Fachtreffen der Baumpflege im Grugapark Essen setzt Fokus auf Qualität
Der Grugapark in Essen wurde Anfang Juni zum zentralen Treffpunkt der Baumpflege-Branche: 24 Fachunternehmen aus ganz Deutschland kamen zur Mitarbeiterschulung und Mitgliederversammlung der Qualitätsgemeinschaft Baumpflege und Baumsanierung (QBB) zusammen. Rund 80 Teilnehmende nutzten die Veranstaltung für Weiterbildung, fachlichen Austausch und Diskussionen rund um Qualitätsstandards in der Praxis.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Qualität in der Baumpflege definieren und im Arbeitsalltag konsequent umsetzen lässt. Dabei wurden sowohl interne Anforderungen als auch Erwartungen von Auftraggebern beleuchtet.
Bei uns ist der Name Programm: Die bewusste Auseinandersetzung mit dem Qualitätsbegriff in der Baumpflege ist für die QBB elementar. Qualität ist unser erklärtes Ziel und damit Anspruch und Motivation zugleich!
QBB-Vorsitzender Christian Draeger betonte die Vielzahl an Einflussfaktoren – vom Fachwissen der Mitarbeitenden über nachhaltige Betriebsführung bis hin zur Kommunikation auf der Baustelle. Entscheidend sei, das Qualitätsbewusstsein kontinuierlich zu schärfen und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Kommunale Anforderungen und digitale Entwicklungen
Auch die Perspektive öffentlicher Auftraggeber wurde einbezogen. Marcus Kamplade, Baumbeauftragter der Stadt Bochum, unterstrich die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung.
Gute Baumpflege hört nicht beim korrekten Schnitt auf, sondern umfasst auch die ökologische Begleitung im Rahmen von Baumaßnahmen. Denn der Baumerhalt ist für die Zukunft unabdingbar
Weitere Fachvorträge widmeten sich aktuellen Entwicklungen in der Branche. Themen waren unter anderem digitale Baumzwillinge zur Bestandsanalyse sowie sensorgestützte Bewässerungssysteme, die eine effizientere Pflege und Kontrolle ermöglichen.
Praxiswissen direkt am Baum
Der zweite Veranstaltungstag stand im Zeichen praxisnaher Workshops im Grugapark. Dabei wurden konkrete Fragestellungen aus dem Arbeitsalltag aufgegriffen und direkt vor Ort bearbeitet. Ein Schwerpunkt lag auf dem Artenschutz, insbesondere auf der sicheren Identifikation von Tierarten und dem Einsatz moderner Technik wie Endoskop- und Thermalkameras.
Auch rechtliche Aspekte sowie der Umgang mit geschützten Arten wurden praxisnah vermittelt. Ziel war es, Handlungssicherheit für komplexe Situationen im Gelände zu schaffen.
Neue Herausforderungen durch Klimawandel
Ein weiterer Fokus lag auf den Auswirkungen des Klimawandels auf den Baumbestand. Vorgestellt wurden neuartige Pilzarten, die zunehmend an geschwächten Bäumen auftreten und neue Anforderungen an die Diagnose stellen.
Ergänzend wurden Strategien für den Umgang mit sogenannten Habitatbäumen diskutiert. Hier gilt es, den Spagat zwischen Verkehrssicherheit und Artenschutz zu bewältigen – eine Aufgabe, die in der Praxis zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Austausch als Motor für Qualität
Weitere Workshops behandelten die Auswirkungen von Asteinkürzungen auf Baumstatik und Biologie sowie botanische Besonderheiten im Grugapark. Die Kombination aus Theorie und praktischer Anwendung unterstrich den Anspruch der Veranstaltung, nachhaltige Qualitätsverbesserung in der Baumpflege zu fördern.
Die QBB, gegründet 1985, vereint aktuell 24 Mitgliedsunternehmen aus Deutschland und Österreich. Ziel des Netzwerks ist die kontinuierliche Sicherung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards in der Baumpflege und Baumsanierung – ein Anspruch, der auch im Rahmen der Essener Veranstaltung deutlich wurde.


