Baumaschinen und Baugeräte, Messen und Veranstaltungen

bauma Innovationspreis: Sechs Preisträger für wegweisende Entwicklungen

Sechs Unternehmen und Forschungseinrichtungen wurden mit dem bauma Innovationspreis ausgezeichnet. Die Verleihung erfolgte anlässlich der Weltleitmesse für Baumaschinen in München. Der Preis würdigt wegweisende Entwicklungen und setzt wichtige Impulse für die gesamte Branche.

Auszeichnung für zukunftsweisende Innovationen in der Baubranche

Im Rahmen eines Festaktes in München wurden sechs Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit dem bauma Innovationspreis ausgezeichnet. Die Verleihung erfolgte anlässlich der Weltleitmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte, die vom 11. bis 17. April auf dem Münchner Messegelände stattfindet.

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner würdigte den bauma Innovationspreis als „Spiegelbild der Innovationskraft der deutschen und internationalen Bau-, Baustoff- und Bergbaumaschinenindustrie“. Der Preis zeige nicht nur technische Möglichkeiten auf, sondern biete auch einen Ausblick in die Zukunft. Die Preisträger hätten die Zeichen der Zeit erkannt und leisteten mit ihren Innovationen einen aktiven Beitrag zu nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklungen mit hohem Praxisbezug.

Johann Sailer, Vorsitzender der im VDMA organisierten deutschen Hersteller von Bau- und Baustoffmaschinen, hob das wachsende internationale Interesse am Wettbewerb hervor. Fast die Hälfte der Bewerbungen stamme von ausländischen Unternehmen, was die globale Relevanz des Preises unterstreiche. Er betonte, dass der Preis wichtige Impulse für die gesamte Branche setze und die bauma als Weltleitmesse eine hervorragende Plattform dafür sei.

Die ausgezeichneten Firmen und Forschungseinrichtungen sind:

  • Kramer Werke GmbH, Pfullendorf (Kategorie Maschine)
  • IMKO GmbH, Ettlingen (Kategorie Komponente)
  • LEONHARD WEISS GmbH & Co. KG, Göppingen (Kategorie Bauwerk/Bauverfahren)
  • Technische Universität Dresden, Professur für Baumaschinen, Dresden (Kategorie Forschung)
  • Groupe Mecalac S.A., Annecy-le-Vieux, Frankreich und Technische Universität Dresden, Dresden (Kategorie Design)

Innovationen in den einzelnen Kategorien

In der Kategorie Maschine wurde die Kramer-Werke GmbH für ihren vollelektrisch angetriebenen und allradgelenkten Radlader 5055e prämiert. Diese emissionsfreie Maschine eignet sich besonders für den Einsatz in Gebäuden und Tunneln, da sie keine kostspieligen Be- und Entlüftungsanlagen erfordert. Fahrantrieb und Arbeitshydraulik werden von separaten Elektromotoren angetrieben, wobei der Motor für die Arbeitshydraulik bedarfsgerecht Leistung liefert. Der Radlader zeichnet sich durch einen extrem niedrigen Geräuschpegel aus, was den Einsatz in lärmsensiblen Bereichen ermöglicht. Zudem sind die Wartungskosten aufgrund der verschleißarmen Elektromotoren geringer als bei konventionellen Maschinen.

Die IMKO GmbH erhielt den Preis in der Kategorie Komponente für die Sono-WZ Sonde. Dieses Hand-Messgerät ermöglicht die schnelle und sichere Bestimmung des Wassergehalts von Frischbeton. Nach Eingabe der Betonparameter wird die Sonde mehrmals in einen mit Beton gefüllten Eimer getaucht, und das Display zeigt den Wassergehalt an. Dies eliminiert lange Wartezeiten, wie sie beim Darr-Verfahren üblich sind, verhindert ein vorzeitiges Abbinden des Betons und trägt zur Erhöhung der Qualität und Lebensdauer von Betonbauwerken bei.

In der Kategorie Bauwerk/Bauverfahren wurde die Leonhard Weiss GmbH & Co. KG für ein Pilotprojekt zur Sanierung einer maroden Stahlbrückenfahrbahn ausgezeichnet. Bei diesem Verfahren wurde auf die instand gesetzte Stahlplatte ein Kunstharzkleber aufgetragen und mit Bauxit-Splitt abgestreut. Darauf wurden ein engmaschiges Bewehrungsnetz und ein spezieller, hochfester Beton von Contec International eingebaut. Die etwa sechs Zentimeter starke Betonschicht verbindet sich über den Splitt fest mit der Stahlplatte, wodurch eine neue und erheblich belastbarere Fahrbahn entsteht. Dieses Verfahren ermöglicht nicht nur eine kostengünstige und schnelle Sanierung von Stahlbrücken, sondern kann auch deren Tragfähigkeit erhöhen.

Die Professur für Baumaschinen an der Technischen Universität Dresden wurde in der Kategorie Forschung für ihr Projekt zum 3D-Druck für Beton geehrt. Während bisherige Ansätze den 3D-Druck vorrangig zur Herstellung individueller Betonteile in Produktionsstätten nutzten, zielen die Dresdner Wissenschaftler darauf ab, den 3D-Druck direkt auf die Baustelle zu bringen. Dabei sollen vorhandene Maschinen als Basis dienen und weiterhin für ihre ursprünglichen Zwecke einsetzbar bleiben. Entwickelt werden eine großräumig agierende Robotertechnik und ein Druckkopf, der schnell härtenden Beton schichtweise aufträgt, um ganze Bauwerke zu errichten. Dies könnte Bauprozesse und Bauformen revolutionieren.

In der Kategorie Design gab es zwei Preisträger. Die Groupe Mecalac S.A. wurde für ihre neue Mobilbaggergeneration ausgezeichnet. Die Jury lobte das Design, das Kraft, Stabilität, Dynamik und Wertigkeit ausstrahle. Besonders hervorgehoben wurde die Integration des drehbaren Ober- in den Unterwagen als Beispiel für die gelungene Kombination von technischem Fortschritt und Design.

Ebenfalls in der Kategorie Design wurde die Technische Universität Dresden zusammen mit den im Concept Cluster zusammengeschlossenen Unternehmen für die gemeinsam entwickelte Fahrerkabine Genius Cab prämiert. Die Jury sah darin eine gelungene Symbiose aus Technik und Design, die ein Gefühl von Sicherheit und Stärke vermittle. Alleinstellungsmerkmale wie Verkleidungselemente und die mit facettierten Fenstern ausgestattete Glaskanzel zeigten, wie Design zur Markenbildung beitragen kann.

11.04.2016

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