Halbstarrer Fugensand sorgt für dauerhafte Stabilität und Wasserdurchlässigkeit
Bei der Neugestaltung des Münsterplatzes in Konstanz wurde auf eine traditionelle Bauweise mit Kieselwacken-Pflaster gesetzt. Die rund 5.000 Quadratmeter große Fläche wurde mit gespaltenen Rheinkieseln ausgeführt, die in ein Kiessandgemisch eingebettet wurden. Ziel war eine dauerhaft belastbare und zugleich optisch ansprechende Lösung für den historischen Platz.
Die Bauweise kombiniert klassische Materialien mit modernen Ergänzungen im Fugenaufbau. Dabei wurde besonderer Wert auf Stabilität, Wasserdurchlässigkeit und eine langfristige Funktionalität gelegt.
Mehrstufiger Aufbau der Fugen
Nach dem Setzen der Steine erfolgte zunächst die Verfüllung des unteren Fugenraums mit doppelgebrochenem Material der Körnung 1/3 mm. Anschließend wurde die Fläche leicht vorgerüttelt, um den Steinen eine erste Stabilität zu geben.
Der obere Fugenbereich, etwa drei bis vier Zentimeter tief, wurde mit einem werkseitig vorgemischten Fugensand auf Basis des Bindemittels Stabilizer verfüllt. Dieser wurde mit Wasser eingeschlämmt, sodass das Material auch in tiefere Hohlräume eindringen konnte.
Halbstarre Bauweise mit wasserdurchlässigen Fugen
Durch die Kombination der Materialien entsteht ein Fugenaufbau mit hoher Standfestigkeit, der gleichzeitig wasserdurchlässig bleibt. Nach dem Abtrocknen wurde die Fläche mit schwerem Gerät bis zur endgültigen Stabilität nachgerüttelt.
Das verwendete Bindemittel basiert auf pflanzlichen Bestandteilen und wird dem Sand bereits im Werk beigemischt. Bei Feuchtigkeit quillt es auf und sorgt für eine erneute Bindung des Fugenmaterials, wodurch ein halbstarres System entsteht.
Vorteile im praktischen Einsatz
Der Einsatz von Stabilizer-Fugensand bietet mehrere funktionale Vorteile:
- Reduzierung von Materialverlust durch Wind, Verkehr und Niederschläge
- Erhalt der Wasserdurchlässigkeit der Fläche
- Keine Veränderung des optischen Erscheinungsbildes
- Keine Rückstände oder Schleierbildung bei der Verarbeitung
Das System ist frei von belastenden Chemikalien und UV-beständig. Es eignet sich nicht nur für historische Pflasterflächen, sondern kann auch bei anderen Belagsarten eingesetzt werden.
Praxisrelevanz für den Flächenbau
Die Kombination aus traditionellem Pflaster und modernem Baustoff zeigt, wie sich langlebige und pflegeleichte Lösungen im Garten- und Landschaftsbau realisieren lassen. Insbesondere bei stark frequentierten Flächen bietet die halbstarre Fugenbauweise eine wirtschaftliche Alternative zu klassischen Verfüllungen.
