Infrastrukturprojekte und Modernisierung sorgen für Nachfrage bei Baumaschinen in China
Die chinesische Bauwirtschaft steht weiterhin unter Druck. Dennoch zeigen einzelne Marktsegmente stabile oder leicht positive Entwicklungen. Vor diesem Hintergrund findet vom 22. bis 25. November 2016 die achte Ausgabe der bauma China im Shanghai New International Expo Centre (SNIEC) statt. Die internationale Fachmesse bündelt Neuheiten aus den Bereichen Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte.
Trotz schwieriger Marktbedingungen verzeichnet die Messe eine hohe Beteiligung. Bis Mitte September hatten sich 2.810 Aussteller angemeldet. Die Veranstaltung belegt erneut die komplette Ausstellungsfläche des SNIEC mit insgesamt 300.000 Quadratmetern.
Asphaltfertiger mit positiver Entwicklung
Während in vielen Produktsegmenten des chinesischen Baumaschinenmarktes zuletzt rückläufige Verkaufszahlen registriert wurden, entwickelte sich der Markt für Asphaltfertiger leicht positiv. Nach Angaben von Off-Highway Research stieg der Absatz im vergangenen Jahr um vier Prozent.
Treiber dieser Entwicklung sind weiterhin hohe Investitionen in den Infrastrukturausbau. Allein im Jahr 2015 wurden in China mehr als 11.000 Kilometer neuer Autobahnen gebaut. Davon profitieren insbesondere Hersteller von Maschinen für Straßenbau und Infrastrukturprojekte.
Wachsende Nachfrage nach kompakten Maschinen
Auch bei Kompaktladern blieb der Markt vergleichsweise stabil. Die Analysten von Off-Highway Research sehen langfristig gute Perspektiven für kleinere und technisch anspruchsvollere Maschinen. Gründe dafür sind unter anderem steigende Umweltanforderungen sowie neue Aufgabenfelder im urbanen Raum.
Zu den wichtigen Zukunftsthemen zählt die Instandsetzung bestehender Gebäude. Der chinesische 13. Fünfjahresplan sieht zwischen 2016 und 2020 die Renovierung oder den Neubau von rund 20 Millionen Wohneinheiten in Städten vor.
Förderprogramme für „Schwamm-Städte“
Ein weiteres Entwicklungsfeld ist das Konzept der sogenannten „Sponge-Cities“. Ziel ist es, Städte widerstandsfähiger gegen Wasserknappheit und Überflutungen zu machen. Moderne Entwässerungs- und Speichersysteme sollen künftig bis zu 70 Prozent des Regenwassers aufnehmen und wieder nutzbar machen.
Für die Umsetzung entsprechender Pilotprojekte stellte die chinesische Zentralregierung im Zeitraum von 2016 bis 2018 rund 5,9 Milliarden RMB bereit. Das entspricht etwa 792 Millionen Euro. Die Maßnahmen schaffen zusätzliche Nachfrage nach Technik für Infrastruktur, Wassermanagement und kommunale Bauprojekte.
Verhaltener Optimismus für den Markt
Nach Einschätzung von Off-Highway Research könnten neue Anwendungsfelder sowie Ersatzinvestitionen bei älteren Maschinenflotten dazu beitragen, dass der chinesische Baumaschinenmarkt nach 2017 wieder wächst. Für Hersteller und Anbieter von Kommunaltechnik und Infrastrukturtechnik bleibt die bauma China damit ein wichtiger Treffpunkt im asiatischen Markt.
Die bauma China gilt mit 300.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche als größte Branchenveranstaltung Asiens. Bei der vorherigen Ausgabe im Jahr 2014 präsentierten sich 3.098 Aussteller aus 41 Ländern. Insgesamt kamen damals 189.732 Besucher aus 149 Ländern nach Shanghai.
