Flutpolder Riedensheim: Ein Meilenstein im Hochwasserschutz
Die Umsetzung des bayerischen Flutpolderkonzepts schreitet voran. Dies wurde anlässlich des Spatenstichs für den neuen Flutpolder Riedensheim an der Donau am 31. März 2015 durch die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf betont.
Wir wollen Bayern hochwassersicher machen. Der Flutpolder Riedensheim ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem System von gesteuerten Flutpoldern entlang der Donau. Mit dem Flutpolder können wir bei einem extremen Hochwasser kurz vor Neuburg die Notbremse ziehen und die Hochwasserspitze um bis zu 35 Zentimeter senken. Die Wirkung ist auch im weiteren Donauverlauf spürbar.
Der Flutpolder Riedensheim erstreckt sich über eine Fläche von 220 Hektar und kann im Falle eines extremen Hochwassers über 8 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. Dies entspricht dem Volumen von 265.000 Tanklastern. Für die gezielte Einleitung von Donauwasser bei Extremereignissen wird ein neues Einlassbauwerk errichtet. Die vollständige Flutung ist innerhalb von 24 Stunden vorgesehen.
Zusätzlich wird der Damm entlang der Donau auf einer Länge von rund vier Kilometern verstärkt und erhöht. Als weitere Maßnahme ist der Bau einer 120 Meter langen Fischaufstiegshilfe geplant. Die Baumaßnahmen sollen voraussichtlich im Jahr 2019 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 30 Millionen Euro.
Bedeutung von Flutpoldern für den Hochwasserschutz
Gesteuerte Flutpolder und natürlicher Hochwasserrückhalt sind zentrale Elemente, um den Flüssen in Bayern mehr Raum zu geben und den Hochwasserschutz zu verbessern.
Wir müssen zum Schutz der Bürger vor Hochwasserkatastrophen alle Anstrengungen unternehmen. Flutpolder sind unsere Festungen gegen Jahrhundertfluten. Jeder Polder kann eine Lebensversicherung für die Unterlieger an den Flüssen sein. Allein die Flutpolder an der Donau verbessern den Schutz von 120.000 Menschen.
Gesteuerte Flutpolder sind große Flächen, die bei extremem Hochwasser gezielt geflutet werden können. Sie stellen effektive Maßnahmen des Hochwasserschutzes dar, da sie die Spitzen von extremen Hochwasserwellen reduzieren. Der erste gesteuerte Flutpolder Bayerns im Seifener Becken an der Iller hat sich bereits beim Juni-Hochwasser 2013 bewährt.