Messen und Veranstaltungen

Die Weißtanne: Hoffnungsträger und Baustoff aus dem Schwarzwald

Die Weißtanne gilt als Hoffnungsträger im Klimawandel und wichtiger Baustoff. Die Baumkulturtage 2019 widmeten sich diesem Nadelbaum, der besonders im Schwarzwald eine große Rolle spielt. Experten diskutierten über nachhaltige Forstwirtschaft, Holzbau und die Klimaresistenz der Tanne.

Bedeutung der Weißtanne im Klimawandel und als Baustoff

Die Weißtanne, ein traditioneller Holzlieferant und Baustoff, wird als Hoffnungsträger im Klimawandel betrachtet. Insbesondere im Schwarzwald, wo der größte Bestand in Deutschland und Baden-Württemberg zu finden ist, spielt sie eine wichtige Rolle. Die dritten Baumkulturtage, die vom 20. bis 23. Juni 2019 stattfanden, widmeten sich umfassend diesem Nadelbaum.

Die Veranstaltung, organisiert von Ulrich Pfefferer und Alexander Horr, Geschäftsführer der Badenweiler Thermen und Touristik GmbH, bot eine Kombination aus kulturellen und baumbezogenen Themen. Ein Höhepunkt war eine Waldexkursion nach Gersbach, die eine Baumfällung einschloss. Zudem wurde die Verwendung von Weißtannenholz im Neubau der Energiewerke Schönau vorgestellt.

Politische Perspektiven und nachhaltige Forstwirtschaft

Patrick Rapp, Forstwissenschaftler und forstpolitischer Sprecher der CDU im Landtag, betonte die über 300-jährige Tradition nachhaltiger Waldbewirtschaftung in Deutschland. Er sprach sich für eine höhere Akzeptanz der forstlichen Nutzung aus, die nur so viel Holz entnimmt, wie nachwächst.

„Das ist erfolgreich umgesetzter Klimaschutz seit Jahrhunderten“, so Rapp, der sich mehr Wertschätzung und Respekt für die Holzproduktion in der Gesellschaft wünscht. „Falsch verstandene Liebe könnten den Wald und die Bäume erdrücken“, ergänzt der Politiker.

Rapp hob hervor, dass Holz aus der Region mit kurzen Transportwegen und hoher Transparenz einhergeht. Die CO2-Speicherung im Holz sei ein wichtiger Klimaaspekt, insbesondere bei der Verwendung als Baustoff oder für Möbel. Die Holzbauoffensive des Landes und die neue Landesbauordnung, die den Einsatz von Holz auch für mehrgeschossige Gebäude erlaubt, rücken diesen Aspekt verstärkt in den Fokus.

Das Forum Weißtanne: „Schützen durch Nützen“

Meinrad Joos, stellvertretender Vorsitzender des Forums Weißtanne, beschreibt die Weißtanne als wichtigste heimische Nadelbaumart. Das Forum, mit knapp 240 Mitgliedern, setzt sich für die Stärkung der Tannenholzverwendung durch Öffentlichkeitsarbeit ein.

Der Anteil der Weißtanne beträgt bundesweit 1,7 Prozent, was etwa 185.000 Hektar Waldfläche entspricht. Davon befinden sich 73.000 Hektar allein im Schwarzwald. Die Weißtanne ist eine Schattenbaumart und gilt neben der Buche als zweite Säule der naturnahen Waldwirtschaft. Sie wird auch als Hoffnungsträgerin im Klimawandel angesehen, da ihre tiefen Pfahlwurzeln ihr ermöglichen, Wasser aus tieferen Bodenschichten zu erreichen, was ihr einen Vorteil gegenüber der Fichte verschafft.

„Unser Netzwerk im Forum Weißtanne geht vom Waldbauer über die verarbeitende Industrie bis hin zum planenden Architekten“, beschreibt Joos.

Tannenarten und Klimaresistenz

Privatdozent Dr. Gregor Aas, Leiter des ökologisch-botanischen Gartens der Universität Bayreuth, erläuterte, dass es etwa 50 Tannenarten in Mittelamerika, Ost- und Südostasien gibt. Tannenarten aus Kleinasien und der Türkei haben die heißen Sommer im Botanischen Garten Bayreuth gut überstanden. Auch eine Versuchsfläche mit Silizischen Tannen (Abies ciliciana) überstand den Sommer 2018 erfolgreich. Mediterrane Arten sind hingegen nicht winterhart genug für die Region.

Weißtannen werden als Hoffnungsträger für den Waldumbau betrachtet. Sie bevorzugen frische Böden, tolerieren aber auch nasse Standorte. Bei ausreichender Wasserversorgung kommen sie auch mit subkontinentalem Klima zurecht. Optimal gedeihen sie im Schatten von Bergmischwäldern. Kleinasiatische Tannen weisen eine ähnliche Holzqualität wie die Weißtanne auf.

Mythen, Fakten und der Klimawandel

Der Schwarzwald weist den höchsten Anteil an Weißtannen in Deutschland auf. Professor Dr. Ulrich Kohnle von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg stellte fest, dass die Ertragsleistung der Weißtanne der Fichte ähnelt, obwohl die Fichte einen höheren Holzpreis erzielt. Die Douglasie bringt den höchsten Ertrag unter den im Schwarzwald angebauten Nadelbäumen.

Die Weißtanne ist ein Pfahlwurzler und daher sturmstabiler als andere Nadelgehölze. Die Borkenkäferproblematik ist bei Tannen vorhanden, aber weniger ausgeprägt als bei Fichten. Heiße, trockene Sommer stellen eine Gefahr dar. Kernfäulen sind bei Tannen kein Problem, und Wundfäulen entstehen meist durch die Holzernte. Die Tannenrinde ist stabiler und haftet besser an als die der Fichte. Verletzungen kapselt die Weißtanne schnell ab, wobei der wassergesättigte Splint das Pilzwachstum unterbindet.

Tannen benötigen in ihrer Jugendphase Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung. Sie können unter höheren Fichten aufwachsen und diese nach 20 bis 30 Jahren überholen. Kohnle prognostiziert, dass die Fichte klimabedingt Probleme bekommen wird. Die Weißtanne ist jedoch nicht als Hauptbaumart im kollinen Bereich (Weinbauklima) geeignet, eine Klimastufe, die der Schwarzwald voraussichtlich in etwa 90 Jahren erreichen wird. Heiße, trockene Sommer und extreme Winterfröste führten in der Vergangenheit zu Tannensterben. Die Weißtanne wird als gute Mischbaumart, aber nicht als Wunderbaum für den Klimawandel bezeichnet.

Tannenriesen und ihr Schutz

Wolf Hockenjos, Buchautor und Forstdirektor im Ruhestand, berichtete über Tannenriesen. Der gesetzliche Schutz von Baumriesen im Wald ist selten, da Waldeigentümer oft selbst über Nutzung oder Erhalt entscheiden. Die Klemmbach-Tanne an der Sirnitz, mit 52 Metern Höhe und einem Brusthöhenumfang von 5,50 Metern, ist kein behördlich geschütztes Naturdenkmal.

Hockenjos schätzt ihr Holzvolumen auf etwa 38 Festmeter. Er setzte sich dafür ein, dass der etwa 300 Jahre alte Baum nach seinem natürlichen Tod als Totholz am Standort verbleiben durfte. Der heiße Sommer beschleunigte vermutlich sein Absterben. Hockenjos erwähnte auch die geplante Fällung der Schillertanne in St. Georgen im Jahr 2010, die als Naturdenkmal wegen Spechtlöchern und vermeintlicher Verkehrssicherungspflicht zur Fällung freigegeben, aber gerettet werden konnte.

Die 350 Jahre alte Großvater-Tanne im Schwarzwald ist mit 48 Metern Höhe und einem Brusthöhenumfang von 5,50 Metern noch vital. Deutschlands stärkste Tanne, die Waldhaus-Tanne im Nationalpark Bayerischer Wald, ist 53,80 Meter hoch und hat einen Brusthöhenumfang von 6,65 Metern. Weißtannen können auch urwüchsige Gestalten annehmen, wie die Charaktertanne im Höllental, deren Lebenszähigkeit und Regenerationsfähigkeit Weid- und Wettertannen hervorgebracht hat, die jedoch seltener werden.

Hockenjos setzt sich dafür ein, den Besitzerstolz zu wecken, den er als wertvoller als behördlichen Schutz ansieht. Die Benennung von Tannenriesen und Maßnahmen wie die sorgsame Freistellung der Krone sowie der Schutz vor Rücke- und Befahrungsschäden tragen zum Erhalt bei. Der sogenannte „Schattenschlaf“ der Weißtanne ist eine Überlebensstrategie bei Lichtmangel, die zu mikroskopisch kleinen Jahrringen führt und die Altersbestimmung erschwert. Eine quergerippte Rindenstruktur deutet jedoch auf ein hohes Alter hin. Hockenjos befürwortet das Villinger Jagdmodell, bei dem durch straffe Regiejagd und jährlich kündbare Pirschbezirke der Weißtannenaufwuchs gefördert wird, um Verbiss durch Schalenwild zu reduzieren.

Holzbau in Deutschland und die Weißtanne

Willi Sutter, Geschäftsführer und Projektentwickler des Planungsbüros Sutter 3KG, ist auf Sanierungen denkmalgeschützter Häuser und Neubauten aus Holz spezialisiert. Sein Büro hat über 100 Denkmalprojekte begleitet. Sutter betont die Notwendigkeit individueller Lösungen und die Kenntnis von Förderprogrammen.

Vorteile des Holzbaus sieht Sutter in kurzen Bauzeiten, hohem Vorfertigungsgrad, Langlebigkeit, Dauerhaftigkeit, hervorragender Wärmedämmung, Atmungsaktivität und Schadstoffabsorbierung. Ein Beispiel ist das neue Bürogebäude von Sutter 3 KG, bei dem Weißtanne umfassend eingesetzt wurde, von entrindeten Schwartenbrettern für die Fassade bis zu Brettschichtholzdecken und Wandbelägen im Innenbereich. Die Aussteifung erfolgt lediglich durch eine Wandscheibe aus Beton.

Ein weiteres Projekt ist ein achtgeschossiges Wohn- und Gewerbegebäude aus Holz in Freiburg-Weingarten, bei dem sogar Treppenhaus und Aufzugsschacht aus Holz bestehen. Brandriegel aus Metall sind zwischen den Geschossen angebracht. Das Erdgeschoss wird in Massivbauweise errichtet und beherbergt einen Supermarkt. Darüber entstehen eine Kita mit Dachterrasse und 30 Wohneinheiten in den sieben Holzgeschossen.

Die Kosten von etwa 2.200 Euro pro Quadratmeter auf sieben Etagen werden als vorbildlich eingestuft. Das Gebäude erreicht eine Höhe von knapp 22 Metern. Höhere Gebäude sind aufgrund der Hochhausgrenze und Gebäudeklasse 5 mit behördlichen Genehmigungen schwierig. Sutter kritisiert die Zusammenarbeit mit den Ämtern. Als weiteres Beispiel nannte er die restaurierten Talvogtei-Scheunen in Kirchzarten mit altem Balkenwerk und neuen Weißtannen-Verkleidungen. Sutter widerlegt das Vorurteil, Holzbau sei teuer, indem er aufzeigt, dass das Projekt Talvogtei unter dem Neubaupreis liegt. Er bedauert den Export vieler Schwarzwaldtannen nach Vorarlberg aufgrund der mangelnden Holzwerkstoffindustrie vor Ort. Meinrad Joos plädiert für die Verwendung minderwertiger Holzqualitäten im Inneren mehrschichtiger Baustoffe und sieht Lernpotenzial bei den Vorarlbergern im Holzbau.

Mondholz: Tradition und Wissenschaft

Ernst Zürcher, Professor em. für Holzwissenschaften, empfiehlt, neben der Zukunft auch die Vergangenheit zu betrachten, um altes astronomisches Wissen zu nutzen. Das Konzil von Braga verbot 561 diesen Wissensschatz als heidnischen Aberglauben.

Theophrastos beschrieb bereits 372, dass Holz zu Beginn des abnehmenden Mondes am härtesten und fäulnisresistentesten sei. Wissenschaftliche Messreihen bestätigen die Wechselwirkung der Mondphasen auf das Holzverhalten. Bauholz sollte in den Wintermonaten (November bis Februar) am besten in den drei Tagen nach Vollmond geschlagen werden, da der Wassergehalt dann am geringsten ist und die spätere Wasseraufnahme minimiert wird.

Geschlagene Bäume können laut Zürcher bis zu drei Wintermonate mit Ästen und Rinde liegen bleiben, was der Holzqualität zugutekommt. Der Wassergehalt im Kernholz variiert auch innerhalb des Jahres. Ein Versuch von 2010 mit 600 gefällten Fichten und Edelkastanien zeigte die größte Differenz im Wassergehalt etwa 3,5 Tage vor bis 1,5 Tage nach Vollmond. Brennholz sollte kurz vor Vollmond geschlagen werden, da es dann luftiger und poröser ist. Dichtes Bauholz mit dauerhaft gebundenem Wasser erhält man kurz nach Vollmond, was für Dauerhaftigkeit sorgt. Zürcher weist darauf hin, dass Forstwirte für diesen Mehraufwand bessere Preise erzielen können.

Weißtannen als Weihnachtsbäume sollten drei Tage vor Vollmond gefällt werden. Das stehende Entrinden, in Skandinavien erfolgreich angewendet, macht das Holz durch den langsamen Sterbeprozess extrem hart und trocken, wodurch es sich später nicht verzieht. Der Zeitpunkt des Ringelns könnte hierbei eine Rolle spielen.

Exkursion nach Gersbach und die Riesentannen

Das Rohmaterial für das EXPO-Dach in Hannover (2000) stammte aus Gersbach im Südschwarzwald. Die 40 Weißtannen, zwischen 150 und 300 Jahre alt, hatten eine Länge von 17 Metern und einen Durchmesser von 70 Zentimetern am dünnen Ende. Vor der Fällung wurden die Stämme mittels Ultraschall auf Tauglichkeit geprüft. Nach dem Entrinden trockneten die ausgewählten Stämme sechs Monate in der Sonne. Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer und Förster Jörg Gempp führten die Exkursionsteilnehmer in diesen Wald.

Die gute Nährstoffverfügbarkeit, hohe Niederschlagsmengen (1.200 bis 1.800 Millimeter pro Jahr) und die Speicherfähigkeit der Böden im westlichen Südschwarzwald auf 700 bis 1.100 Metern über NN fördern das Baumwachstum. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, dessen Verwendung CO2-neutral ist. Habitatbaumgruppen und ein Totholzbestand von 17,5 Festmetern pro Hektar dienen der ökologischen Waldbewirtschaftung, die auch den Erholungswert berücksichtigt. Viele Schwarzwald-Tannen werden nach Japan exportiert, wo das astfreie und helle Holz zu Sushi- und Totenbrettern verarbeitet wird. Die Firma Lignotrend ist ein Großabnehmer von Weißtannen für hochwertige Bauprodukte.

In Gersbach wird ebenfalls das Villinger Jagdmodell angewendet. Gempp sieht den Jäger als Dienstleister der Waldbesitzer, um den Verbiss gering zu halten, und vergibt die Begehungsscheine jährlich neu. Da eine Hektar Pflanzung 8.000 bis 10.000 Euro kostet, wird die Naturverjüngung von Waldbesitzern bevorzugt. Um das Aufwachsen der Hauptbaumarten ohne Schutz zu ermöglichen, muss der Schalenwildbestand auf einem verträglichen Maß gehalten werden. Eine Baumfällung während der Exkursion beeindruckte die Teilnehmer. Gempp zeigte anschließend die „Dicke Tanne“ mit einem Brusthöhenumfang von 5,85 Metern, deren vermeintlich schlechte Holzqualität ihr vor Jahren das Leben rettete.

Der neue Bürokomplex der Stromrebellen

Die Energiewerke Schönau (EWS), bekannt als „Stromrebellen“, entstanden nach Tschernobyl aus einer Bürgerinitiative zur Energiewende. Das Unternehmen ist gewachsen, was den Neubau eines Bürokomplexes erforderte, der im Rohbau besichtigt wurde. Das Unter- und Erdgeschoss des von harter + kanzler & partner geplanten Gebäudes werden in Massivbauweise aus Sichtbeton erstellt. Die drei oberen Stockwerke werden als Holzbau mit Weißtanne umgesetzt, wie Architektin Vanessa Hiekel und Projektleiter Armin Stoll erläuterten.

Die Jetdächer sind eine Anlehnung an die Bestandsgebäude, und die zurückgesetzte verglaste Fassade des Erdgeschosses verleiht dem Gebäude einen öffentlichen Charakter. Der Fokus der Besichtigung lag auf dem Einsatz von Weißtannenholz in verschiedenen Produkten und Holzwerkstoffen, unter anderem von der Firma Lignotrend. Kreuzweise verleimte Deckenelemente mit Akustikfunktion, gefertigt aus astfreier Weißtanne, bieten eine fertige Deckenansicht mit feinen Schlitzen. Auch Fensterrahmen und Wandvertäfelungen aus Weißtanne wurden verwendet.

Werner Eckert, Seniorchef von Lignotrend, erklärte, dass diese Produkte als erste das natureplus Gütesiegel erhielten, was zu einer Beruhigung der Schadstoffdiskussion führte. Die Produktion wird halbjährlich vom TÜV zertifiziert. Eckert berichtete von einem Fall in einem öffentlichen Gebäude, bei dem eine mit Insektiziden kontaminierte Orangenschale zu einem erhöhten Wert führte, der aufgeklärt werden konnte. Eckert investierte kürzlich in ein Schwarzwälder Sägewerk, um den Bedarf an Holz für seine Produkte besser decken zu können. Beim Filetieren der Stämme werden diese vier- bis achtmal gedreht, um die „stehenden Jahre“ zu gewinnen. Der Rest des Holzes wird für Brandlagen oder Verpackungsmaterial wie Paletten verwertet.

Weitere Höhepunkte der Baumkulturtage

Ein literarischer Abend mit der Aufführung von Wilhelm Hauffs „Das Kalte Herz“ durch das LiteraTheater und das Licht-Eurythmie-Ensemble fand im Naturtheater unterhalb der Burgruine Badenweiler statt. Der Kohlen-Munk Peter, ein Köhlersohn, steht in der Geschichte für Gier nach Reichtum. Ein Referentenabend mit Vier-Gänge-Menü und Weinen im Wellnesshotel Post in Badenweiler bot Gästen die Möglichkeit zur Teilnahme.

Der kulturelle Abschluss war das Waldbaden bei „Dr. Wald“, bei dem besondere Bäume zum Spüren, Anlehnen und Umarmen aufgesucht wurden. Waldbadebegleiter Petra Seitz und Martin Lunz rezitierten Gedichte. Professor Dr. Johann Pfefferer-Wolf widmete sich in seinem Vortrag der Frage, was von Bäumen gelernt werden kann. Er nannte die Stabilität des Ortes als Lernfeld, da die moderne Fortbewegung eine Spur der Zerstörung hinterlässt. Auch das Lernen im sozialen Kontext ist von Bäumen möglich, die über- und unterirdisch durch biochemische Kommunikationssysteme verbunden sind. Das dritte Feld ist die Ökonomie, eng verbunden mit der Ökologie, wobei „das rechte Maß“ als Übersetzung für Ökonomie am besten gefiel. Bäume scheinen in jeder Hinsicht Maß zu halten.

Die Baumkulturtage 2020 werden vom 11. bis 14. Juni stattfinden und sich dem Thema „Die Eiche – Mythen und Fakten“ widmen. Die Fachpartnerschaft mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) bleibt bestehen. Andreas Ehring, wissenschaftlicher Mitarbeiter der FVA, wird Ulrich Pfefferer bei der Referentensuche unterstützen. Ziel ist es, den Besucherkreis auf Forstwirte und private Waldbesitzer auszuweiten, wobei die Mischung der Programmpunkte beibehalten wird.

15.07.2019

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