Eigenschaften und Verbreitung der Elsbeere
Als Sorbus-Art ist die Elsbeere eng mit dem Speierling, dem Baum des Jahres 1993, und der Vogelbeere verwandt. Sie zählt zu den selteneren und bedrohten Baumarten, kommt jedoch in Wäldern häufiger vor als der Speierling. Während der Speierling oft als Obstgehölz in der freien Landschaft zu finden ist, tritt die Elsbeere meist als Einzelbaum in Wäldern auf.
Die Blätter der Elsbeere ähneln denen des Bergahorns, und ihre raue, braune Borke kann mit der Eiche verwechselt werden. Im Herbst hebt sie sich durch eine frühe, leuchtend rote Blattfärbung von anderen Bäumen ab. Die Elsbeere ist vor allem in Mitteleuropa verbreitet, insbesondere in Frankreich sowie im mittleren und südlichen Deutschland.
Standortpräferenzen und vielfältige Nutzung
Sie bevorzugt nährstoffreiche, eher trockene Standorte. Als Wirtschaftsbaumart ist die Elsbeere aufgrund ihres wertvollen Holzes von Interesse. Aus ihren schwer zu erntenden Früchten wird ein Obstbrand hergestellt, der zu den teuersten zählt. Früher galten die reifen Früchte als Heilmittel gegen Ruhr und Cholera, worauf der lateinische Artname „Sorbus torminalis“ hinweist.
Der deutsche Name „Elsbeere“ wurde erstmals 1526 von Luther in der Literatur erwähnt. Angesichts der Klimaerwärmung könnte die Elsbeere aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit an Wärme und Trockenheit in unseren Wäldern als Wirtschaftsbaumart an Bedeutung gewinnen. Anlässlich der Wahl zum Baum des Jahres 2011 hat der Förderkreis Speierling sein Informationsfaltblatt überarbeitet und um Informationen zur Elsbeere ergänzt. Dieses ist über das Projekt Wald in Not erhältlich.
