Naturschutz

Naturschutzgroßprojekt „Bänder des Lebens“ im Hunsrück gestartet

Mit dem Projekt „Bänder des Lebens“ werden im Hunsrück wertvolle Lebensräume vernetzt und gesichert. Der Bund fördert die Planungsphase mit 1,4 Millionen Euro, um Artenvielfalt und Kulturlandschaft langfristig zu stärken.

Bund fördert Vernetzung wertvoller Lebensräume mit 1,4 Millionen Euro

Mit dem Projekt „Bänder des Lebens im Hunsrück“ startet in Rheinland-Pfalz ein neues Naturschutzgroßprojekt mit bundesweiter Bedeutung. Ziel ist es, Lebensräume typischer Tier- und Pflanzenarten sowie landschaftsprägende Nutzungsformen in der Region besser zu vernetzen. Das Bundesumweltministerium fördert das Vorhaben im Rahmen des Programms Verbände & Organisationen „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ mit rund 1,4 Millionen Euro.

Der Hunsrück zählt zu den wertvollen Naturlandschaften Deutschlands. Das Projekt nimmt diese besondere Ausgangslage zum Anlass, um Schutz, Entwicklung und langfristige Sicherung bedeutender Lebensräume systematisch voranzubringen. Die Auftaktveranstaltung findet am Umwelt-Campus Birkenfeld statt.

„Naturschutzgroßprojekte sind die Leuchttürme des Naturschutzes in Deutschland. Sie nehmen besonders schutzwürdige Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung in den Blick. Der Hunsrück erfüllt diese Kriterien in herausragender Weise. Er ist einer der wertvollsten Naturschätze unseres Landes.

Das Programm „chance.natur“ leistet nach Angaben des Bundesumweltministeriums einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt und des nationalen Naturerbes.

„Der Hunsrück ist für ein Naturschutzgroßprojekt prädestiniert: Hier findet sich nicht nur eine Vielzahl von Naturschätzen, sondern auch eine Vielzahl engagierter Menschen, die sich für die Landschaft stark machen, in der sie leben. Und die Kooperation dieser Menschen braucht es, um Vorhaben wie die ‚Bänder des Lebens‘ erfolgreich werden zu lassen und für Natur und Landschaft eine dauerhafte Perspektive zu gestalten. “

Vernetzung wertvoller Lebensräume

Die Region bietet vielfältige Lebensräume für seltene Arten wie Wildkatze, Haselhuhn, Arnika und Moosbeere. Hangwälder, Moore, Bachauen und artenreiche Wiesen prägen das Landschaftsbild. Gleichzeitig verändern sich diese Biotope oder gehen teilweise verloren, wodurch ehemals häufige Arten inzwischen selten geworden sind.

In der nun gestarteten Planungsphase (Projekt I) wird ein Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) erarbeitet. Zunächst werden Vorkommen besonders bedeutsamer Arten und Lebensräume erfasst. Parallel dazu werden Flächen identifiziert, die für eine funktionierende Biotopvernetzung entscheidend sind.

Einbindung regionaler Akteure

Auf Basis der Bestandsaufnahme werden Maßnahmen entwickelt, um Lebensräume zu erhalten und gezielt zu sichern. Da vielfach Nutzungsinteressen berührt sind, werden Land-, Forst- und Wasserwirtschaft frühzeitig in die Planungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden.

Projekt I läuft bis Herbst 2020. Anschließend ist im Rahmen von Projekt II die Umsetzung des Pflege- und Entwicklungsplans vorgesehen. Träger sind die Landkreise Birkenfeld, Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg sowie die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz.

Bundesförderung mit langfristiger Perspektive

Die Gesamtkosten werden zu 82,5 Prozent vom Bund getragen. Das Bundesamt für Naturschutz stellt die Mittel aus dem Haushalt des Bundesumweltministeriums bereit. Das Land Rheinland-Pfalz beteiligt sich mit 7,5 Prozent, die Trägergemeinschaft übernimmt 10 Prozent der Finanzierung.

Das Förderprogramm „chance.natur“ unterstützt seit 1979 herausragende Natur- und Kulturlandschaften in Deutschland. Bislang wurden 80 Projekte mit einer Gesamtfläche von mehr als 3.700 Quadratkilometern gefördert. Jährlich stehen rund 14 Millionen Euro für die Sicherung und Optimierung national bedeutender Landschaftsräume zur Verfügung.

25.06.2018

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