Bedeutung von Bäumen für die Artenvielfalt
Die Bedeutung von Bäumen für die biologische Vielfalt in Bayern stand im Mittelpunkt des Bayerischen Biodiversitätspreises 2016. Die Auszeichnung, die in diesem Jahr unter dem Motto „Lebensraum Baum“ verliehen wurde, würdigt Projekte und Initiativen, die sich dem Erhalt und der Förderung von Bäumen als Lebensraum widmen.
Der Erhalt biologischer Vielfalt ist unser großer Auftrag. Bäume gehören zu den höchsten und ältesten Lebewesen dieser Welt. Bayern ist ohne Bäume nicht denkbar. Sie sind ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Arten – von Pilzen und Flechten bis zu Vögeln und Fledermäusen. Die mächtigen Repräsentanten des Pflanzenreichs modellieren das Gesicht unserer Heimat. Bäume sind tragende Pfeiler der Biodiversität und sorgen für Wohlbefinden.
Der von der Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds ausgelobte Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre für herausragende Leistungen im Arten- und Biotopschutz vergeben. Er zeichnet Projekte aus, die die Bayerische Biodiversitätsstrategie umsetzen, und würdigt zudem besonderes ehrenamtliches Engagement.
Ausgezeichnete Projekte und Initiativen
Den Hauptpreis erhielt die ARGE Schwäbisches Donaumoos für ihr Projekt „20 Jahre Kopfweidenpflege im Schwäbischen Donaumoos“. Kopfweiden prägen die Landschaft des Donaumooses und bieten mit ihren Weidenköpfen, Höhlen und Totholzbestandteilen wichtige Lebensräume für Vögel, Käfer und Falter. Die ARGE Donaumoos erfasst und schneidet die Gehölze, stärkt das Bewusstsein für Kopfweiden in der Bevölkerung und bietet Weidenflechtkurse an, um diese Nutzungsform zu erhalten.
Zwei zweite Preise wurden vergeben. Die Allianz zum Schutz des Klosterwaldes Maria Eich wurde für ihr Projekt „Eremiten im Klosterwald Maria Eich“ ausgezeichnet. Ihr Ziel ist der Erhalt des Lebensraums für seltene Käfer wie den Eremiten, die sich in Totholz entwickeln. Die Allianz verfolgt die Entwicklung alter Eichen, erhält Totholz und fördert das Blütenangebot auf Wiesenflächen, um die Waldbiodiversität zu sichern.
Ebenfalls einen zweiten Preis erhielt die Katholische Kirchenstiftung St. Maternus in Güntersleben für ihr Projekt „Stiftungswald Heiligenhölzchen“. Ehrenamtliche sichern dort besondere Lebensräume, kartieren Bäume und Totholz und pflanzen seltene Baumarten wie Speierling, Elsbeere und Wildbirne. Zudem unterstützt die Kirchenstiftung die Larvenentwicklung von Käfern, darunter dem Hirschkäfer.
Die Stadt Bad Windsheim mit der Stadtförsterei erhielt ebenfalls einen zweiten Preis für ihr Projekt „Mittelwaldbewirtschaftung“. Stadtförster Sven Finnberg bewirtschaftet 1.500 Hektar Wald und engagiert sich für den Erhalt von Alt- und Biotopbaumbeständen in Hute- und Mittelwäldern. Bereits 2005 wurde das 50 Hektar große Naturwaldreservat „Jachtal“ ausgewiesen, was stark bedrohten Käfer- und Schmetterlingsarten zugutekommt.
Zwei Sonderpreise wurden verliehen. Dr. Klaus Mandery aus Ebern erhielt einen Sonderpreis für sein Projekt „Biodiversität am Standortübungsplatz Ebern“. Er setzt sich für den Schutz und die Vielfalt der Natur ein, insbesondere für den Erhalt von Streuobstbäumen als Lebensraum und Apfelsorten für die genetische Vielfalt. Als Spezialist für Wildbienen bringt er Fachwissen bei der Arterfassung ein und initiierte ein Apfelprojekt mit Asylbewerbern und Flüchtlingen.
Ein weiterer Sonderpreis ging an Studenten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf für das Projekt „Anwendung von Natura 2000“. Ihr Engagement umfasst die Erfassung von Lebensraumtypen, Biotopbäumen sowie Nahrungs-, Nist- und Brutplätzen für Fledermäuse, Vögel, Insekten und Amphibien. Sie vermitteln ihr Wissen auch an Gemeinderäte und Bewirtschafter, um die Bedeutung des Waldes für die Artenvielfalt zu verdeutlichen.
