über 5.300 Laubgehölze. Karl Rick, Geschäftsführer des Wasserverbandes, erläuterte die Maßnahme:
Unter Mischwald bildet sich zehnmal mehr Grundwasser als unter Nadelwald.
Die neu gepflanzten Buchen, Eichen und Birken sollen in den kommenden Jahrzehnten durch eine verbesserte Bodenbildung zur Aufnahme und Speicherung von Nitrateinträgen beitragen.
Bedeutung des Waldumbaus für den Grundwasserschutz
In Deutschland sind rund 13.430 Wasserschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von etwa 43.100 Quadratkilometern ausgewiesen, um die Trinkwasserversorgung zu sichern. Das Grund- und Trinkwasser ist jedoch vielfältigen schädlichen Einflüssen ausgesetzt, darunter diffuse Einträge aus Industrie, Landwirtschaft und Privathaushalten sowie die Absenkung des Grundwasserspiegels durch übermäßige Wasserentnahme.
Dr. Frank Neuschulz, Leiter Naturschutz der Deutschen Umwelthilfe, überreichte dem Verbandsvorsteher eine Urkunde und betonte die Bedeutung solcher Projekte:
Vorbeugende bzw. wiederherstellende Maßnahmen für den qualitativen und quantitativen Zustand des Grundwassers haben für den Naturschutz einen hohen Stellenwert.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass in Laubwäldern ein deutlich größerer Anteil des Niederschlagswassers den Boden erreicht als in Kiefernwäldern. Dies liegt unter anderem daran, dass Laubwälder im Winter unbelaubt sind und somit weniger Niederschlagswasser in ihren Kronen auffangen, bevor es verdunstet. Auch im Sommer leiten Laubwälder aufgrund ihres Kronenaufbaus und glatter Rinden, wie beispielsweise bei der Buche, mehr Niederschlagswasser zum Boden. Das Wasser versickert am Stammfuß der Bäume und gelangt, sofern es nicht von den Wurzeln aufgenommen oder von den Blättern verdunstet wird, ins Grundwasser.
Fortführung des Projekts und Modellcharakter
In Deutschland gibt es rund 6.000 Wasserwerke in Trinkwasserschutzgebieten, in denen eine ökologisch vorbildliche Land- und Forstwirtschaft angestrebt werden sollte. Im Wasserschutzgebiet des Verbandes in Dannenberg beträgt der Anteil an Forstflächen derzeit 65 Prozent. Karl Rick plant daher, den Waldumbau in den kommenden Jahren fortzusetzen und bemüht sich um den Ankauf weiterer Flächen.
Wir hoffen, dass wir mit unserer Aktion beispielgebend auch für andere Forstwirte sind.
Die Auszeichnung „Gewässerschutzprojekt des Monats“ wird von der Deutschen Umwelthilfe im Rahmen ihres Projektes „Lebendige Flüsse“ an Projekte verliehen, die Modellcharakter besitzen und auf andere Regionen übertragbar sind. Das Projekt, das seit 1995 durchgeführt wird, zielt darauf ab, Flüsse und Bäche wieder zu Lebensadern der Landschaft zu machen. Wirtschaftspartner sind die Unternehmen Kyocera Mita und das Modehaus C&A. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit fördert unter der Überschrift „Netzwerk Lebendige Flüsse“ den bundesweiten Austausch von Experten im Fließgewässerschutz.