Kulturlandschaftsentwicklung und Kompensationsverordnung im Fokus
Kerstin Berg, Vizepräsidentin des Bund deutscher Landschaftsarchitekten (bdla), informierte Bundesumweltminister Peter Altmaier in einem Verbändegespräch in Berlin über aktuelle Fachpositionen des bdla. Themenschwerpunkte waren die Energiewende unter Berücksichtigung baukultureller Aspekte sowie die Einführung einer Bundeskompensationsverordnung.
Kerstin Berg betonte, dass die Umsetzung der Energiewende und die damit einhergehende Veränderung der Kulturlandschaft einen hohen Stellenwert in den Diskussionen des bdla einnehmen. Dies bezog sich auf das "10-Punkte-Programm für eine Energie- und Umweltpolitik mit Ambition und Augenmaß" von Minister Altmaier.
Wir sehen in der verstärkten Implementierung landschaftskultureller Belange und gestalterischer Aspekte in allen Politikbereichen und hier insbesondere der Energiewende nicht nur Handlungsnotwendigkeiten und Handlungsmöglichkeiten. Es besteht eine riesige Chance, die Energiewende als Beitrag zur integrierten regionalen Entwicklung zu gestalten und ein hervorragendes Mittel zur Akzeptanzsteigerung bei den Planungsbetroffenen und regionalen Akteuren zu erhalten.
Des Weiteren stellte Kerstin Berg die Kernanliegen des bdla zum Entwurf einer Bundeskompensationsverordnung dar. Diese umfassen:
- Die Abwehr von Bestrebungen, den Vorrang der Realkompensation vor Ersatzgeldzahlungen aufzuweichen oder aufzugeben.
- Den Verzicht auf Regelvermutungen im Verordnungstext, da diese die Begründungspflicht und den Kommunikationsaufwand auf die Praxis verlagern und somit Verfahren unsicher, uneinheitlich und langsam machen würden.
- Den Vorrang der Realkompensation auch für Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes durch mastartige und andere höhenwirksame Anlagen oder Vorhabenbestandteile, insbesondere im Kontext der Energiewende.
Weitere Abstimmungen zu diesen Themen wurden vereinbart. Der bdla wird seine Positionen zur Bundeskompensationsverordnung am 6. Dezember im Rahmen der Verbändeanhörung im Bundesumweltministerium vertreten.