Naturschutz

Bayerischer Naturschutzfonds fördert Artenvielfalt mit Millionenbeträgen

Der Bayerische Naturschutzfonds investiert 1,5 Millionen Euro in neun Projekte und weitere 3,75 Millionen Euro in die Betreuung ökologisch sensibler Gebiete. Umweltministerin Ulrike Scharf betont die Bedeutung dieser Maßnahmen für den Erhalt des einzigartigen Naturreichtums Bayerns.

Umfassende Förderung für Bayerns Natur

Der Bayerische Naturschutzfonds hat in seiner jüngsten Sitzung die Förderung von neun Projekten mit rund 1,5 Millionen Euro beschlossen. Zusätzlich werden 3,75 Millionen Euro für die dreijährige Betreuung ökologisch sensibler und wertvoller Gebiete bereitgestellt. Die bayerische Umweltministerin und Vorsitzende des Bayerischen Naturschutzfonds, Ulrike Scharf, hob die Bedeutung dieser Maßnahmen hervor:

Bayern hat einen einzigartigen Naturreichtum. Es ist unsere Aufgabe, diesen Naturschatz für die kommenden Generationen zu erhalten. Das gelingt nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung. Wir setzen auf Kreativität und Kooperation.

Der Fonds, der als größte Naturschutzstiftung in Deutschland nach der Bundesumweltstiftung gilt, übernimmt in der Regel 50 bis 85 Prozent der Projektkosten, den Rest tragen die Projektträger.

Vielfältige Projekte zum Schutz von Flora und Fauna

Ein Beispiel für die geförderten Projekte ist das BayernNetz Natur-Projekt „Artenvielfalt durch Landwirtschaft – das Bergbauernmodell Sachrang“ im Landkreis Rosenheim. Hier arbeiten Naturschützer und Landwirte zusammen, um gefährdeten Tier- und Pflanzenarten wie dem Birkhuhn, dem Traunsteiner Knabenkraut und der Orchidee „Widders Kohlröschen“ zu helfen. Der Naturschutzfonds unterstützt die Landwirte mit rund 180.000 Euro, um den Artenreichtum der Almen zu erhalten.

Im Landkreis Aschaffenburg fließen 80.000 Euro in den Erhalt von Streuobstwiesen. Ziel ist es, die letzten größeren Vorkommen des Steinkauzes in Bayern zu sichern, da diese Art auf alte Obstbäume und magere Wiesen als Lebensraum angewiesen ist. Im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm werden rund 240.000 Euro für die Neuherstellung und Wiederanlage von Kalk-Sandmagerrasen eingesetzt.

Unterstützung für Bundesprogramme und Kleinprojekte

Der Bayerische Naturschutzfonds unterstützt zudem zwei Projekte des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“. Das Projekt „Gelbbauchunke“ in den Landkreisen Altötting, Freising und Neuburg-Schrobenhausen erhält rund 100.000 Euro. Das bundesweite Projekt „Alpenflusslandschaften“ wird mit weiteren 12.000 Euro aufgestockt. Darüber hinaus fördert der Naturschutzfonds mit Zweckerträgen der GlücksSpirale in Höhe von 450.000 Euro bayernweit 41 Kleinprojekte der Natur- und Landschaftspflege.

Ulrike Scharf betonte die umfassende Wirkung der Förderungen:

Die Projekte stärken den Arten- und Biotopschutz, vernetzen Lebensräume von Tieren und Pflanzen und werben bei der Bevölkerung für den Naturschutz. Die Stiftung leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Bayerischen Biodiversitätsprogramms.

Übersicht der Förderprojekte

  • Landkreis Aschaffenburg: Landschaftspflegeverband Aschaffenburg, Streuobstaktionsplan (80.000 Euro)
  • Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm: Biotopverbund Paartaler, Sanddünen (240.000 Euro)
  • Landkreis Rosenheim: Gemeinde Aschau, Verein d´Sachranger Bergbauern, Artenvielfalt durch Landwirtschaft – Sachranger Bergbauernmodell (180.000 Euro)
  • Landkreis Rottal-Inn: Etablierung eines Fauna-Flora-Stützgerüstes (195.000 Euro)
  • Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Donaumoos Zweckverband, Projektmanagement Donaumoos (175.000 Euro)
  • Landkreise Altötting, Freising, Neuburg-Schrobenhausen: Bund Naturschutz, Bundesprojekt Gelbbauchunke (100.000 Euro)
  • Landkreise Bad Tölz, Garmisch-Partenkirchen, Weilheim, Ostallgäu, Fürstenfeldbruck, Starnberg: WWF Deutschland, Bundes-Hotspot-Projekt Alpenflusslandschaften (Aufstockung um 12.000 Euro / Gesamtförderung 690.000 Euro)
  • Landkreis Freyung-Grafenau: Nationalpark Bayerischer Wald, LIFE-Projekt Moore und Fließgewässer (Aufstockung um 125.000 Euro / Gesamtförderung 375.000 Euro)

16.12.2014

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