Naturschutz

Bayernweite Gefahrenhinweiskarten für mehr Schutz vor Naturgefahren

Der Freistaat Bayern weitet die Erfassung von Naturgefahren wie Steinschlägen und Hangbewegungen über den Alpenraum hinaus aus. Ziel ist es, Kommunen eine verbesserte Vorsorge zu ermöglichen. Die neuen Gefahrenhinweiskarten sollen bayernweit erstellt werden.

Erweiterung der Naturgefahrenerfassung und Investitionen

Für die bayernweite Erfassung dieser Naturgefahren investiert der Freistaat rund 9 Millionen Euro, wovon bis zu 2 Millionen Euro aus EU-Mitteln stammen. Bereits im Jahr 2015 sollen die Regionen mit der höchsten Gefährdung bearbeitet sein. Dazu zählen insbesondere die Schwäbische und Fränkische Alb, die durch zahlreiche Steilhänge und angrenzende Bebauung gekennzeichnet sind. Auch für Unterfranken und die ostbayerischen Mittelgebirge werden Gefahrenhinweiskarten erstellt.

Eine hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben. Aber das Risiko lässt sich deutlich verringern, wenn die Gefahr bekannt und einschätzbar ist.

Die Karten dienen dazu, Gebiete zu identifizieren, in denen neue Bebauung vermieden werden sollte oder wo Schutzmaßnahmen wie Fangzäune und Schutzwälle für Straßen oder Versorgungseinrichtungen erforderlich sind. Dies ermöglicht es, Gefährdungen bereits im Planungsstadium zu berücksichtigen.

Schulung und Informationsweitergabe für effektiven Schutz

Zusätzlich zur Erstellung der Karten werden Mitarbeiter der Straßenbauämter gezielt geschult, um Naturgefahren besser einschätzen zu können. Eine frühzeitige Bewertung der Gefährdung von Staats- und Bundesstraßen durch Steinschlag und Felssturz soll die Erarbeitung umfassender Sicherungskonzepte ermöglichen.

Die vom Bayerischen Landesamt für Umwelt erstellten Gefahrenhinweiskarten informieren Landratsämter, Gemeinden sowie Bürger über potenziell durch Steinschläge, Felsstürze, Hangrutsche und Erdfälle gefährdete Gebiete.

Risikovorsorge gegen Naturgefahren ist angesichts des Klimawandels Zukunftsaufgabe für Bayern.

Starker Regen oder ausgeprägte Temperaturschwankungen können Hangbewegungen auslösen. Besonders betroffen sind die Alpen, wo die Temperaturen in den letzten 100 Jahren doppelt so stark gestiegen sind wie im weltweiten Durchschnitt. Für die Hälfte der bayerischen Alpenfläche sind mögliche Georisiken bereits erfasst, und über 50 Alpengemeinden wurden detailliert vor Ort informiert. Dies soll den Menschen vor Ort ermöglichen, konkrete Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

20.11.2010

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